Neues Konzept in Bad Zwesten

Verein soll Dorfgemeinschaftshaus in Oberurff-Schiffelborn selbst verwalten

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Sie gehören zu den Bürgern, die das Dorfgemeinschaftshaus in Eigenregie führen möchten: Ortsvorsteher Eduard Dippel (links) und Hermann Häusling vom Ortsbeirat. 

Oberurff-Schiffelborn. Es gibt keinen Haken, es gibt kein Risiko. Bei diesem Plan kann Oberurff-Schiffelborn nur gewinnen. Davon ist Ortsvorsteher Eduard Dippel überzeugt. Der Bad Zwestener Ortsteil könnte sein Dorfgemeinschaftshaus ab Januar selbst verwalten.

Unterschrieben ist jedoch noch nichts, die Gespräche laufen.

Der Hintergrund

Die Gemeinde Bad Zwesten unterhält vier Dorfgemeinschaftshäuser (DGH): Betzigerode, Wenzigerode, Niederurff und Oberurff-Schiffelborn. Das kostet im Jahr 50 000 Euro. Das Problem: Alle Häuser werden laut Bürgermeister Michael Köhler nicht gut genutzt. Der Betrieb ließe sich theoretisch in zwei Häusern abwickeln. Aber jedes Dorf wolle natürlich sein DGH behalten. Es sei eben wichtig für Lebensqualität und Infrastruktur. Und so geht es in Bad Zwesten um die Frage, wie die Häuser finanziert und besser genutzt werden können. „Ziel ist es, für jeden Ort eine maßgeschneiderte Lösung zu finden“, erklärt Köhler. Es habe bereits Gespräche mit den Ortsbeiräten gegeben.

Das Haus

Am weitesten sind die Planungen im Ortsteil Oberurff-Schiffelborn. Die Dorfgemeinschaft will das DGH unbedingt halten. „Wir haben im Ort keine Gaststätte, keinen Saal“, verdeutlicht Dippel die Bedeutung des Treffpunktes für den Zwestener Ortsteil. Doch das Haus ist in die Jahre gekommen. Die Mauern sind kaputt, einige Küchenutensilien stammen noch aus den 1960er Jahren. „Wenn man es vermieten will, muss man auch etwas anbieten können“, sagt Dippel.

Der Verein

Viele Menschen aus dem Ort seien bereit, das Haus in Selbstverwaltung zu übernehmen. Heizung, Strom, Hofreinigung, Vermietung: Um all das würden sich die Menschen in Oberurff-Schiffelborn dann selbst kümmern. 15 Unterstützer hat Dippel. Sie wollen extra einen Verein für das DGH gründen. „Wir wollen etwas Neues versuchen“, sagt Dippel.

Der Vertrag

Für Rechtssicherheit soll ein Vertrag zwischen der Gemeinde und dem Verein sorgen. Auch wenn Köhler damit rechnet, dass mit der neuen Struktur weniger Kosten anfallen – ohne Verluste sei die Bewirtschaftung nicht möglich. Daher müsse es im Vertrag eine Klausel geben, wonach die Gemeinde Verluste übernimmt.

„Wir gehen finanziell kein Risiko ein“, betont Ortsvorsteher Dippel, der sich auf die Aufgabe freut. „Wir haben die Leute, jetzt brauchen wir nur noch einen Vertrag. Dann passt das.“

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