Aus zwei mach eins

Bekommt Bad Zwesten einen neuen Rewe-Markt?

Bestehender Rewe-Lebensmittelmarkt an der Kasseler Straße in Bad Zwesten.
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Bestehender Rewe-Lebensmittelmarkt an der Kasseler Straße in Bad Zwesten.

In Bad Zwesten könnte ein neuer Rewe-Markt gebaut werden. Rund zehn Millionen Euro würden die Beteiligten investieren. Ob es so weit kommt, darüber entscheiden die Gemeindevertreter.

Bad Zwesten – Umsetzen wollen den neuen Supermarkt die Rewe-Gruppe, ein Investor – das Unternehmen Kurhessen Gewerbebau des Schwälmers Eberhard Unger – und der Betreiber der jetzigen Rewe-Märkte in Bad Zwesten, die Kehr OHG. Das teilt Bürgermeister Michael Köhler mit.

Als Standort für den neuen Markt ist die Fläche zwischen Kasseler Straße, Chaumont Allee und B 3 angedacht – im Bereich hinter der Praxis von Tierärztin Birgit Kalvelage. Ein Teil der Fläche gehört der Gemeinde, ein anderer Teil dem Investor.

Um dort ein Gewerbegebiet auszuweisen, müsste die Gemeinde laut Köhler das Vorhaben von Rewe in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium in Kassel und weiteren Behörden genehmigen. Außerdem müsste die kommunale Fläche verkauft werden. Beides ist bisher nicht geschehen.

Neuer Rewe-Markt in Bad Zwesten hätte 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche

Der neue Supermarkt hätte, so Unger, eine Verkaufsfläche von 2000 Quadratmetern. Derzeit verfügen der Lebensmittel- und der Getränkemarkt gemeinsam über diese Fläche. Künftig sollen beide in einem Gebäude untergebracht werden.

Zusätzlich könnte ein 700 Quadratmeter großer Drogerie-Markt neben dem neuen Rewe-Markt angesiedelt werden. Hierzu führt Unger aktuell Gespräche mit Drogerieketten. Würde eine von ihnen Interesse zeigen, entscheidet letztlich die Gemeindevertretung, ob neben dem möglichen neuen Rewe-Markt auch ein Drogeriemarkt entstehen soll.

Rewe-Getränkemarkt in Bad Zwesten.

Bürgermeister spricht mit Einzelhändlern in Bad Zwesten über das Vorhaben neuer Rew-Markt

„Bis jetzt gibt es nur eine Idee,“ sagt Torsten Kehr, der gerne auch der Betreiber des neuen Rewe-Markts wäre. 1997 eröffnete er seine beiden Märkte an der Kasseler Straße. „Wir stehen erst am Anfang der Diskussion“, sagt auch Köhler.

Er führt derzeit mit Anliegern und Inhabern von Einzelhandel-Geschäften im Ortskern Gespräche, um deren Meinungen zum Vorhaben zu hören. Von Seiten der Gemeinde sei alles ergebnisoffen. Über den Bau eines neuen Rewe-Marktes entscheiden die Gemeindevertreter in ihrer öffentlichen Sitzung im September.

10 Millionen Euro für neuen Rewe-Markt

Mindestens zehn Millionen Euro würden laut Torsten Kehr, Kehr OHG, in das Vorhaben neuer Rewe-Markt in Bad Zwesten fließen. Investor Eberhard Unger werde mit Kurhessen Gewerbebau sechs Millionen investieren – für Grundstückskäufe- und -erschließung sowie den Gebäudebau. Rewe werde wohl drei Millionen für die Einrichtung ausgeben – darunter Kühlung, Beleuchtung und Regale, so Kehr. Er selbst würde zum Start eine Million Euro für neue Waren hinlegen. (ciz)

Vorhaben neuer Rewe-Markt für Bad Zwesten: Aus zwei mach bald eins

Das Vorhaben von Rewe und seine Vor- beziehungsweise Nachteile werden laut Bürgermeister Michael Köhler zurzeit in den Gremien der Gemeinde – darunter der Haupt- und Finanzausschuss und der Gemeindevorstand – abgewogen.

Eberhard Unger wäre mit Kurhessen Gewerbebau Investor des geplanten neuen Rewe-Marktes. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und Realisierung von Marktgebäuden spezialisiert. Das Vorhaben in Bad Zwesten sei ein „erster Gedanke“.

Sowohl der bestehende Lebensmittel- als auch der Getränkemarkt seien nicht mehr zeitgemäß. „Rewe wünscht sich alle Sortimente unter einem Dach“, sagt Unger. Das neue Gebäude wäre dank „Green Building“ energetisch neutral. Als „grünes Gebäude“ wird ein Bauwerk bezeichnet, das unter dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit entwickelt wurde.

