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Der Autodienst Kleinenglis feiert seinen 50. Geburtstag

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Von: Claudia Brandau

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Ein gutes Team: von links Lars Malkus, Kai Rudolph, Rita und Carmelo Scappatura vor dem Autodienst Kleinenglis, der am Samstag, 1. Oktober, seinen 50. Geburtstag feiert.
Ein gutes Team: von links Lars Malkus, Kai Rudolph, Rita und Carmelo Scappatura vor dem Autodienst Kleinenglis, der am Samstag, 1. Oktober, seinen 50. Geburtstag feiert. © Claudia Brandau

Als Carmelo Scappatura 1963 aus Kalabrien nach Borken kam, war für den gelernten Autoschlosser völlig klar, was er wollte: eine eigene Werkstatt.

Kleinenglis – Als der damals 23-Jährige dann erfuhr, dass in Kleinenglis Räume frei würden, zögerte er nicht und nahm sie. „Ich habe mit einem Wagenheber angefangen“, sagt Carmelo Scappatura heute und lacht.

Aus dem einst winzigen Betrieb wurde schnell ein größerer, den er zusammen mit Ludwig Apel aus Caßdorf führte, bevor Scappatura 1972 den Autodienst Kleinenglis gründete: Jenes Unternehmen, das am Samstag, 1. Oktober, seinen 50. Geburtstag feiert. In dessen Mittelpunkt steht die Automarke, hinter der der 80-Jährige sein ganzes Leben steht: Fiat, was sonst?

50. Geburtstag: Ehepaar arbeitet gemeinsam in Werkstatt

Längst hat sich der Autodienst Kleinenglis mit Verkauf, Reparatur und Service rund um Transporter und Pkw einen Namen gemacht, der weit über die Region hinaus bekannt ist. Vor allem auch bei Wohnmobilisten im ganzen Land. „Viele machen auf dem Weg in den Urlaub hier in der Mitte Deutschlands einen Stop und lassen ihre Fahrzeuge überholen, bevor sie dann weiter reisen“, sagt Rita Scappatura.

Zusammen mit ihrem Mann führt sie den Betrieb, große Unterstützung erfahren die Scappaturas von Lars Malkus aus Mardorf und Kai Rudolph aus Homberg.

Fiatfreund: Carmelo Scappatura (rechts) und ein Mitarbeiter 1990 vor einem Fiat Panda.
Fiatfreund: Carmelo Scappatura (rechts) und ein Mitarbeiter 1990 vor einem Fiat Panda. © Autodienst Kleinenglis

In der Werkstatt arbeitet Carmelo Scappatura schon lange nicht mehr, den Job übernehmen längst andere. Doch damals, als er seinem Vater, der als „Gastarbeiter“ in Borken Arbeit gefunden hatte, von Süditalien nach Nordhessen folgte, war das Schrauben an Fiats selbstverständlich, schon in Italien hatte er sie repariert. „Die Kunden merken, für welche Marke mein Herz schlägt“, sagt Scappatura und lacht.

Fast 60 Jahre, drei Kinder, unendlich viele Geschichten und Begegnungen

Sein Herz schlägt aber nicht nur für sein Heimatland, sondern vor allem für seine Frau. Rita Scappatura war 15, als sie auf einer Verlobungsfeier Carmelo Scappatura kennenlernte – und die beiden sich verliebten. Fast 60 Jahre, drei Kinder, unendlich viele Geschichten und Begegnungen und ein großes Firmenjubiläum später steht sie noch immer zusammen mit ihrem Mann mitten im Leben und im Betrieb.

„Es waren tolle Zeiten“, erzählen die beiden von einem Arbeitsleben, das auch Raum und Zeit ließ für Familie, Freunde, Feste, Feiern, Partys, Ausstellungen. „Früher haben wir große Frühlings- und Herbstfeste gefeiert, mit

Kapellen, dem ganzen Dorf und allem Drum und Dran“, sagt Rita Scappatura. Für den morgigen 1. Oktober laden sie Bekannte und Kunden eher zu einem Espresso und Aperitivo ein: „Diese Zeiten und die Gesamtsituation lassen einfach keine große Feier zu“, sagen die beiden.

Das Gründerpaar in Kleinenglis beschäftigt E-Mobilität

Scappaturas haben in all den Jahrzehnten viele Umwälzungen erlebt. Der wohl größte Umbruch steht in den kommenden Jahren an: Die Frage, wann die Verbrennermotoren auslaufen und durch E-Mobilität ersetzt werden, beschäftigt das Gründerpaar.

Was wünschen sie sich zum 50. Betriebsjubiläum? „Frieden“, sagt Carmelo Scappatura. „Der Rest ergibt sich von alleine“, ergänzt seine Frau. Um dann ihren Wunsch doch noch schnell zu ergänzen: „Wir wünschen uns, dass der Betrieb weitergeht, dass der Fachkräftemangel endet.“

Scappaturas haben gute Aussichten, dass das Unternehmen weiter Bestand haben wird: Die Mitarbeiter Lars Malkus und Kai Rudolph sorgen dafür, dass der Autodienst Kleinenglis das bleibt, was er ist: Ein Betrieb, dessen Herz seine Kunden und für Fiat schlägt. (Claudia Brandau)

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