Ermittlungen wegen des Vorwurfs des Distanzverlustes gegen Priester laufen noch

Bistum Fulda hält an Orden fest

Fritzlar. Die Ermittlungen der Kasseler Staatsanwaltschaft gegen einen Fritzlarer Priester des Prämonstratenser-Ordens laufen noch. „Wir treiben den Vorgang schnellstmöglich voran“, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Manfred Jung.

Seit Bekanntwerden der Vorwürfe seien keine weiteren Anschuldigungen oder Verdachtsmomente von strafrechtlichen Tatbeständen hinzugekommen.

Der Priester ist noch von all seinen seelsorgerischen Aufgaben entbunden. „Wir distanzieren uns aber keineswegs vom Orden der Prämonstratenser“, sagt Matthias Reger, Sprecher des Bistums Fulda. Das Bistum hat mit den Orden einen Gestellungsvertrag geschlossen. Das heißt, der Orden übernimmt Aufgaben wie die Seelsorge im Auftrag des Bistums in Fritzlar. „Der Orden wird auch weiterhin für uns in der Seelsorge tätig sein“, sagt Reger weiter. Der Verdacht richte sich lediglich gegen eine Person und nicht gegen den Orden.

Staatsanwaltschaft ermittelt

„Die Bewertung des Verdachts obliegt zu allererst der Staatsanwaltschaft“, sagt Reger. Bis zum Abschluss der Ermittlungen werde intern das weitere Vorgehen nicht entschieden.

Über den Priester hatten sich Eltern in einem Brief beim Bistum beschwert. Es gebe aber keine Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs“, betonte die Missbrauchsbeauftragte des Priorats, die Fritzlarer Rechtsanwältin Meike Schoeler. Die Eltern hatten sich in dem Brief beklagt, dass sich der Priester gegenüber Messdienern auffällig distanzlos verhalten habe. Er soll darauf bestanden haben, dass sie duschen, und er sei dabei gewesen, wenn sie nackt unter der Dusche standen. Die Missbrauchsbeauftragte Meike Schoeler sagte dazu in unserer Zeitung: „Diffuse Vorwürfe.“

Dem Opferschutz verpflichtet

Meike Schoeler war vorgeworfen worden, dass sie als möglicher Rechtsbeistand eines Beschuldigten nicht gleichzeitig Missbrauchsbeauftragte sein könne. Dazu äußerte sich das Bistum: „Schoeler ist als Missbrauchsbeauftrage nur dem Opferschutz verpflichtet. Sie ist kein Rechtsbeistand von Beschuldigten“, erklärte Bistums-Sprecher Reger. Es gebe diesbezüglich eindeutige Regeln. Es habe konstruktive Gespräche zwischen der Missbrauchsbeauftragten des Bistums, Anne Schmitz, und Meike Schoeler gegeben. Mit welchem Inhalt könne er nichts sagen.

Herr Conrad o.praem., Prior der Prämonstratenser in Fritzlar und Stadtpfarrer nimmt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Stellung. Es handele sich um ein laufendes Verfahren. „Unsere Missbrauchsbeauftragte hält engen Kontakt zur Missbrauchsbeauftragten des Bistums“, sagt Herr Conrad. (ddd)

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