Nicht jedes Wespennest muss entfernt werden

Umsiedeln statt Töten: Schädlingsbekämpfer gibt Tipps zum Umgang mit Wespen

Schädlingsbekämpfer Björn Nöchel beim Entfernen eines Nestes auf einer Baustelle, allerdings hatte ein Arbeiter schon Bauschaum zur Hilfe genommen, entsprechend aggressiven Wespen.
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Schädlingsbekämpfer Björn Nöchel beim Entfernen eines Nestes auf einer Baustelle.

Viele Fans haben sie nicht: Wespen. Sie stören mit ihrer Präsenz beim Verzehr von Kuchen, beim Grillen oder weil sie unbedingt auch einen Schluck Apfelsaft haben wollen. Ein Schädlingsbekämpfer gibt Tipps.

  • Schädlingsbekämpfer gibt Tipps im Umgang mit Wespen
  • Das Töten eines Wespenvolkes sollte das letzte Mittel sein
  • Wer ein Wespennest am Haus oder im Garten hat, sollte sich an einen Fachmann wenden

Bad Zwesten - Wenn ihr Summen immer lauter wird, schlagen viele Menschen panisch um sich und versuchen mit wilden Gesten das ungeliebte, immer aggressiver werdende Insekt zu vertreiben. Diese Reaktionen sind meist mäßig von Erfolg gekrönt und so wird die Wespe als Feind ausgemacht.

Doch sind die kleinen Tierchen wirklich so schlimm? In einer Zeit, in der wir uns beklagen, dass es weniger Insekten gibt, überall in Nordhessen Blumenwiesen und Blühstreifen für Bienen und andere Insekten angelegt werden, bekämpfen wir die Wespen mit allem, was das Insektenvernichtungsarsenal hergibt. Besonders kreativ werden manche, wenn sie ein Wespennest am Haus oder auf dem Grundstück entdecken.

Tipps zum Umgang mit Wespen: Rat vom Fachmann holen

Der norhessische Schädlingsbekämpfer Björn Nöchel aus Bad Zwesten gibt Tipps zum richtigen Umgang mit Wespen. Er rät jedem, der ein Wespennest an seinem Haus oder im Garten entdeckt, sich Rat von einem Fachmann zu holen. Nicht jedes Wespennest muss zwangsläufig entfernt werden, so der Fachmann. Wespen seien vom Grundsatz her friedliche Tiere, wenn sie in Frieden gelassen werden.

Ein Nest am Giebel eines Hauses oder auf dem Dachboden kann durchaus eine Saison hängen, ohne dass weder Mensch noch Tier beeinträchtigt werden. Auch ein Nest mit Wespen in einem Baum im Garten kann man getrost hängen lassen, hier sollte man allerdings eventuell Hinweisschilder anbringen.

Anders sieht es Nöchel in Bereichen, die von Menschen stark frequentiert werden oder dort, wo sich Kinder aufhalten – beispielsweise auf Spielplätzen oder in Sandkästen. In Einzelfällen sei auch eine Umsiedlung der Wespen mit entsprechender Genehmigung möglich.

Tipps bei Wespen: „Ausräuchern ist keine Lösung“

Das Töten eines Wespenvolkes sollte das letzte Mittel sein, so Nöchel, der auch Mitglied im Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung ist. Auf keinen Fall sollten Hausbesitzer mit Hausmittel, wie Bauschaum oder Silikon den Tieren zu Leibe rücken.

Zum einen seien diese Versuche nicht wirklich erfolgreich und zum anderen bestehe die Gefahr, massiv von den Wespen gestochen zu werden. „Ausräuchern ist auch keine Lösung, übereifrige Hobby-Insektenbekämpfer haben so schon für den einen oder anderen Feuerwehreinsatz gesorgt“, sagt der Schädlingsbekämpfer.

Einen letzten Tipp gibt Nöchel noch mit auf den Weg: Sich an regionale Firmen zu wenden, bevor das böse Erwachen bei der Präsentation der Rechnung kommt. (Christian Rinnert)

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