Unger hat bereits einen Teil der Flächen, auf denen der neue Rewe-Markt entstehen würde, von einem Privatbesitzer gekauft. Sollte das Vorhaben Realität werden, muss er noch eine Fläche von der Gemeinde kaufen. Merkmale des neuen Marktes wären nur noch ein Anlieferungshof, ein Lager und ein großer Parkplatz.

Torsten Kehr über das Vorhaben neuer Rewe-Markt in Bad Zwesten

„Ich weiß nicht, ob es klappt, aber ich würde es mir wünschen“, sagt Torsten Kehr von Kehr OHG über das Vorhaben neuer Rewe-Markt, den er gerne als neuer Betreiber führen würde.

Das Mietverhältnis zwischen Rewe und dem Eigentümer der bestehenden Gebäude läuft Ende März 2023 aus. „Was passiert dann mit der Lebensmittelversorgung in Bad Zwesten?“, fragt Kehr.

Entscheide sich die Gemeindevertretung für den neuen Rewe-Markt, würde dieser voraussichtlich 2023 eröffnen. Damit wäre ein nahezu nahtloser Übergang möglich. Die Gebäude und die Einrichtung der bestehenden Märkte, da ist Kehr mit Unger einer Meinung, sind veraltet. „Man müsste investieren“, sagt er.

Position des geplanten neuen Rewe-Marktes.

Vorhaben neuer Rewe-Markt in Bad Zwesten würde rund 40 Arbeitsplätze sichern

40 Menschen arbeiten laut Kehr im Rewe-Lebensmittelmarkt, im Getränke-Markt, der Metzgerei und der Bäckerei. 29 von ihnen sind fest angestellt und in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. „Das muss man in die Waagschale werfen“, so Kehr mit Blick auf eine Entscheidung über das neue Vorhaben.

Die Gemeinde nennt bereits einige mögliche Vor- und Nachteile. Diese und die Argumente, die sich im Lauf der Gespräche und Diskussionen zwischen den Beteiligten, Bürgern, lokalen Geschäftsleuten und Parlamentariern noch ergeben und die für oder gegen das Vorhaben neuer Rewe-Markt sprechen, werden letztlich gegeneinander abgewogen werden müssen. Einige Beispiele:

Das sagt die Rewe-Gruppe

„Wir sind an dem Standort in Bad Zwesten in der Planung, allerdings noch ganz am Anfang. Von daher bitten wir um Verständnis, dass wir uns noch nicht näher dazu äußern können. Falls die Planung realisiert wird, dann frühestens 2023“, so Anja Krauskopf, Leiterin Pressestelle Region Mitte, auf HNA-Anfrage. (ciz)

Mögliche Vorteile eines neuen Rewe-Marktes in Bad Zwesten

Es wird in Bad Zwesten ein höherer Umsatz – Kunden aus Kerstenhausen und Borken sollen laut des Investors angelockt werden – generiert. Der wiederum erhöhe die Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde, heißt es vonseiten der Gemeinde.

Außerdem könnten mehr Arbeitsplätze entstehen und weitere Betriebe im Ort von zusätzlichen Kunden profitieren. Die Lebensmittelversorgung in der Gemeinde wäre mittel- bis langfristig gesichert.

Rewe möchte mit dem Neubau, so geht aus einer Mitteilung der Gemeinde hervor, den Komfort und den Kundenservice für die Besucher des Marktes erhöhen – durch beispielsweise breitere Gänge, höhere Räume, gleichbleibende Temperatur und neue regionale Sortimente. Gleichzeitig sollen die Abläufe im Markt verbessert sowie der Energieverbrauch und die Betriebskosten gesenkt werden.

Mögliche Nachteile eines neuen Rewe-Marktes in Bad Zwesten

Umsatzverluste bei bestehenden Betrieben könnten laut Bürgermeister Michael Köhler mit einem neuen Rewe-Markt einhergehen. Landwirtschaftliche Fläche ginge mit dem Vorhaben verloren und würde versiegelt.

Das neue Gebäude entspräche laut Mitteilung der Gemeinde der Rewe-Corporate Identity und würde sich weniger gut als die beiden bestehenden Gebäude dem Kurortcharakter des Ortes anpassen.

Unklar ist auch noch die Weiternutzung der dann leer stehenden vorhandenen Rewe-Gebäude. Dort könnten laut Gemeinde Betriebe einziehen, die eine Konkurrenz für die Läden im Ortskern darstellen, was zu dessen Schwächung führen würde. (Christina Zapf)

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