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Tschüss, Verpackungsmüll: Neuer Unverpackt-Laden in Niederurff

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Von: Christina Zapf

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Einkaufen mit Korb und mitgebrachten Behältern – ganz ohne Verpackungsmüll: Sascha Hünermann, Inhaber des Unverpackt-Ladens „Herr Krämer“ in Niederurff.
Einkaufen mit Korb und mitgebrachten Behältern – ganz ohne Verpackungsmüll: Sascha Hünermann, Inhaber des Unverpackt-Ladens „Herr Krämer“ in Niederurff. © Christina Zapf

Wer in neuen Unverpackt-Laden in Niederurff einkauft, muss eigene Behältnisse für Lebensmittel mitbringen. So wird Plastikmüll vermieden.

Niederurff – Kein Plastik, viel Nachhaltigkeit im Einkaufskorb: In Niederurff gibt es jetzt den ersten Unverpackt-Laden im Schwalm-Eder-Kreis, in dem jeder einkaufen kann. Denn: Es ist sonst üblich, eine Mitgliedschaft bei einem Verein oder einer Genossenschaft einzugehen, die die Geschäfte betreiben.

Inhaber des Geschäfts ist Sascha Hünermann. Die Inspiration zu „Herr Krämer“ – der Name ist angelehnt an frühere Krämerläden – holte er sich 2017 beim Schauen der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“. Dort verfolgte er den Auftritt von Milena Glimbovski, Gründerin des Start-ups „Original Unverpackt“ in Berlin-Kreuzberg mit. Nun konnte der 35-Jährige „sein Herzensprojekt“, wie er „Herr Krämer“ nennt, eröffnen.

Unverpackt-Laden in Niederurff befindet sich im Ratskeller

Der Unverpackt-Laden befindet sich im ehemaligen Saal des Ratskellers. Vor zehn Jahren zog Hünermann zusammen mit seinem Vater, der das Hotel und Restaurant kaufte, nach Niederurff. Den Saal, in dem sich jetzt sein Laden befindet, hat Hünermann innerhalb von drei Monaten für sein Projekt hergerichtet.

Leben müsse er vom Unverpackt-Laden nicht, da er hauptberuflich weiterhin als selbstständiger Web-Entwickler arbeite. Parallel dazu will der gebürtige Oldenburger jedoch nicht dauerhaft im Unverpackt-Laden stehen, sondern zwei Mitarbeiter einstellen, die sich um den Verkauf kümmern.

Kunden können unverpackte Lebensmittel und andere Produkte kaufen. Voraussetzung: Sie bringen saubere Behältnisse mit, die sie dann mit den Waren befüllen. Der Vorteil sei, dass sie so genau die Menge zum Beispiel an Gemüse, Müsli oder Mehl kaufen können, die sie tatsächlich benötigen.

Unverpackt-Laden in Niederurff beugt Lebensmittel-Verschwendung vor

Außerdem würde nicht nur Verpackungsmaterial vermieden, sondern zugleich auch der Verschwendung von Lebensmitteln vorgebeugt. 284 verschiedene Artikel umfasst das Sortiment von „Herr Krämer“ – unter anderem Obst, Gemüse, Säfte, Öle, Gewürze, Naturkosmetik, Kosmetikartikel und Reinigungsmittel. „Es läuft gut. Ich bin sehr begeistert“, sagt Hünermann. „Die Leute kommen auch von weiter her, zum Beispiel aus Braunau, Bad Wildungen und Fritzlar.“

Inwieweit Corona, der Ukraine-Krieg und die Inflation sich auf seinen Umsatz auswirken, sei für ihn schwer abzuschätzen. Da es „Herr Krämer“ erst seit Kurzem gibt. Hünermann kommt gerne mit seinen Kunden ins Gespräch. So erhalte er eine Rückmeldung und erfahre, welche Produkte sie sich noch wünschen.

Angeliefert werden die Lebensmittel in Plastik-Pfandeimern, die nach einer Reinigung wiederverwendet werden, in Gemüsekisten und in 25-Kilo-Papiersäcken. Da er seine Waren in Großgebinden kaufe, könne er in vielen Bereichen günstige Preise anbieten, so Hünermann.

Ab September sollen im Unverpackt-Laden in Niederurff neue Öffnungszeiten gelten

Zum September hin will er die Öffnungszeiten seines Ladens ändern. Zusätzlich werde er dann wohl auch mittwochs öffnen. Am Samstag hingegen wolle er die Öffnungszeit verkürzen, da vor allem am frühen Nachmittag nicht viel los sei.

Doch welche Produkte werden gekauft? „Obst und Gemüse verkaufen sich am besten“, sagt Hünermann. Aber auch Getreide und Nüsse seien gefragt. Bei seinen Produkten legt der 35-Jährige Wert auf Natürlichkeit. Sie enthalten weder Zusatz- noch Farbstoffe. Auch wurden sie nicht mit Pestiziden behandelt.

Einige Waren seien auch regional: Eier aus Niederurff und Kaffee aus der Kellerwälder Kaffeerösterei in Gilserberg und Bürsten von Hephata. Aktuell warte er noch auf die Zertifizierung, um die offenen Lebensmittel als Bio-Produkte verkaufen zu dürfen. (Christina Zapf)

Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag 12 bis 19 Uhr, Homepage: herr-kraemer-unverpackt.de

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