Investitionen geplant

Nach Neubau-Aus: Rewe verlängert Mietvertrag für bestehendes Gebäude

Auch nach 2023 können Kunden in den bestehenden Rewe-Märkten in Bad Zwesten einkaufen.
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Auch nach 2023 können Kunden in den bestehenden Rewe-Märkten in Bad Zwesten einkaufen.

Das Mietverhältnis zwischen Rewe und dem Eigentümer der bestehenden Marktgebäude in Bad Zwesten war bislang bis Ende März 2023 befristet. Das hat sich nun geändert.

Bad Zwesten – „Wir werden den Mietvertrag gemäß Option um drei Jahre verlängern“, teilt Anja Loewe, Leiterin der Rewe-Pressestelle Region Mitte mit. „Der Eigentümer ist zu Investitionen bereit.“ Weitere Details könne sie noch nicht nennen.

Rewe hatte, so der Bad Zwestener Initiativkreis „Pro Ortskern“, im laufenden Pachtvertrag mehrere Verlängerungsoptionen für insgesamt 15 Jahre und damit vertraglich Vorsorge für eine längere Nutzungszeit getroffen.

Die Lebensmittelversorgung in Bad Zwesten ist nun laut Initiativkreis „Pro Ortskern“ weiterhin gesichert, auch wenn der Rewe-Neubau rund 150 Meter vom bestehenden Standort entfernt vor Kurzem im Parlament abgelehnt wurde. Der Initiativkreis befürwortet die Entscheidung von CDU, Grüne und Bürgerliste, die gegen das Vorhaben gestimmt hatten. Die SPD-Fraktion sprach sich dafür aus.

Initiativkreis „Pro Ortskern“ sprach sich gegen Rewe-Neubau aus

Im Sommer hatte der Initiativkreis „Pro Ortskern“ Gespräche mit allen Fraktionen sowie mit Bürgermeister Michael Köhler und weiteren Mitgliedern des Gemeindevorstands geführt und seine Sorgen ob eines Verlustes an Attraktivität und Vitalität für den Ortskern dargelegt, sollte es einen Rewe-Neubau geben.

Zuvor hatte der Einzelhandelsverband festgestellt, dass die Versorgung mit Lebensmitteln mit den drei bestehenden Supermärkten – Rewe, Tegut und Edeka gut sei, es gar eine Überversorgung gebe.

Der Erhalt der kleinen Läden von Edeka und Tegut im Ortskern ist dem Initiativkreis wichtig. Beide seien fußläufig erreichbar, sowohl für ältere Menschen in der Kerngemeinde als auch für die Kurgäste, die von den Kliniken durch den Kurpark in den Ortskern kommen. Ein weiteres Argument, das der Initiativkreis mit den Grünen teilt und das gegen den Neubau sprach, war, dass für einen nicht notwendigen Markt rund 6 000 Quadratmeter Ackerland für Gebäude, Parkplätze und Straße dauerhaft versiegelt worden wären.

Initiativkreis „Pro Ortskern“ will kleine Läden stärken

Der Rewe-Neubau hätte laut des Initiativkreises „Pro Ortskern“ für eine Sogwirkung an den Ortsrand zulasten des Ortskerns gesorgt. Damit hätte das Zentrum an Attraktivität verloren, wodurch dort Eigentümer eine erhebliche Wertminderung ihrer Grundstücke und Gebäude zu befürchten gehabt hätten.

Die Eigentümer der Läden im Ortskern hätten in den zurückliegenden Jahrzehnten investiert und verdienten einen gewissen Vertrauensschutz durch die Planungen der Gemeinde. Der Bau eines neuen großen Marktes am Ortsrand wäre das Gegenteil dessen gewesen.

Die Ablehnung des Rewe-Neubaus ist laut Initiativkreis in Anbetracht der Gesamtsituation sachgerecht und angemessen. Sie verbaue auch keine Zukunftschancen, weil bei veränderter Situation in der Zukunft eine Neubewertung erfolgen könne und für den Neubau von Lebensmittelmärkten wegen der Rentabilität solcher Investitionen auch kein Mangel an Investoren bestehe.

Mietvertrag für 3 Jahre verlängert: Das sagt der Betreiber der Rewe-Märkte

Torsten Kehr, von Kehr OHG, Betreiber der Rewe-Märkte in Bad Zwesten, hält die Verlängerung des Mietvertrags zwischen Rewe und dem Gebäudeeigentümer um weitere drei Jahre – bis 2026 – für zu kurz. „Ich kann darauf keine Zukunft aufbauen. Ich habe keine Planungssicherheit.“ Die Fortsetzung des Mietverhältnisses um drei Jahre biete für keinen der Beteiligten eine langfristige Zukunftsperspektive.

Investitionen würden sich für einen so kurzen Zeitraum kaum lohnen. Ob er auch nach 2023 Betreiber der Bad Zwestener Märkte bleibe, könne er Stand jetzt noch nicht sagen. Ab 1. Dezember führt er den neuen Rewe-Markt in Neuental. Wie sich die Lage dort und im Kurort entwickelt, bleibe abzuwarten. (Christina Zapf)

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