Baustart im Engelhardtschen Hof  in Borken

Abriss ist Startschuss für Wohnungsbau 

Haus weicht einem Parkplatz: Das Fachwerkgebäude in der Borkener Bahnhofstraße 44 wird abgerissen. Dort sollen Parkplätze für die Mieter der Wohnungen entstehen, die ein Investor im Engelhardtschen Hof baut. Foto: Claudia Brandau

 Borken – Das Thema Innenstadtentwicklung wird die Stadt Borken in den nächsten Jahren beschäftigen. Der Startschuss soll in den kommenden Wochen fallen, dann wird das leer stehende Fachwerkgebäude in der Bahnhofstraße 44 abgerissen.

Das sei das Signal dafür, dass der Investor, der im vorigen Jahr das Dachgeschoss des Engelhardtschen Hofs gekauft hat, nun mit dem Ausbau und mit dem Schaffen von Wohnraum beginnen werde, sagte Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm.

Bislang hätten nicht alle Baugenehmigungen vorgelegen, es habe an den Auflagen des Brandschutzes gelegen, dass die Arbeiten noch nicht aufgenommen worden seien.

Der Abriss des alten Hauses nun stelle ein sichtbares Zeichen dar, dass sich die Dinge bewegten. Anstelle des Fachwerkhauses soll erst eine Freifläche zum lagern von Materialien entstehen, später sollen dort die Mieter der Wohnungen im Engelhardtschen Hof ihre Autos parken können. Diese Wohnungen unterm Dach – acht bis zehn sind geplant – sollen mit einem Lift versehen und damit barrierefrei sein.

Bürgermeister Pritsch-Rehm zeigte sich im Gespräch mit der HNA erfreut über die neuen, zentral gelegenen und noch dazu seniorengerechten Wohnungen in der Stadtmitte.

Generell, sagt er, müsse sich die Stadt Gedanken um die Innenstadtentwicklung machen. Neue Häuser könnten an der alten Minigolfanlage unterhalb des Wasserturms entstehen: „Wir müssen schauen, dass wir das Stadtgebiet besiedeln und nicht immer weiter an den Rändern ausfransen.“

Deshalb gelte es, Leerstände zu ermitteln, ein Kataster zu erstellen und mit den Eigentümern ungenutzter Häuser zu sprechen. Aufgabe der Stadt sei es, ihnen die Möglichkeiten aufzuzeigen, die Förderprogramme, Denkmalschutzpflege und Bebauungsplan bieten und lassen. „Die Stadt muss potenziellen Investoren intensiv und beratend zur Seite stehen“, sagt Pritsch-Rehm: „Wir wollen und müssen vermeiden, dass die Innenstadt und die Ortskerne weiter ausbluten.“ Das könne man vermeiden, indem bauwilligen Familien attraktive Gebäude zur Verfügung gestellt würden – samt Stellfläche vor und einer Terrasse oder Balkon hinterm Haus.

Solche Wohnungen zu schaffen sei Sache von privaten Investoren, das könne die Stadt nicht aus eigenen finanziellen Mitteln schultern, sagt Pritsch-Rehm. Von einer intensiven Zusammenarbeit könnten Eigentümer, Investoren und die Stadt gleichermaßen profitieren: Die einen, weil sie kostenintensiven Leerstand verkaufen oder modernisieren könnten, die anderen, weil sie Wohnraum schaffen und vermieten könnten und die Stadt Borken, weil deren Mitte belebt und neu gestaltet würde. „Zudem würde ein Zuzug auch die Geschäfte und Läden beleben“, sagt der Bürgermeister.

Das Ziel sei klar: Die Stadt wolle Impulse geben, Eigentümer mit ins Boot zu holen. „Wir stehen alle in der Verantwortung“, sagt Prisch-Rehm. „Das gilt nicht nur die Stadt Borken, sondern für jeden, der mithelfen könnte, den Leerstand – ganz gleich wo – zu beseitigen.“

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