Einnahmen brechen weg

Heilbäder und Kurorte fordern finanzielle Unterstützung

Bei herrlichem Wetter konnte ich vorgestern ein hübsches Foto von Zimmersrode mit weitem Blick über die Region Neuental bis nach Bad Zwesten fotografieren. jörg doeringer luftbild
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Ein Blick von Zimmersrorde bis zum Kurort Bad Zwesten: Heilbäder und Kurorte fordern eine finanzielle Unterstützung.

In schwerem Wasser segeln Hessens Heilbäder und Kurorte, seit die Coronakrise für massive Einnahmeverlust sorgt. Deshalb fordert der Hessische Heilbäderverband eine Unterstützung von mindestens 80 Prozent der entgangenen Einnahmen.

Nach Darstellung von Michael Köhler, Vorsitzender des Hessischen Heilbäderverbandes wurden Anfang März Hilfen auch für medizinische Rehabilitationen beschlossen. Laut Köhler sind die Hilfen unzureichend. „Wir halten eine Gleichstellung für die medizinische Reha der gesetzlichen Träger und der Krankenkassen für elementar.“

Während die gesetzlichen Reha-Träger Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent der durchschnittlichen monatlichen Zahlungen in den letzten zwölf Monaten erhielten, stünden den Krankenkassen Ausgleichszahlungen von 60 Prozent zu.

Diese Hilfe falle zu niedrig aus. Sie müsse bei 80 Prozent der entgangenen Einnahmen liegen. Die Heilbäder und Kurorte in Hessen trügen mit ihren Angeboten einen wesentlichen Teil der medizinischen Grundversorgung gerade in ländlichen Räumen.

Dazu kämen 40 000 Arbeitsplätze sowie eine branchenübergreifende Wirtschaftskraft mit über 2,2 Milliarden Euro in Hessen. „Sollten Reha-Kliniken durch die Folgen der Pandemie in Insolvenz geraten und keine kurtaxpflichtigen Übernachtungen mehr generieren können, hat das katastrophale Auswirkungen auf die Haushalte der Kurorte,“ kommentiert Köhler.

Den Rückgang an Einnahmen aus der Kurtaxe beziffert Köhler in Folge staatlicher Eingriffe jetzt schon auf über eine Millionen Euro. Mit Blick auf die aktuelle Lage würden die Probleme noch wachsen. Denn die Kapazitäten der Krankenhäuser würden voraussichtlich nicht ausreichen, um eine Versorgung der Patienten sicherzustellen. Deshalb sollen zukünftig Reha-Kliniken gleich den Krankenhäusern Betroffene aufnehmen. Gleichzeitig müsse die Versorgung von Kurzzeit-Reha-Patienten sichergestellt werden.

„Wir wollen die Aufgabe für Prävention und Rehabilitation im deutschen Gesundheitssystem erfüllen“, unterstreicht Köhler die Bedeutung des Kur- und Bäderwesens. Dafür benötigten die Partner schnelle Liquidität und die prädikatisierten Orte eine angemessene Erhöhung der Schlüsselzuweisungen.

Auch die Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbandes, Almut Boller, unterstrich die besondere Rolle der Kurorte und Heilbäder bei der Prävention und Rehabilitation. Es seien vor allem die Risikogruppen, die in den Orten Heilung suchen.

Heilbäder und Kurorte für die Gesundheit

Der Hessische Heilbäderverband ist die Interessenvertretung der 30 Heilbäder und Kurorte in Hessen. „Heilbad“ und „Kurort“ sind Prädikate, die eine hohe Qualität sowie eine wissenschaftlich fundierte medizinische Kompetenz in Verbindung mit natürlichen Heilmitteln sicherstellen. Nachhaltigkeit und der Schutz beziehungsweise die Pflege der Umwelt sowie der natürlichen Heilmittel sind daher von großer Bedeutung. Als regionale Versorgungszentren sichern sie die Grundversorgung an Gesundheitsangeboten in Hessen.

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