Bildhauer Ubbo Enninga möchte seinen kompletten Nachlass in Fritzlar unterbringen

Eines seiner wichtigsten Werke: Das Bonifatius-Denkmal, das der Bildhauer Ubbo Enninga in Fritzlar schuf. Unser Foto zeigt die Skulptur bei einem Abend des Festivals Fritzlar vor dem Dom beim Kultursommer Nordhessen. Archivfoto: Zerhau

Fritzlar. Der Bildhauer Ubbo Enninga sorgt sich um seinen Nachlass. Hunderte Skulpturen, Skizzen und Gipsmodelle hat er in den vergangenen 45 Jahren geschaffen. Zwei bedeutende Werke stehen in Fritzlar: das Bonifatius-Denkmal ist auf dem Domplatz zu sehen, das Relief für die Vincentinerinnen im Hospital zum Heiligen Geist. Vielleicht kommen bald weitere Arbeiten hinzu. Der 61-Jährige würde seinen Nachlass gerne in Fritzlar aufbewahrt wissen.

„Ich möchte die Arbeiten nicht auf einem Schutthaufen sehen“, erklärt Enninga, warum er zu Lebzeiten alles regeln möchte. Auf der Suche nach einem geeigneten Ort sei er schnell auf die Dom- und Kaiserstadt gekommen. Fritzlar biete sich an. Er sein mit der Stadt durch die beiden Arbeiten eng verbunden. „Ich mag die Stadt außerordentlich“, sagt Enninga. Die mittelalterliche Altstadt sei besonders, der Dom ein Juwel.

Fritzlar sei für Enninga, der in Stuttgart, Berlin und Biedenkopf lebt, eine „echte Option“. Er kündigt an: „Wenn die Stadt sagt, sie kann sich das vorstellen, bin ich bereit.“ Es müsse nur ein adäquates Gebäude gefunden werden. Dabei müsse es sich nicht um einen Neubau handeln. Auch ein älteres Haus kann sich der Bildhauer als Domizil für seine Werke vorstellen.

Bei der Stadt hat Enninga seinen Plan bisher nicht vorgestellt. Bürgermeister Hartmut Spogat zeigte sich am Donnerstag der Idee gegenüber aufgeschlossen. „Das hört sich interessant an“, sagte er gegenüber der HNA. Bevor weiter geplant würde, müsse man sich jedoch einen Überblick über Art und Umfang des Nachlasses schaffen. Denkbar sei, einige Werke im Zuge einer Sonderausstellung im Museum des Hochzeitshauses zu zeigen.

Diesen Vorschlag macht auch Dr. Ulrich Skubella vom Geschichtsverein Fritzlar. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Objekte Enningas im Museum präsentiert werden können. Für den kompletten Nachlass sieht er dort jedoch keinen Platz. Unabhängig von der Entscheidung hat Enninga eine Überraschung. Für die Bonifatius-Skulptur hat der 61-Jährige damals drei Vorstudien erstellt. Enninga kann sich vorstellen, der Stadt die drei Köpfe zu überlassen.

Künstler stellt Bildband im Café Hahn vor

Bildhauer Ubbo Enninga hat seine Arbeiten in einem Bildband dokumentiert. Er stellt das Buch am Sonntag, 11. Dezember, ab 16 Uhr im Café Hahn am Marktplatz vor. Der Bildband ist an dem Tag für 50 Euro zu haben, später wird er 78 Euro kosten. Das Werk umfasst 750 Exemplare und ist in Deutsch und Englisch verfasst. Es umfasst 448 Seiten. Neben mehr als 600 Fotografien der Skulpturen und Zeichnungen gibt es erläuternde Texte und einen Katalog der Skulpturen der vergangenen 45 Jahre. Der Eintritt zur Buchpräsentation ist frei.

Von Anke Laumann

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