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Betrüger sind auf Ebay unterwegs: Im Landkreis wurden mehr Fälle von Internetkriminalität angezeigt

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Von: Daniel Seeger, Bastian Ludwig

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Wer die Links der Betrüger anklickt, landet auf diesen Seiten: Die Informationen sehen seriös aus, stammen aber nicht von Ebay-Kleinanzeigen.
Wer die Links der Betrüger anklickt, landet auf diesen Seiten: Die Informationen sehen seriös aus, stammen aber nicht von Ebay-Kleinanzeigen. © Privat

Viele Menschen, die Möbel, Klamotten oder Elektrogeräte verkaufen wollen, nutzen Ebay-Kleinanzeigen. Doch jetzt ist Vorsicht gefragt, denn auf dem Portal sind auch Betrüger unterwegs.

Schwalm-Eder – Auf dem beliebten Kleinanzeigenportal von Ebay tummeln sich seit wenigen Wochen Betrügerbanden. Ein Sprecher des Online-Marktplatzes bestätigt auf HNA-Anfrage, dass es jüngst einen starken Anstieg von Fällen gegeben habe. Beim Polizeipräsidium Nordhessen wurden zwar erst wenige Fälle in diesem Zusammenhang angezeigt, es wird aber von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.

Internetkriminalität als solche wurde im Schwalm-Eder-Kreis in den vergangenen Jahren deutlich häufiger zur Anzeige gebracht, was auch mit einem verstärkten Aufkommen während der Corona-Pandemie zu tun habe, so ein Sprecher der Polizei. Zum Vergleich: 2019 wurden 746 Fälle zur Anzeige gebracht, 2021 waren es 1281 Fälle.

Betrügereien im Zusammenhang mit Ebay kämen regelmäßig vor. Bei den Betrugsmaschen geben sich die Kriminellen gegenüber Verkäufern als Interessenten von Waren aus, die auf ebay-kleinanzeigen.de angeboten werden. Wenn Verkäufer auf dem Online-Marktplatz ihre Handynummer veröffentlicht hätten, erfolge die Kontaktaufnahme der Betrüger in der Regel darüber, so ein Unternehmenssprecher.

Auch im Schwalm-Eder-Kreis ist die Zahl der angezeigten Fälle von Internetkriminalität gestiegen

So würden die Kontrollmechanismen von Ebay umgangen. Meist via Whatsapp wird die Kaufabsicht bekundet. Über auf den ersten Blick seriös wirkende Links wird auf einen vermeintlichen Kurierservice und ein Treuhandkonto von Ebay verwiesen. Über diese erfolge die Bezahlung und Abholung der Ware. Die Verkäufer müssten lediglich ihre Bankdaten angeben für die Auszahlung. In einigen Fällen wird vorgegaukelt, sie müssten zudem für den Lieferservice in Vorleistung gehen. Das Geld stehe aber auf dem Treuhandkonto bereit und werde nach Versand der Ware ausgezahlt.

„Das alles wirkt authentisch. Selbst Menschen mit E-Commerce-Erfahrung sind darauf reingefallen. In einem Fall haben die Betrüger sogar die Depotbestände eines Nutzers abgeräumt“, so der Firmensprecher. Künftig warne das Unternehmen seine Nutzer davor, ihre Mobilnummern auf der Internetseite zu veröffentlichen.

Die Kommunikation solle nur über das Kontakt-Portal auf der Website erfolgen. „So haben wir die IP-Adressen der Nutzer und können zudem unseriöse Anbieter sperren.“ Und weiter: „Leider zeigen die wenigsten Betroffenen den Betrug an. Dabei wäre es wichtig für die Statistik. Dann wird die Politik nachjustieren. Die Ermittlungen im digitalen Raum sind noch längst nicht da, wo sie sein müssten.“ (Bastian Ludwig und Daniel Seeger)

Das sollten Verkäufer beachten

Ebay-Kleinanzeigen rät seinen Nutzern, auf die Angabe von Mobilnummern unter Artikeln zu verzichten. Über diesen Kontakt erfolge in der Regel die Kontaktaufnahme der Betrüger, die vorrangig aus Osteuropa und Afrika kämen. Betrug lasse sich an Details wie Rechtschreibfehlern oder seltsamen Webseitenadressen erkennen. Einen Kurier- und Lieferservice biete Ebay nicht an, dafür aber die Option „Sicher bezahlen“, die Nutzer aus Sicherheitsgründen stets wählen sollten. (bal)

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