Rettungswege von Fahrzeugen blockiert

Ansturm auf Badeseen: Verkehrschaos am Singliser See

Zahlreiche Menschen stehen und laufen am Sandstrand, während andere im See Baden. Die Liegeflächen sind voll von bunten Sonnenschirmen.
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Willkommene Abkühlung: Bei Temperaturen über 30 Grad suchten am Wochenende wieder Tausende Menschen die Badeseen im Landkreis auf. Unser Foto zeigt die Badesituation am Samstag an der Stockelache.

Das Super-Sommer-Wetter mit Temperaturen von mehr als 30 Grad hat am Wochenende wieder Tausende Menschen an die Seen gelockt – mitunter zu viele Besucher.

Schwalm-Eder - Für die Stockelache waren am Samstag und Sonntag bereits um die Mittagszeit laut Mitteilung der Stadt keine Online-Tickets mehr verfügbar, am Singliser See waren die Parkmöglichkeiten schnell erschöpft. In den Borkener Stadtteilen sorgte das für Verkehrschaos. Polizei, Besucher wie Anwohner berichten von zugeparkten Rettungswegen.

Die Stadt Borken will hart gegen Falschparker durchgreifen, berichtet Bürgermeister Marcel Pritsch. Wer falsch parkt, wird verwarnt, wer Rettungswege blockiert, wird abgeschleppt. Das hatte die Stadt bereits am Wochenende so durchgesetzt. Laut Pressesprecherin Susanne Norwig stand am Singliser See das ganze Wochenende ein Abschleppdienst parat.

Bis zu 2000 Menschen dürfen sich derzeit gleichzeitig an der Stockelache aufhalten, sind dort alle Tickets verkauft, wird der Einlass gestoppt. Auch das sorgte das zweite Wochenende in Folge dafür, dass Menschen an den Singliser See fuhren. Die Fläche dort ist nicht eingezäunt, eine Kontrolle der Gästezahlen kaum möglich. Zum Leidwesen vieler Anwohner. „Die Parkplatz-Situation war grenzwertig“, gibt Norwig zu. Laut Bürgermeister Pritsch seien am Wochenende bereits Straßen abgesperrt worden, um wildes Parken zu verhindern. „Dass die Menschen sich rücksichtslos darüber hinwegsetzen, ist eine Frechheit“, sagt er. Den Singliser See zu sperren, sei keine Alternative. Laut Norwig sind 500 bis 600 Bußgeldverfahren wegen Falschparkens aufgenommen worden, 25 Fahrzeuge wurden abgeschleppt.

Während die Besucherzahlen an den Borkener Seen in die Tausende gingen, war die Lage am Neuenhainer See bei Neuental dank elektronischem Zähler unter Kontrolle, so Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm. Auch am Frielendorfer Silbersee blieb es laut Bürgermeister Thorsten Vaupel ruhig, obwohl auch dort mehr los war, als an den vergangenen Wochenenden. Die Strandaufsicht habe alles im Griff gehabt.

Bürgermeister appelliert an Vernunft

Die Stadt Borken will jetzt konsequent gegen Falschparker durchgreifen und appelliert an die Vernunft der Badegäste. Denn den Menschen, die sich an die Abstandsregelungen halten, will Bürgermeister Marcel Pritsch nicht die Möglichkeit nehmen, baden zu gehen.

Neun Stunden täglich waren sechs Mitarbeiter der Stadt sowie sechs Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma an den Seen in Borken unterwegs, um das Einhalten von Abstandsregeln, Hygienevorgaben und die Parkflächen zu kontrollieren, berichtet Susanne Norwig, Pressesprecherin der Stadt Borken.

Volle Parkflächen waren am Wochenende auch am Gombether See zu sehen.

Den See, der nicht eingezäunt ist und kontrolliert wird, zu sperren, kommt für die Stadt nicht in Frage. Es habe bereits Überlegungen gegeben, die zugelassene Gästezahl an der Stockelache aufzustocken, „um die Lage in Singlis zu entspannen“, sagt Norwig. 2000 Menschen dürfen sich an der Stockelache gleichzeitig aufhalten. „Die Zahl ist gering gehalten.“ Die Stadt könnte nach Aussage Norwigs mehr Menschen auf das Areal lassen. „Aber dann wird es an der Stockelache wieder enger.“

Bürgermeister Pritsch appelliert an die Badegäste, Eigenverantwortlichkeit zu zeigen. Es gebe offizielle Parkplätze. Seien die voll, müsse sich niemand mehr an einen vollen See setzen. „Ich will Menschen wegen des Fehlverhaltens einiger weniger nicht bestrafen“, sagt er auf die Frage einer möglichen Sperrung. Das Ordnungsamt tue alles, um die Möglichkeit zu erhalten, baden zu gehen.

Nun gehe es darum, die verbliebenen warmen Wochenenden „über die Bühne zu bekommen.“ Das heißt: Die Stadt wird auch am kommenden Wochenende kontrollieren, ob sich alle Besucher an die Vorgaben halten – und im Ernstfall abschleppen. Weiterhin soll wie bisher auf der Facebook-Seite der Stadt sowie in den Medien informiert werden, sollte die Obergrenze an Besuchern erreicht sein. „Wenn der See keine Menschen mehr verträgt, werden wir die Besucher wieder wegschicken“, so der Bürgermeister.

Menschen drängten sich auch am Neuenhainer See bei Neuental

Auch an den Neuenhainer See drängten die Menschen am Samstag. Nach wie vor ist die Zahl der Badegäste dort laut Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm auf 600 begrenzt. Ein elektronischer Zähler informiert das Personal, wenn die Obergrenze näher rückt. Auch auf der Homepage der Gemeinde wird die Zahl der Badegäste angegeben. „Am Sonntag waren wegen angekündigter Gewitter nicht so viele Badegäste am See“, sagt Rottwilm.

Obwohl mitunter ein Einlassstopp verhängt wurde, ist der Bürgermeister optimistisch: „Wir sind guter Dinge, dass es den Rest des Sommers weiterhin funktioniert.“

Nachdem mehr Schilder mit Verweis auf Corona-Regeln aufgestellt und in einigen Bereichen Bodenmarkierungen aufgeklebt wurden, um die Besucher auf die Abstandsregeln hinzuweisen, wurden an Kiosk und Kasse Plexiglasscheiben angebracht. Die Campingplätze seien auch in der letzten Ferienwoche ausgebucht. Am Zimmersröder See schaue der Besitzer regelmäßig nach Wildschwimmern.

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