Impfungen gegen das Coronavirus

Bislang ohne Nebenwirkung: Seniorin aus dem Landkreis berichtet über ihre Corona-Impfung im Pflegeheim

Hannelore Deist in ihrem Zimmer in der Seniorenresidenz: Die 90-Jährige ist vergangenen Samstag gegen das Coronavirus geimpft worden.
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Hannelore Deist in ihrem Zimmer in der Seniorenresidenz: Die 90-Jährige ist vergangenen Samstag gegen das Coronavirus geimpft worden.

Hannelore Deist geht es gut. Die 90-Jährige ist eine von 95 Heimbewohnern der Seniorenresidenz in Schwalmstadt, die vergangenen Samstag gegen das Coronavirus geimpft wurde. Wir sprachen mit der Seniorin.

„Wissen Sie, das klingt jetzt so, als sei ich dazu engagiert worden, nur Positives zu sagen – aber es ist alles gut“, sagt die Seniorin. Hannelore Deist ist blind und starke Allergikerin. Sich nicht impfen zu lassen gegen das Coronavirus, das stand für sie nicht zur Debatte. Wir sprachen mit der Seniorin über den Vorgang der Impfung.

Hannelore Deist sei im Vorfeld über die Inhaltsstoffe der Impfung aufgeklärt worden, berichtet sie. Das geschah bereits einige Tage vor dem eigentlichen Impftermin. Auch über Ängste und ihre Vorerkrankungen sei gesprochen worden.

Da Hannelore Deist gegen verschiedene Arten von Lösungsmitteln und Medikamenten allergisch ist, gab es zunächst Grund zur Sorge, ob sie überhaupt geimpft werden kann. „Auch weil ich in meinem Leben schon oft in Kliniken gelandet bin, weil ich etwas nicht vertragen habe“, sagt sie. Bedenken habe es aber deswegen nun keine mehr gegeben, denn: „In dem Corona-Impfstoff ist an Lösungsmittel nur Natriumchlorid, also Kochsalzlösung, enthalten“, berichtet sie.

Einen Tag vor der Impfung sei den Bewohnern erklärt worden, dass sie sich am Samstagvormittag nichts vornehmen sollten, da das mobile Impfteam rund um Dr. Axel Figge ins Pflegeheim komme. Dann wurden die zu impfenden Bewohner nochmals auf Corona getestet, auch Fieber sei am Freitag sowie am Samstag gemessen worden. „Und am Samstagmittag ging es dann eigentlich relativ schnell“, berichtet sie. Kurz vor der Impfung fand noch ein Gespräch mit Dr. Axel Figge statt. Nacheinander seien die Bewohner aus ihren Zimmern ins Foyer zur Impfung gebracht worden. „Und zur Überwachung blieben wir etwa noch weitere 20 Minuten im Foyer“, berichtet Deist. Nach einer Stunde saß Hannelore Deist dann wieder in ihrem Sessel in ihrem Zimmer – von Nebenwirkungen habe sie nichts gespürt.

Seitdem sei regelmäßig der Gesundheitszustand der Geimpften durch das Pflegepersonal geprüft worden. Auch Dr. Axel Figge habe sich telefonisch mehrfach erkundigt, um zu erfahren, wie es den geimpften Bewohnern gehe.

„Ich habe nicht mitbekommen, dass jemand die Impfung nicht vertragen hat“, sagt Deist. Im Heim habe es auch Skeptiker gegeben, die sich zunächst nicht impfen lassen wollten. „Ich habe dann das Gespräch auf früherer Epidemien und Krankheiten gelenkt“, sagt Deist. Beispielsweise Kinderlähmung. „Damals sind die Kinder auch alle geimpft worden ohne, dass es Langzeitstudien gab“, sagt die Seniorin, die aus einem Ärztehaus stammt. „Mir hat mein Vater schon gesagt, dass solche Epidemien nur durch Herdenimmunität in den Griff zu bekommen sind. Impflücken bringen Gefahren mit sich“, da ist sich Deist sicher. Einige Bewohner hätten sich dann doch noch für eine Impfung entschieden.

Von Linett Hanert

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