Nicht barrierefrei

Initiative fordert: Schluss mit Treppensteigen am Borkener Bahnhof

Horror für Reisende und Rollstuhlfahrer: Am Bahnhof Borken müssen Zugfahrer zig Stufen überwinden. Der VdK Fritzlar-Homberg und die Bürgerinitiative Borken setzten sich für einen barrierefreien Umbau ein.
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Horror für Reisende und Rollstuhlfahrer: Am Bahnhof Borken müssen Zugfahrer zig Stufen überwinden. Der VdK Fritzlar-Homberg und die Bürgerinitiative Borken setzten sich für einen barrierefreien Umbau ein.

Borken. Die Ungeduld ist groß: Der VdK Fritzlar-Homberg und die Borkener Bürgerinitiative fordern die Deutsche Bahn auf, den Bahnhof der Bergmannstadt Borken barrierefrei auszubauen.

Jetzt kamen Vertreter beiden Gruppen am Bahnhof zusammen, um erneut auf die vielen Hemmnisse und Hürden hinzuweisen, die Reisenden aller Generationen das Leben schwer machen.

Denn sowohl Zugfahrer mit Gepäck, als auch Senioren mit Gehhilfen und Mütter mit Kinderwagen haben keine Chance, einen Zug auf geradem Wege zu erreichen. Sie müssen viele Stufen oder die hohe steile Überführung nutzen, um auf den Bahnsteig zu gelangen. „Es ist ein generationsübergreifendes Problem – und keines, das nur ältere Menschen angeht“, sagt Dieter Bartsch vom Seniorenbeirat Borken.

Forderungen der Initiative: 

Die Bahn weiß um die Zustände: „Der Bahnhof Borken ist in der Tat nicht mehr zeitgemäß“, hatte Bahn-Chef Klaus Vornhusen bereits im vorigen Juli an die Bürgerinitiative geschrieben, nachdem sie ihm Bilder vom desolaten Zustand des Bahnhofs geschickt hatte. Die Bahn, so heißt es in dem Schreiben, sei sich mit dem Land Hessen und dem Nordhessischen Verkehrsverbund einig, dass ab dem Jahr 2020

  • neue Bahnsteige
  • die barrierefreie Erschließung über Rampen/Aufzüge
  • und neue Bahnsteigdächer mit neuer Beleuchtung gebaut werden müssten. Die Bahnsteighöhe sei auf die
Zwischenstufe von 55 Zentimetern vorgesehen und solle, so wie in Treysa, auch für Borken ein Stufenkonzept sein. Im späteren Ausbau soll es auf die Zielhöhe von 76 Zentimeter gebracht werden.
Aus heutiger Sicht eine absurde Konstruktion mit vielen Hürden: Manche Gleise sind nur über eine hohe steile Überführung zu erreichen.

Das alles, vor allem den Einbau von Fahrstühlen, befürworten die Vertreter von VdK und Bürgerinitiative vehement. Und mit ihnen viele andere Menschen: Insgesamt 5500 Unterschriften hat die Bürgerinitiative gesammelt, sagt Willi Ludolph. Die Hoffnung aller Unterzeichner: Dass dieser Umbau nicht auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben werde.

Denn wenn alles nach Plan gelaufen wäre, wäre der Borkener Bahnhof ja schon beinahe fertig. Doch die Bahn hatte die für Sommer 2018 geplanten Arbeiten wegen der neuen Bahnsteighöhen verschoben – nun soll der Bahnhof ab dem kommenden Jahr ausgebaut werden.

Die Borkener hoffen, dass diese Aussage der Bahn eine feste Zusage und kein erneutes Vertrösten ist: „Ende 2017 waren wir uns ja schon einmal sicher, dass der Umbau sicher ist“, sagen Andreas Schirner und Erich Niemeyer vom VdK.

Jetzt müssten die Verhandlungen um Fragen wie verkürzte Bahnsteige und einen zweiten Zugang an Fahrt aufnehmen, fordert Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm: Wenn der Umbau zum barrierefreien Bahnhof tatsächlich 2021 abgeschlossen sein sollte, müssten die Ausschreibungen für die Bauarbeiten schon bald erfolgen.

Das sagte die Bahn:

Nach intensiven Abstimmungsgesprächen stehe jetzt der Beginn für den Umbau des Borkener Bahnhofs fest, teilte das Büro des Konzernbevollmächtigten Klaus Vornhusen der Bürgerinitiative mit: Der aktuelle Zeitplan sehe planerisch einen Baustart für 2020 und „eine Inbetriebnahme einer modernisierten und barrierefrei ausgebauten Verkehrssituation für 2021“ vor. Dennoch müssten noch weitere Gespräche folgen, um „den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag als Grundlage für die Umsetzung zu verhandeln.

Das sagt der Bürgermeister:

Die Freude von Marcel Pritsch-Rehm über die Zusage der Bahn, den Bahnhof ab 2020 auszubauen, ist eher verhalten. Denn bereits vor genau einem Jahr, sagt der Bürgermeister, habe Borken am selben Punkt gestanden: Der Baubeginn und die Finanzierung standen, als die Bahn völlig überraschend den für August 2018 angekündigten Umbau wegen der neuen Höhen der Bahnsteigkanten verschoben habe. „Damit haben wir viel wertvolle Zeit verloren, in der unser Bahnhof längst hätte barrierefrei sein können."

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