20 Jahre Alte Pfarrei Niederurff

Pollmächer holt die Kultur aufs Land

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Hier fühlt er sich wohl: Stefan Pollmächer hat die Alte Pfarrei in Niederurff saniert und als Kulturtreffpunkt in der Region etabliert. Foto: Laumann

Niederurff. In einer 200 Jahre alten Scheune in Niederurff hat die Kultur dank Dr. Stefan Pollmächer eine Heimat gefunden.

Dr. Stefan Pollmächer verlässt sich allein auf seinen Geschmack. In der Alten Pfarrei gibt es nur zu sehen und hören, was ihm gefällt. Was wahnsinnig egoistisch klingt, ist das Erfolgsrezept des Kulturtreffs. Die Besucher verlassen sich auf das Gespür des 57-Jährigen. Ganz nach dem Grundsatz: Wenn Pollmächer die Künstler nach Niederurff holt, wird es interessant. Da kann man sich drauf verlassen. Inzwischen seit 20 Jahren.

Das Gebäude ist in die Jahre gekommen, als Pollmächer es 1990 übernimmt. Es gibt keine Fenster, der Putz bröckelt von der Wand, Balken sind morsch. „Es war eine 200 Jahre alte Scheune, in der nichts passiert ist“, sagt der Mediziner, der aus einem maroden Bau einen gemütlichen Veranstaltungsort macht. Sein Idee: Er möchte die Kultur aufs Land holen. Die Menschen sollen für Konzerte, Kabarett und Co. nicht mehr in die Stadt müssen.

Zweifel gibt es von allen Seiten. Pollmächer räumt sie auf einen Schlag aus. Gleich die erste Ausstellung im September 1997 ist rappelvoll. „Für einen Neuling in der Organisation von Kulturveranstaltungen war das ein toller Start“, erinnert sich Pollmächer. Doch nicht alle Besucher interessieren sich für die Steinskulpturen aus Sardinien. Viele sind neugierig, was aus der alten Pfarrei geworden ist. Viele kennen sie noch aus dem Turnunterricht. Inzwischen bietet das Gebäude eine „gemütliche Atmosphäre“ und einem „persönlichen Rahmen“, wie der Niederurffer sagt.

Etwa 50 Zuhörer können bei Auftritten dabei sein und sind nah an den Künstlern und der Bühne. Der Charme der Alten Pfarrei hat sich rumgesprochen. So legen Musiker zwischen Auftritten in Köln und Berlin schon mal einen Stopp im Zwestener Ortsteil ein. Wer möchte, kann bei den Pollmächers übernachten, bekommt Familienanschluss. „Es haben sich viele gute Beziehungen entwickelt. Viele Künstler kommen gerne wieder“, beschreibt der 57-Jährige.

Für Pollmächer gibt’s auch nach 20 Jahren keine Routine. Jede Veranstaltung ist „eine Herzensangelegenheit“.

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