Im Kirchenkreis Fritzlar-Homberg muss gespart werden

Sie diskutierten bei der Kreissynode: Von links der stellvertretende Präses Pfarrer Peter Waterkamp, Maike Schoeler, Ingrid Gerlach (alle vom Kirchenkreisvorstand), Pfarrer Wolfgang Kallies vom Landeskirchenamt Kassel, Dekanin Sabine Tümmler und Präses Hartmut Paul. Foto: privat

Borken. Bis zum Jahr 2026, also in zehn Jahren, soll im Bereich der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen und Waldeck, zu der auch der Kirchenkreis Fritzlar-Homberg gehört, 25 Prozent der Haushaltsmittel eingespart werden.

Was das für Auswirkungen vor Ort haben kann, war Thema der Kreissynode, die unter Leitung von Präses Hartmut Paul und Dekanin Sabine Tümmler in Borken tagte. 

Pfarrer Wolfgang Kallies aus Kassel berichtete über den Strukturprozess der Landeskirche. Die Landessynode hatte dazu auf ihrer Herbstsynode 183 Beschlüsse gefasst und sich darin als Zielvorgabe gegeben, bis 2026 ein Viertel gegenüber dem Jahr 2009 einzusparen. Das ist ein Volumen von etwa 50 Mio. Euro.

Die Einsparungen betreffen in erster Linie das Personal. So soll es 2026 noch mindestens 400 Gemeindepfarrstellen und 150 Funktionspfarrstellen geben. Außerdem sollen die Pfarrstellen ab 2018 in so genannten Pfarrstellenpools durch die Kirchenkreise verteilt werden.

Ein großes Problem sieht Kallies im fehlenden Theologennachwuchs. Die Landessynode hat Stipendien für Theologiestudierende beschlossen.

Aber nicht nur theologisches Personal soll eingespart werden, sondern auch 25 Prozent des Verwaltungspersonals. Bisher gibt es 11.000 Mitarbeitende in der kirchlichen Verwaltung.

Neben der Personaldebatte berichtete Kallies über eine weitere einschneidende Veränderung, die die kirchlichen Gebäude betreffen wird. Den Kirchen vor Ort soll weiterhin Priorität eingeräumt werden. Dabei werden diese aber in drei Kategorien unterteilt: in Regional-, Lokal- und Okkasionalkirchen. Je nach Bedeutung und Nutzungsweise werden die Kirchen in Zukunft entsprechend finanziell ausgestattet werden. „Die meisten Ampeln“, so Kallies, „stehen momentan auf gelb.“

Die Synode verhandelte dann den Doppelhaushalt 2016/17, der für beide Jahre einen Überschuss aufweist, aber dennoch durch die defizitäre Lage des Kirchenkreisamtes belastet ist.

Die Kreissynode würdigte, dass in der Jugendarbeit die Fusion sowohl inhaltlich als auch finanziell gelungen ist. Alle 5,5 Jugendarbeiterstellen befinden sich mittlerweile in der Trägerschaft des Kirchenkreises. Der Jugendausschuss hat dazu ein Konzept erarbeitet, das demnächst vorgestellt werden wird.

Laut Dekanin Tümmler gehörten Ende 2015 dem Kirchenkreis 55.950 Mitglieder an, was einen Rückgang von 650 bedeutet.

Pfarrerin Margarete Deist aus Metze wurde als drittes geistliches Mitglied in den Kirchenkreisvorstand gewählt, ihre Vertreterin ist Pfarrerin Sabine Koch aus Hebel. In den Dekansfindungsausschuss wurde Pfarrer Frieder Seebaß aus Kleinenglis gewählt.

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