1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fritzlar-Homberg
  4. Borken (Hessen)

Bonsai-Ausstellung auf Schloss Hirschgarten bei Nassenerfurth

Erstellt:

Von: Claudia Brandau

Kommentare

Die Mädchenkiefer ist ein Bonsai wie aus dem Bilderbuch: Florian und Thomas George von der Bonsai-Interessengemeinschaft Schwalm-Eder bereiten die Ausstellung vor, die am Wochenende auf Schloss Hirschgarten bei Nassenerfurth zu sehen sein wird.
Die Mädchenkiefer ist ein Bonsai wie aus dem Bilderbuch: Florian und Thomas George von der Bonsai-Interessengemeinschaft Schwalm-Eder bereiten die Ausstellung vor, die am Wochenende auf Schloss Hirschgarten bei Nassenerfurth zu sehen sein wird. © Claudia Brandau

Florian und Thomas George aus Borken stellen mit der Bonsai-Interessengemeinschaft Schwalm-Eder rund drei Dutzend der japanischen Baumkunstwerke aus. 

Borken – Manchmal führen Umwege zum Glück. Florian George weiß das: Wäre er nicht als kleiner Junge ein solch großer Fan der Serie „Karate Kid“ gewesen – er hätte nie das Hobby seines Lebens gefunden. Das hat aber rein gar nichts mit Karate zu tun: Denn aus dem Borkener ist nicht etwa Kampfsportler, sondern ein Bonsai-Freund geworden.

In der Serie ging es neben Karate auch um die hohe Schule der japanischen Baumkunstwerke – und die faszinierte schnell nicht nur Florian George, sondern auch seinen Vater Thomas.

Heute gehören die beiden Borkener der Bonsai-Interessengemeinschaft Schwalm-Eder an, die am Samstag, 7. Mai, und Sonntag, 8. Mai, die fragilen Miniaturwerke auf Schloss Hirschgarten bei Nassenerfurth ausstellt, um noch mehr Menschen für ein Hobby zu begeistern, das jeden Tag eine Herausforderung in Sachen Geduld, Übung und Konzentration darstellt.

Bonsai-Ausstellung auf Schloss Hirschgarten bei Nassenerfurth 

All das braucht man, wenn man die Jahrhunderte alte Technik und Tradition erlernen und den perfekten Baum entwickeln will: „Es ist eine Kunst, einen Baum, der in der Natur mehrere Meter hoch wird, klein zu halten,“ sagt Thomas George.

Er wertschätzt jeden einzelnen Baum, sieht dessen Einzigartigkeit, dessen Gestalt, weiß sofort, von welcher Seite der Betrachter schauen muss, um die Pracht und die Schönheit des Bonsais auf den ersten Blick zu erfassen.

Bis es so weit ist und der knorrige Apfelbaum samt weißer Blütenpracht auf einer Höhe von 40 Zentimetern erstrahlt, dauert es viele Jahre. „Jeder Baum ist pflegeintensiv“, sagt Florian George und verweist auf richtige Temperatur, richtigen Schnitt, richtiges Wässern sowie Düngen, Pflegen und Verdrahten.

Bonsai-Ausstellung: Bäume brauchen intensive Pflege

Von Mai bis Oktober beschäftigen sich Vater und Sohn George täglich mindestens zweimal mit dem Baum, seinem Wurzelapparat, seinem Zustand, gehen mit Geduld, Zeit und Hingabe ans Werk – und fühlen sich doch immer wieder als Bonsai-Schüler, nicht als Meister. „Man lernt nie aus in dieser Kunst“, sagt Thomas George, der schon viele Workshops und Schulungen besucht hat.

Und spätestens seit Vater und Sohn vor drei Jahren auf einer speziellen Japan-Reise die schönsten Bonsai-Gärten dort bewundern konnten, in denen 1000-jährige Miniaturen standen, ist die Freude an der Kunst noch größer geworden.

Eine große Blütenpracht: der Zierapfel in einer eigens für ihn angefertigten Schale.
Eine große Blütenpracht: der Zierapfel in einer eigens für ihn angefertigten Schale. © Claudia Brandau

Dass ihn die Faszination derart gepackt hat, erstaunt Thomas George selbst: „Ich hatte es vorher überhaupt nicht mit Pflanzen“, sagt der 57-Jährige. „Vorher“, das war die Zeit, vor der der damals neunjährige Florian über „Karate Kid“ den alten Japaner Mr. Miyagi kennenlernte, der im Film einem Jugendlichen mit Karate und Bonsais hilft, im Leben zurechtzukommen. Seitdem leben die Georges im „Nachher“, also ein Hobby, das sie Tag für Tag erfreut und erfüllt, wie es Florian Georges Ehefrau Franziska beschreibt.

Das japanische Wort Bonsai heißt übersetzt übrigens nicht etwa „kleiner Baum“, wie viele Menschen glauben, sondern vielmehr „Baum in Schale.“

Bonsai: 40 Bäume können bei der Ausstellung auf Schloss Hirschgarten bei Nassenerfurth bewundert werden

Bei der Ausstellung der Interessengemeinschaft Schwalm-Eder auf Schloss Hirschgarten bei Nassenerfurth kann man um die 40 Bäume in ihren eigens für sie getöpferten und gefertigten Schalen bewundern. Deren Farbe, Oberfläche und Struktur richtet sich nach Farbe, Oberfläche und Struktur des Baumes darin – und damit sind die Behälter, wie die Pflanzen selbst, Unikate.

Wer mit all diesem Wissen einen Bonsai anschaut, der sieht vielleicht doch etwas anderes als nur einen kleinen Baum: nämlich ein einzigartiges Stück Natur, nur eben en miniature. Am Samstag, 7. Mai, findet auf Schloss Hirschgarten neben der Bonsai-Ausstellung auch ein Jungpflanzenmarkt statt. (Claudia Brandau)

Ausstellung: Samstag, 7. Mai, 10 bis 16 Uhr, Sonntag, 8. Mai, 14 bis 18 Uhr bei Kaffee und Kuchen auf Schloss Hirschgarten, der Eintritt ist kostenfrei.

Auch interessant

Kommentare