In Bad Zwesten

Viele wollen Flüchtlingen helfen: Pläne für Asylbewerber-Unterkunft vorgestellt

Großes Interesse: Etwa 130 Zuhörer waren am Donnerstagabend zur Bürgerversammlung in das Kurhaus Bad Zwesten gekommen. Foto: Eberlein

Bad Zwesten. Keine Angst, sondern Mut haben, auf die Menschen, die im Schwalm-Eder-Kreis Zuflucht suchen, zugehen und sie willkommen heißen: So lautete der Aufruf der Redner auf dem Podium bei einer Bürgerversammlung am Donnerstag im Kurhaus von Bad Zwesten.

Die Gemeinde informierte über das Vorhaben der Unterbringung von Asylsuchenden in der ehemaligen Pension „Sonnenschein“ in der Bachstraße 8. Das Haus wurde in 15 Appartements für ein bis zwei Personen und drei Wohnungen für Kleinfamilien umgebaut. 20 bis 25 Flüchtlinge werden ab Sommer dort Platz und einen neuen Ort zum Leben finden.

Die Versammlung diene nicht dazu, das Grundrecht auf Asyl in Frage zu stellen, betonte der Vorsitzende des Gemeindeparlaments, Manfred Paul. Bei der Veranstaltung sollten offene Fragen geklärt werden und davon gab es einige an dem Abend.

Nach den einleitenden Erklärungen durch Bürgermeister Michael Köhler und die beiden Vertreter der Kreisverwaltung, Nadine Bremer und Heidrun Hartwig, wurden die etwa 130 Bürger im Saal zu Wort gebeten.

Vor allem die Fragen nach der medizinischen Versorgung, den Angeboten im Bereich Deutschunterricht und die Möglichkeit zur Integration der Flüchtlinge, beschäftigten die Menschen. Nur wenige äußerten Bedenken, dass es aufgrund der Unterbringung von Asylsuchenden zu Problemen und Unruhe sowie einer größeren Zahl von Straftaten kommen könne. „Es gibt natürlich auch negative Stimmen im Vorfeld. Dafür habe ich Verständnis“, sagte Bürgermeister Köhler.

Trotzdem müsse man mit einer positiven Einstellung an das Thema herangehen. Seinem Eindruck nach sei das in Bad Zwesten zum größten Teil gegeben. Die Lösung, die man gefunden habe, nämlich die Flüchtlinge nicht in einer Gemeinschaftsunterkunft, sondern in einzelnen Wohnungen und Appartements unterzubringen, sei gut, und viele Menschen zeigten Interesse und Bereitschaft zu helfen.

Diese Einschätzung bestätigte sich am Donnerstagabend mehrmals. Ob noch Möbel, Geschirr oder Kleidung gebraucht würden, wollten einige wissen. Auch Fragen nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Arbeit mit den Asylsuchenden und nach Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten mit den Flüchtlingen wurden gestellt.

Genau diese Einstellung sei richtig, erklärte Heidrun Hartwig. Sie berichtete, dass es bisher im Kreis keine nennenswerten Probleme mit Asylbewerbern gegeben habe. Natürlich kämen immer wieder Missverständnisse auf, die zumeist auf mangelnder Kommunikation beruhten. Man müsse bedenken, dass Flüchtlinge aus anderen Kulturkreisen stammten und sich mit den hiesigen Gewohnheiten vertraut machen müssten.

Angst brauche keiner zu haben. Und wenn es doch zu Problemen kommen sollte, stünden Gemeinde und Kreisverwaltung mit Hilfe zur Seite.

Von Christl Eberlein

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.