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Sportcoaches in Bad Zwesten helfen Geflüchteten beim Ankommen

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Von: Christina Zapf

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Sind die Sportcoaches von Bad Zwesten: von links Dawit Abay und Wolfgang Friedrich. Sie stellen den Kontakt zwischen Vereinen und Geflüchteten her.
Sind die Sportcoaches von Bad Zwesten: von links Dawit Abay und Wolfgang Friedrich. Sie stellen den Kontakt zwischen Vereinen und Geflüchteten her. © Christina Zapf

Wolfgang Friedrich und Dawit Abay sind die Sportcoaches der Gemeinde Bad Zwesten. Finanziert wird das Projekt vom hessischen Förderprogramm „Sport integriert Hessen“.

Bad Zwesten – Wolfgang Friedrich und Dawit Abay sind die Sportcoaches der Gemeinde Bad Zwesten. „Wir sind die Vermittler“, sagt Friedrich. Ihre Aufgabe als Sportcoaches sei es, den Kontakt zwischen Geflüchteten und örtlichen Sportvereinen herzustellen. „Wir fragen, ob sie Interesse haben, und nehmen Kontakt mit den Vereinen auf“, sagt Friedrich.

„Alle sollen angesprochen werden, die gern Sport im Verein machen wollen und dabei Unterstützung brauchen“, sagt der 73-Jährige. Seit zwei Jahren sind Friedrich und Abay nun ein Team. Sie bilden ein Tandem, das sich gut ergänzt. Friedrich hat selbst lange beim TSV Urfftal Fußball gespielt, war Jugendtrainer. Er hat als ehemaliger Lehrer viel Lebenserfahrung und kann mit Menschen umgehen. Abay kam selbst 2016 aus Eritrea nach Bad Zwesten und kann sich gut in die Lage anderer Geflüchteter hineinversetzen.

Friedrich ist bereits seit drei Jahren Sportcoach in der Gemeinde. In dieser Funktion hat er in der Vergangenheit auch selbst eine Fußballgruppe für Geflüchtete geleitet, aus der einige Spieler in die Mannschaften der Spielgemeinschaft Bad Zwesten/Urfftal gewechselt sind – einer von ihnen ist Dawit Abay. Er spielt heute in der 2. Mannschaft der SG Bad Zwesten/Urfftal. Friedrich kann sich vorstellen, erneut eine solche, von Vereinen unabhängige Gruppe zu leiten. „Wer nicht gleich in einer Vereinsmannschaft spielen will, kann da erst mal anfangen“, sagt er.

Sportcoaches stellen die Verbindung zwischen Geflüchteten und Vereinen her

Um auf sich aufmerksam zu machen, haben die beiden Sportcoaches sich bei einem Treffen des Arbeitskreises „Willkommenskultur“ Geflüchteten aus der Ukraine vorgestellt. „Ein ukrainischer Flüchtling trainiert schon in der Jugend der SG Bad Zwesten/Urfftal“, sagt Friedrich. Er sei nicht der Einzige, der inzwischen in einen örtlichen Verein eingetreten ist, doch: „Es könnten noch mehr sein“, sagt Friedrich.

„Man ist aktiv, man lernt viele Leute kennen und hält sich körperlich fit“, ergänzt Abay. Auch die Gruppe Action Kids des TSV Urfftal 08 und der Kita Welt-Entdecker stehe allen Kindern schon ab dem Kindergartenalter offen. Sport ist ein wichtiger Baustein für eine gelungene Integration, da sind sich die beiden Sportcoaches einig. „Man nimmt Kontakt zu den Leuten auf. Das tut gut. Man fühlt sich, als wäre man angekommen“, spricht Abay aus eigner Erfahrung.

Das neue Integrationsprogramm soll Kommunen dabei unterstützen, für sozial Schwache und für Geflüchtete Sportangebote anzubieten. Die Verbindung zwischen diesen Menschen und den Vereinen stellen die Sportcoaches her. An einer Zusammenarbeit interessierte Vereine können sich mit ihren Ideen bei der Gemeinde Bad Zwesten melden. Aus dem hessischen Förderprogramm „Sport integriert Hessen“ stehen ihnen 6000 Euro für die Integrationsarbeit zur Verfügung.

Land unterstützt mit bis 40.000 Euro

Das von der Hessischen Landesregierung 2016 in Zusammenarbeit mit der Sportjugend Hessen gestartete Integrationsprogramm „Sport und Flüchtlinge“ wurde 2022 unter dem Titel „Sport integriert Hessen“ fortgeführt. Neben Geflüchteten können ab sofort auch Menschen mit Migrationshintergrund sowie sozial benachteiligte Personen vom Sportförderprogramm des Landes Hessen profitieren. Städte und Gemeinden können die Förderungen von bis zu 40 000 Euro beantragen. Insgesamt stehen 2,4 Millionen Euro für das Integrationsprogramm zur Verfügung. (ciz)

Einmal im Jahr nehmen Wolfgang Friedrich und Dawit Abay zusammen mit Sportcoaches aus anderen Kommunen an einer Fortbildung teil. „Das ist verpflichtend“, sagt Friedrich. Zuletzt fand diese in der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar, dem Gruppenhaus der Sportjugend Hessen, statt. (Christina Zapf)

Kontakt: Ansprechpartnerin für das Integrationsprogramm ist Selina Schäfer Tel. 0 56 26/99 93 21 oder E-Mail an Schaefer-S.Rathaus@badzwesten.de

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