Stadt kann Mehrkosten nicht allein tragen

Badevergnügen wird teurer: Borken erhöht Eintritt an Seen

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Das Baden an den Borkener Seen wird teurer: Ab Juli kostet der Eintritt zur Stockelache vier Euro.

Die Coronakrise bringt neue Bedingungen fürs Borkener Seenland mit sich: Die Preise fürs Tagesticket an der Stockelache werden ab Mitte Juli um einen Euro von drei auf dann vier Euro steigen.

Das beschloss das Parlament am Donnerstag einstimmig. Auch die Parkgebühren am Singliser See sollen um einen Euro je zeitlicher Einheit steigen – allerdings dauert es noch, bis die drei Parkautomaten auf die neuen Beträge umgestellt werden können.

Die Pandemie habe viele ungeplante Mehrkosten für den Badebetrieb mit sich gebracht, sagte Bürgermeister Marcel Pritsch. Hygienevorschriften, Einlasskontrollen, und mehr Sicherheitsbedingungen verlangten deutlich mehr Personal und Finanzen – und das bei deutlich weniger Besuchern. Die Obergrenze der Badegäste liegt bei 2000 Personen, Ein- und Ausgänge sind getrennt, ein neues Online-Kassensystem installiert. Die Onlinetickets verhindern, dass es am Kassenhäuschen zu langen Warteschlangen kommt – und auch, dass Besucher in Kassel oder Marburg losfahren und erst am Einlass erfahren, dass das Kontingent bereits ausgeschöpft ist und sie umkehren müssen. Alte Eintrittskarten und Gutscheine werden in dieser Saison nicht akzeptiert, behalten aber ihre Gültigkeit, hieß es.

„Wir wollen nicht die Naherholung von tausenden gefährden“, sagte Lars Bax (FWG). Die Stadt könne aber die Mehrkosten in Höhe von 58 000 Euro nicht allein tragen, sondern müsse sie umlegen. Der zusätzliche „Coronaeuro“ sei nötig und sinnvoll – auch in Singlis. „Damit können wir Kosten decken. Ob aber alle, das wissen wir nicht.“

Mehr Kontrollen, mehr Auflagen, mehr Aufsichtspersonen – all diese Verordnungen rechtfertigten die Gebührenerhöhung, sagte Sonja Lehmann (SPD). Auch dass die Besucherzahl reduziert wurde, sei richtig. An der Stockelache seien auch schon an einem einzigen Wochenende 16 000 Menschen gezählt worden: „Die meisten mit Fremdkennzeichen.“ Lehmann übte aber gleichzeitig Kritik. Die Vorbereitungen zur Saisoneröffnung hätten deutlich schneller gehen können. „Wir wussten ja nicht erst seit gestern, das eine Öffnung des Badesees möglich ist.“ Lehmann appellierte aber auch an die Eigenverantwortung der Besucher, ihren Müll umweltgerecht und in bereitgestellten Tonnen zu entsorgen.

Die CDU befürworte den eingeschlagenen Weg. Die Stadt habe einen Zeithorizont von zwei Wochen gehabt, um die vielen Vorgaben umzusetzen und das Onlinebuchungssystem an den Start zu bringen. Nun hoffe er auf die Akzeptanz und auf die Vernunft der Besucher, die Regeln zu befolgen, sagte Wolfgang Bauer: „Ich bin da vorsichtig optimistisch.“

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