Kreissparkasse: Antrag der Linken abgelehnt

Bank-Erlöse gehen nicht an den Kreis

Schwalm-Eder. Die Kreissparkasse sollte künftig Teile ihrer Gewinne an den Landkreis ausschütten, forderten die Linken am Montag in der Kreistagssitzung in einem Antrag. Mit dieser Forderung blieben sie jedoch alleine. Alle anderen Fraktionen lehnten den Antrag ab.

Selbst der Präsident des Landesrechnungshofs, Walter Wallmann, habe kritisiert, dass die meisten Sparkassen nichts von ihren Erlösen abgäben, sagte Hans-Joachim Böhme-Gingold (Die Linke). Die Kreissparkasse Schwalm-Eder habe beispielsweise in 2014 einen Überschuss von zwei Millionen Euro erwirtschaftet.

Sprecher der anderen Fraktionen machten darauf aufmerksam, dass eine leistungsfähige Kreissparkasse nicht zuletzt für die heimische Wirtschaft wichtig sei, denn die Kreditvergabe hänge maßgeblich vom Eigenkapital ab.

„Wir würden uns einen Bärendienst erweisen“, meinte beispielsweise Achim Jäger (FWG). Bis 2019 müssten die Banken ihr Eigenkapital weiter erhöhen und das bei immer geringeren Zinseinnahmen, gab er zu bedenken.

„Die Banken stehen vor enormen Herausforderungen in dieser Niedrigzinsphase. Die Betriebsergebnisse werden weiter sinken, da wäre es der völlig falsche Weg, jetzt Gewinne abschöpfen zu wollen“, sagte Landrat Winfried Becker. Er erinnerte daran, dass die Kreissparkasse auch eine Stiftung unterhalte und zuletzt 430.000 Euro an Vereine und für Kulturangebote ausgeschüttet habe. Die Forderung der Linken sei nicht verboten, derzeit aber nicht legitim, fand Günter Rudolph. „Wir müssen allerdings erwarten dürfen, dass die Banken in der Fläche präsent bleiben“, fügte er hinzu. (hro)

Rubriklistenbild: © dpa

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