Jungen bereiteten sich ein Jahr vor

So strahlen Bundessieger: Schüler aus Bad Zwesten bei "Jugend musiziert" erfolgreich

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So sehen Gewinner aus: (von links) Paul Pollmächer, Mika Henke, Jona Pollmächer, Marc Vössing belegten unter Leitung von Lehrerin Anja Gerschwesky den zweiten Platz beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert.

Wer ein Instrument erlernt weiß, wie viel harte Arbeit dahinter steckt, bis es sich richtig gut anhört.

Vier Jungen aus Bad Zwesten waren beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" erfolgreich. Paul (18) und Jona (15) Pollmächer, Marc Vössing (16) und Mika Henke (13) können ein Lied davon singen, wie schwer es ist, ein Instrument zu lernen – oder besser gesagt: ein Lied davon spielen. Das Gitarren-Quartett aus Bad Zwesten hat beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ den 2. Platz erreicht – ein grandioser Erfolg.

Die deutschlandweit höchste Auszeichnung für Nachwuchsmusiker geht auf jahrelangen Unterricht und konzentriertes Üben unter den Fittichen von Lehrerin Anja Gerschewsky zurück. Sie unterrichtet seit über 30 Jahren klassische Gitarre an der Musikschule der Jugenddorf-Christophorus-Schule (CJD) Oberurff, doch selten ging ein Unterrichtsjahr für sie so erfolgreich zu Ende wie dieses. 

Gleich drei Ensembles hat die Musikpädagogin, die in Oberurff und Kassel unterrichtet, auf den Wettbewerb Jugend musiziert vorbereitet: Und alle drei sahnten Preise ab. Anlass genug für Anja Gerschwesky, jetzt in den Ferien eine eigene Gitarrenschule zu schreiben, ein Vorhaben, das ihr schon lange am Herzen liegt. Denn obwohl Paul und Jona Pollmächer aus Niederurff, Marc Vössing aus Oberurff und Mika Henke aus Bad Zwesten bereits als Fünf- und Sechsjährige die erste Gitarre zur Hand nahmen, spielen sie erst seit einem Jahr gemeinsam im Quartett.

Zuvor errang jeder Einzelne bereits mehrfache 1. Preise in Solo- und Ensemblewertungen. Dem 56. Bundeswettbewerb in Halle setzten sich die vier Jungs mit 23 von 25 zu erreichenden Punkten als 2. Bundessieger gegen mehr als zwei Dutzend weitere Ensembles in ihrer Altersklasse durch. Dem ging eine zehnmonatige intensive Übungsphase voraus, während der sie sich täglich trafen. Über den Regionalwettbewerb in Kassel und den Landesentscheid in Schlitz hatten sie sich für den Bundesentscheid qualifiziert.

Um daran teilnehmen zu können, ließ Paul Pollmächer sogar seine Klassenfahrt nach Kroatien erst mal sausen und flog dann mit einem Extra-Flug hinterher.

Dass die intensive Vorbereitungsphase den Schülern trotz aller Anstrengung auch Spaß gemacht hat, ist ihnen anzusehen. So viel Spaß, dass sie auch weiterhin als Quartett und im großen Ensemble La Manche spielen möchten.

„Es war eine richtig gute Teamarbeit“, sind sich die vier jungen Musiker und ihre Lehrerin einig. „Ihr spielt wie ein Organismus“, habe die Jury das harmonische Zusammenspiel gelobt, bei dem auch auf Ausdruck und Spieltechnik geachtet wurde.

Insgesamt hatte der Wettbewerb in diesem Jahr 16 400 Teilnehmer aller Altersgruppen und Instrumente, so Anja Gerschewsky, 2400 von ihnen qualifizierten sich für den Bundeswettbewerb. Voraussetzung war eine Auswahl von Stücken aus drei Epochen. Neben dem Valse von Fernando Sor spielten sie „Palladio“ von Karl Jenkins, „Primavera Portena“ von Astor Piazzolla sowie „Cuban landscape with rain“ von Leo Brouwer. „Begabung ist nur ein Faktor“, ist sich Anja Gerschewsky sicher. 

Viel hänge auch von der Unterstützung der Eltern ab – für zusätzliche Unterrichtsstunden oder ein neues, hochwertiges Instrument. Da könnten leicht 2000 oder 3000 Euro zusammen kommen. Doch dies sei gut angelegtes Geld: Die Schüler lernten, sich zu präsentieren, und das auf den Punkt genau.

Anja Gerschewsky erinnert sich: „Meine eigene Jugend-Musiziert-Prüfung damals war schwerer als das Abitur.“

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