Zweite Viruswelle

113 Coronainfizierte im Seniorenheim Blumenhain in Borken - Acht Menschen starben

Das Borkener Seniorenzentrum Blumenhain aus der Vogelperspektive.
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Meldet eine hohe Zahl an Coronainfizierten: Das Alten- und Pflegeheim Blumenhain in Borken ist die größte Senioreneinrichtung im Landkreis.

Schon einmal gab es im Seniorenheim Blumenhain in Borken eine Welle von Corona-Infektionen. Nun ist es wieder so weit.

Borken - Das Altersheim Blumenhain wird erneut von einer Coronawelle erschüttert: 83 der 267 Heimbewohner sind mit dem Virus infiziert, acht Menschen sind seit Monatsbeginn an oder im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Auch 30 der 220 Mitarbeiter der größten Seniorenreinrichtung im Landkreis wurden positiv getestet. Viele aus dem Team seien „geschockt“ über den eigenen positiven Befund gewesen, da sie kaum oder keine Symptome spürten, berichtet Seniorchefin Manuela Freidhof, die gerade erfahren hat, dass ihr eigener Test ein positives Ergebnis erbracht hat und nun krankgeschrieben ist.

Das Virus könnte den Weg ins Heim durch eine Mitarbeiterin gefunden haben, die am Silvestertag mit leichten Erkältungssymptomen zur Arbeit kam, vermutet Manuela Freidhof. Die Angestellte hatte sich am 2. Januar krank gemeldet, jenem Tag, an dem die Bewohner des Altenheims die erste Impfdosis gegen das Coronavirus erhielten. Beim Weg zum Impfstandort soll es dann unter den Bewohnern zu etlichen Kontakten und Begegnungen und damit auch zu etlichen Infektionen gekommen sein, berichtet die Seniorchefin.

Corona in Borken: Seniorenheim mitten in zweiter Virus-Welle

Als dann am 5. Januar die betroffene Mitarbeiterin positiv getestet wurde, habe die Heimleitung rasch reagiert, eine Isolierstation eröffnet und Schnelltests in allen Wohnbereichen vorgenommen. Es habe schnell festgestanden, dass diese zweite Infektionswelle noch „schlimmer und aggressiver“ sei als die erste, bei der im vorigen Juli 15 Senioren und acht Mitarbeiter betroffen waren.

Die neue Situation bedeute für die Mitarbeiter einen massiv erschwerten Arbeitsalltag, für die Bewohner eine erneute starke emotionale Belastung: Sie müssen sich täglich einem Schnelltest unterziehen – und sind wieder in ihren Zimmern isoliert, sehen wieder nur Mitarbeiter in Schutzanzügen, haben keinen direkten Kontakt zu ihren Angehörigen. Die Isolation sei das Schlimmste für die Senioren: „Viele unserer Bewohner sind deswegen depressiv und verängstigt“, sagt die 64-Jährige. „Diese Situation ist für alle belastend.“ Dennoch halte das Team zusammen, meistere zusammen mit Juniorchefin Jasmin Freidhof-Debes die Lage.

Demnächst sollen die Bewohner, deren Gesundheitszustand es erlaubt, ein zweites Mal gegen das Coronavirus geimpft werden. Ob dann die Gefahr einer Wiederholung gebannt ist? Manuela Freidhof appelliert an alle Menschen – vor allem die, die in medizinischen Berufen arbeiten – sich so bald wie möglich impfen zu lassen: „Jeder sollte die Verantwortung haben, sich, und andere zu schützen.“ (Claudia Brandau)

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