Phänomene am Himmel

Sternwarte Bad Zwesten: Arthur Battenberg will Laien für Sterne begeistern

Arthur Battenberg am Teleskop: Es hat eine 14 Zoll Öffnung und einen Durchmesser von 40 Zentimeter. Die Brennweite beträgt vier Meter. Über einen Adapter kann es mit einer Kamera verbunden werden. Dann wirkt es wie ein großes Teleobjektiv und ermöglicht Besuchern ein Erinnerungsfoto.
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Arthur Battenberg am Teleskop: Es hat eine 14 Zoll Öffnung und einen Durchmesser von 40 Zentimeter. Die Brennweite beträgt vier Meter. Über einen Adapter kann es mit einer Kamera verbunden werden. Dann wirkt es wie ein großes Teleobjektiv und ermöglicht Besuchern ein Erinnerungsfoto.

Arthur Battenberg freut sich, wenn er von der Sternwarte in Bad Zwesten aus besondere Phänomene am Himmel sehen kann. Seit zwölf Jahren gibt der Amateurastronom sein Wissen weiter.

Bad Zwesten – Bei gutem Wetter fährt Arthur Battenberg einen Teil des drehbaren Kuppeldachs der Sternwarte auf der Hardtwaldklinik I in Bad Zwesten zurück und kann die Sterne durch das riesige Teleskop genau betrachten.

Am Abend des HNA-Besuchs ist Battenberg begeistert, wie die zwischen Mond und Sonne stehende Venus auch auf ihrer der Sonne abgewandten Seite beleuchtet wird, weil der Mond das Licht reflektiert. „Den Effekt hat man nur selten“, sagt er.

Sternschnuppen vor Weihnachten

Das Sternbild „Ursa Minor“, auch als „Kleiner Wagen“ bekannt, ist bis zum 26. Dezember scheinbare Quelle von Sternschnuppen. Am 22. Dezember erscheinen pro Stunde rund zehn sogenannte Ursiden am Himmel. Die tatsächliche Quelle für die kleinen außerirdischen Felsbrocken und Staubteilchen ist der Komet 8P/Tuttle. ciz

Die Entstehung der Sternwarte auf der Hardtwaldklinik I in Bad Zwesten

Die Sternwarte ist seit 1991 Teil der Hardtwaldklinik I in Bad Zwesten. Die Idee dazu hatte der Sohn des ehemaligen Verwaltungsleiters der Klinik, als er den Lehrer und Amateurastronom Lothar Scherp aus Wolfhagen besuchte. Von dessen eigener kleinen Sternwarte zu Hause wollten sie die Sterne betrachten. Der Vorschlag, eine Sternwarte über dem Treppenhaus der Klinik zu installieren, habe sich letztendlich gegen andere Überlegungen wie ein Panorama-Café, einen Konferenzraum und eine Aussichtsplattform mit Kuppel durchgesetzt, sagt Battenberg.

Die Baukosten übernahm die Klinik, ebenso die Anschaffung des Teleskops. Um die übrige Ausstattung der Sternwarte kümmerte sich Scherp. Seit zwölf Jahren teilt dieser sein Reich mit Battenberg. Der Schwalmstädter, der sich ebenfalls schon lange für Sterne interessierte, hörte von der Sternwarte in Bad Zwesten und kam als Gast vorbei. Als Scherp ankündigte, dass die nächsten Vorträge ausfallen müssten, da er auf Klassenfahrt gehe, bot Battenberg an, einzuspringen. Seither ist er Teil des Sternwarte-Teams.

Rundumsicht aus luftiger Höhe von der Sternwarte auf der Hardtwaldklinik I in Bad Zwesten

„Baulich ist sie eine der bemerkenswertesten Sternwarten“, sagt Battenberg. Die Hardtwaldklink I liegt auf einem Berg – das Treppenhaus, an dessen Ende sich die Sternwarte befindet, ist noch einmal 33 Meter hoch. Vorteile: eine tolle Rundumsicht und eine geringe lokale Lichtverschmutzung beispielsweise durch das Licht von Straßenlaternen. „Der Himmel wird noch so dunkel, dass wir die Milchstraße sehen können. Die Lage ist perfekt.“

Um nach oben zu gelangen, müssen zunächst neun Stockwerke mit dem Fahrstuhl überwunden werden, dann geht es über eine enge Wendeltreppe hinauf in den Kuppelraum. „Es handelt sich hier um eine Präsentationssternwarte ohne wissenschaftlichen Auftrag“, erklärt der 61-Jährige.

Es gehe also darum, die Wissenschaft und das Hobby Astronomie interessierten Menschen näher zu bringen. „Mich fasziniert die Himmelsmechanik, aber es macht mir auch großen Spaß, mein Wissen weiterzugeben“, sagt Battenberg. Er arbeitet als Erzieher in der Behindertenhilfe. Vielleicht auch wegen seines beruflichen Hintergrunds liegt ihm eine „Astronomie für jedermann“ am Herzen.

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Sternwarte Bad Zwesten: Komplexe Vorgänge werden in Vorträgen verständlich erklärt

Er versuche, die mitunter komplexen Vorgänge am Himmel stets möglichst so zu erklären, dass sie für die Laien, die seine Vorträge besuchen, verständlich sind. Battenberg veranschaulicht beispielsweise die Entfernungen der Planeten anhand von Modellen oder mithilfe des Mini-Planetariums. „Es freut mich, wenn die Leute staunen.“ Vielen Patienten habe der Besuch in der Sternwarte geholfen. „Sie finden hier Muse“, sagt Battenberg.

Früher hätten bis zu 50 Interessierte an den Vorträgen teilgenommen. Derzeit gelten in der Hardtwaldklinik I aufgrund der Corona-Pandemie strenge Besuchsregeln. Besucher haben momentan keinen Zugang zur Sternwarte. Nur Patienten dürfen in die Sternwarte. (Christina Zapf)

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