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Pfarrer Bernd-Peter Jensen verlässt Kirchspiel Niederurff

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Von: Christina Zapf

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Pfarrer Bernd-Peter Jensen verlässt das Kirchspiel Niederurff. Die Pfarrstelle bleibt danach vakant.
Pfarrer Bernd-Peter Jensen verlässt das Kirchspiel Niederurff. Die Pfarrstelle bleibt danach vakant. © Christina Zapf

Pfarrer Bernd-Peter Jensen verlässt das Kirchspiel Niederurff nach zehn Jahren. Er macht noch ein Sabbatjahr, bevor er in Rente geht.

Bad Zwesten – Kurz nachdem Pfarrer Bernd-Peter Jensen 2012 die Dreiviertel-Pfarrstelle in Niederurff antrat, schenkte ihm seine Frau Dorothea zum 50. Geburtstag einen Baum – eine Elsbeere. Diese pflanzten sie im Garten des Pfarrhauses ein. „Meine Frau hat in allen Gemeinden, in denen wir waren – auch in Südafrika – Bäume gepflanzt“, sagt Jensen. Der 59-jährige Vater zweier erwachsener Kinder hat schon einiges von der Welt gesehen.

Unter anderem arbeitete er in zwei südafrikanischen Gemeinden als Pfarrer. Vor seinem Eintritt in den Ruhestand macht er ein Sabbatjahr, in dem er vor allem Freunde in ganz Deutschland besuchen möchte. Auch der Kontakt nach Nordhessen wird nicht abreißen. „Wir werden weiterhin die Eltern meiner Frau in Frankenberg besuchen.“

Von seiner Kirchengemeinde hat Jensen sich bereits in einem Gottesdienst verabschiedet. Zum Kirchspiel Niederurff gehören die Bad Zwestener Ortsteile Niederurff und Oberurff-Schiffelborn sowie der Jesberger Ortsteil Reptich.

Pfarrer Bernd-Peter Jensen startet Sabbatjahr

Die Auszeit vor dem Vorruhestand ist bereits das zweite Sabbatjahr von Jensen. 2010 legte er erstmals ein solches ein und reiste unter anderem drei Monate durch Südafrika, Botswana und Namibia. Die Entscheidung für eine weitere Auszeit traf er bereits vor einer Weile, denn ein Sabbatjahr muss einige Zeit im Voraus geplant werden. Drei Jahre lang verdiente der Pfarrer, der seine Stelle mit Vertretungen in anderen Kirchspielen zeitweise auf 100 Prozent aufstocken konnte, nur noch 75 Prozent seines eigentlichen Gehalts. Dafür bekommt er im Sabbatjahr ebenfalls noch 75 Prozent.

Mitte Juni steht jedoch erst mal der Umzug an. Für Jensen und seine Frau Dorothea geht es nach Norddeutschland, genauer gesagt nach Husum. „Ich komme gebürtig aus der Gegend“, sagt der 59-Jährige. Zusammen mit seiner Frau, die gelernte Buchhändlerin ist, hat er dort ein Haus gekauft, um künftig näher bei seiner 88-jährigen Mutter zu leben. Am 1. Juli beginnt dann sein Sabbatjahr.

Pfarrer Bernd-Peter Jensen: Nach Wollrode kam Niederurff

Bevor Jensen und seine Frau 2012 nach Niederurff kamen, lebten sie zehn Jahre in Guxhagen-Wollrode, wo er als Pfarrer arbeitete. In dieser Zeit machte Jensen auch sein erstes Sabbatjahr. Seine Frau habe damals in der Zeitung gelesen, dass die Pfarrstelle in Niederurff neu besetzt werden soll. „Die Lage im Grünen und am Bach hat uns gut gefallen“, erinnert sich Jensen an den ersten Besuch in Niederurff. Eingelebt hätten er und seine Frau sich rasch. Jensen machte gerne Luftaufnahmen von Niederurff und Umgebung. Diese verschenkte er zu besonderen Anlässen. Außerdem fahre er gerne Fahrrad. Auch Steigungen auf den Strecken nach Reptich oder Oberurff-Schiffelborn schreckten ihn nicht ab.

Jensen ist nach der Reformation der 23. Pfarrer im Kirchspiel Niederurff gewesen, das derzeit 700 Gemeindemitglieder zählt. Das seien wenige Menschen, weshalb die Pfarrstelle 2012 auf 75-Prozent reduziert wurde. Bis 1930 habe es sogar zwei Pfarrer gegeben. Jede der beiden Adelsfamilien von Urff und von Löwenstein hatte einen eigenen Geistlichen angestellt. Nach Jensen soll die Pfarrstelle nicht mehr besetzt werden. Das Kirchspiel Niederurff werde vorerst jedoch weiter bestehen. Wie es mit dem Pfarrhaus und dem angebauten Saal für Veranstaltungen der Kirchengemeinde weitergehe, stehe noch nicht fest.

Kirchspiel Niederurff

Dass die Pfarrstelle in Niederurff erhalten blieb, nachdem Pfarrer Manfred Weber 2009 nach 30 Jahren im Kirchspiel in Ruhestand ging, war laut Bernd-Peter Jensen dem Protest der Kirchenvorstände zu verdanken. Nach dem Weggang von Jensen übernimmt Pfarrer Frieder Seebaß aus Kleinenglis die Vakanzvertretung. Er ist Ansprechpartner und zuständig für rechtliche Entscheidungen. Die Gottesdienste im Kirchspiel werden jedoch vor allem die Prädikantin Ursula Pfeiffer und die Lektorin Sylvia Siebert übernehmen. Pfeiffer darf auch das Abendmahl austeilen und taufen. (ciz)

Obwohl er offiziell schon verabschiedet wurde, gestaltet Jensen am Sonntag, 29. Mai, zusammen mit den Jugendlichen, die im Juli konfirmiert werden, einen letzten Gottesdienst in Niederurff. Nicht nur die Menschen im Kirchspiel werden Jensen und seine Frau in Erinnerung behalten, sondern auch die Elsbeere im Garten des Pfarrhauses wird noch lange von ihrem Wirken zeugen. (Christina Zapf)

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