Nur noch 4000 Rebhühner in Hessen

Zuhause für Rebhühner: Feldflurprojekt in Bad Zwesten bietet große Blühfläche

Hermann Häusling (von links), Andrea Imhäuser, Vera Grenner, Michael Köhler, Andreas Sandhäger, Oliver Conz und Martin Häusling stehen auf einer grünen Wiese.
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So sieht eine Blühfläche des Feldflurprojektes Bad Zwesten aus. An der Besichtigung nahmen von links Hermann Häusling, Andrea Imhäuser, Vera Grenner, Michael Köhler, Andreas Sandhäger, Oliver Conz und Martin Häusling teil.

Mit dem Feldflurprojekt Bad Zwesten soll die Wiederansiedelung von Rebhühnern im Schwalm-Eder-Kreis unterstützt werden. Diese Arbeit ist dringend notwendig: Nur noch 4000 Rebhühner leben in ganz Hessen.

„Heute gibt es allein in der Stadt Kassel mehr Waschbären als Rebhuhn-Brutpaare in ganz Hessen.“ Mit diesem Satz eröffnete Andrea Imhäuser vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) die Wanderung. 10.000 Waschbären leben allein in Kassel - ihm stehen 4000 Rebhühnr in ganz Hessen gegenüber.

Es findet seit 2018 im Gebiet der Gemeinde Bad Zwesten statt. Von Kerstenhausen bis Jesberg sind inzwischen vier Gemeinden involviert. Ein Projektziel ist die Vervierfachung des Rebhuhn-Bestandes: „Einzig sechs Reviere waren im Jahr 2017 die Ausgangslage“, sagt Imhäuser. Außerdem wollen die Projekt-Mitarbeiter die nachhaltige Verbesserung des Lebensraumes für Rebhühner gewährleisten. Diesem Ziel sind die Verantwortlichen schon näher gekommen.

Darüber hinaus einem weiteren Plan: Die Wiesenfläche ist seit Beginn des Projektes von 16 auf 30 Hektar angewachsen. „Auf einer Wiese 2015 hat alles begonnen.“ Landwirt Lukas Häusling, Sohn von Martin Häusling, sei bei Mäharbeiten auf ein Rebhuhngelege gestoßen. Die Henne war zu Tode gekommen, das Gelege war zu retten. Schnell wurde klar, es musste etwas passieren. „Viele engagierten sich zunächst ehrenamtlich“, sagt Bürgermeister Michael Köhler aus Bad Zwesten. Darunter ist Vera Grenner, die als „Mama Vera“ bekannt ist. Sie hat die Küken aufgepäppelt, sodass sie zurück zu den angelegten Blühflächen konnten.

Rebhuhn-Blühflächen sind laut Imhäuser keine „normalen“ Blühflächen: Sie bestehen aus einer besonderen Saatgutmischung und bieten Deckung und Nahrung auf kleinem Raum. Die Gemeinde Bad Zwesten und das LLH sind über die wachsende Dichte glücklich, wie ein Zwischenbericht verdeutlicht: Im Frühjahr 2019 konnten neun Reviere erfasst werden, im Sommer waren es 25 Paare mit etwa 200 Jungtieren und der Gesamtbestand heute umfasst 50 Paare.

Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. „Je mehr Rebhühner es gibt, desto besser ist es für andere Tierarten“, weiß Imhäuser. Landwirt und Mitglied des Europäischen Parlaments, Martin Häusling, ist froh über die Hilfe. Er nennt alle Helfer und Mitarbeiter des Projektes „kreative Köpfe“: „Die Mitarbeit der Landwirte, die Finanzierung durch die Gemeinde Bad Zwesten und Mama Vera, ohne die die Küken anfangs nie überlebt hätten.“

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