Diskotheken-Streit vor Gericht: „Blut spritzte wie aus einer Fontäne“

Kassel/Schwalm-Eder. Der gemeinsame Besuch einer Kasseler Diskothek Mitte November 2013 endete für zwei befreundete Pärchen in einem lebensgefährlichen Horror-Szenario.

Erst wurde auf einen der beiden Männer mit einem Bierglas eingeschlagen. Der 30-Jährige konnte den Schlag noch abwehren, das Glas zerbrach, er trug eine blutende Schnittverletzung an Hand und Handgelenk davon.

Dann ereilte das Unheil seinen Bekannten. Denn kurze Zeit später soll der Tatverdächtige auch den 29-Jährigen aus Kassel von hinten angesprungen und ihm das abgebrochene Glas in die rechte Halsseite gestochen haben. „Ich habe mir an den Hals gefasst, dann ist schon eine Blutfontäne gespritzt“, schilderte das Opfer, das als Nebenkläger auftritt, vor dem Kasseler Amtsgericht.

Ängste, ihr Ehemann könne wegen der stark blutenden Verletzung noch in der Diskothek sterben, schilderte seine 24-jährige Ehefrau als Zeugin, die den Tathergang beobachtet hatte.

Als derjenige, der für die gefährliche Körperverletzung und die Sterbensängste verantwortlich sein soll, saß ein 27 Jahre alter Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis auf der Anklagebank. Offen schilderte er dem Gericht, dass er seit seinem 16. Lebensjahr an einer psychischen Erkrankung mit Angststörungen leide.

Zwischenzeitlich habe er exzessiv getrunken, vor sechs Jahren eine Alkohol-Entziehungskur hinter sich gebracht und sei drei Jahre trocken gewesen. Am fraglichen Abend habe er bei einer Familienfeier wieder Alkohol konsumiert. Zu fünft sei man zu späterer Stunde in die Kasseler Diskothek gefahren.

Von Sekt und zwei Weizenbieren wisse er noch, „dann setzt meine Erinnerung aus“. Sein Filmriss habe bis zu dem Zeitpunkt gedauert, als ihn das Security-Personal festhielt.

Schon vor den Vorfällen mit dem Bierglas war der Angeklagte als aggressiv aufgefallen. Der Gastronomieleiter der Diskothek berichtete von zwei „aggressiven Männern und einer Frau dazwischen“, die er von der Theke aus gesehen habe. Die Freundin des ersten Opfers erinnerte sich: „Ich habe gesehen, wie derjenige, der jetzt angeklagt ist, mit wütendem Blick vor meinem Freund stand.“

Die Verhandlung wurde unterbrochen. Ein Fortsetzungstermin findet nächste Woche statt. (ptr)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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