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Borkener Bahnhof wird barrierefrei ausgebaut

Noch ist nicht viel zu sehen, doch es wird alles schick und neu gemacht: Der Bahnhof Borken wird bis Ende 2021 für mehr als 8 Millionen Euro barrierefrei umgebaut. 
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Noch ist nicht viel zu sehen, doch es wird alles schick und neu gemacht: Der Bahnhof Borken wird bis Ende 2021 für mehr als 8 Millionen Euro barrierefrei umgebaut.

Das Bahnhofsgelände in Borken wird im laufenden Betrieb nahezu auf den Kopf gestellt: Die Deutsche Bahn investiert dort 8,1 Millionen Euro. Wir erklären, was saniert und erneuert wird.

Borken – Vor solchen Überraschungen hat jeder Bauherr Angst: Als jetzt am Borkener Bahnhof die Fundamente für die geplanten Aufzüge gesetzt werden sollten, stießen die Arbeiter nicht auf festen Boden, sondern auf eine große Treibsandblase. Kein unlösbares Problem, aber eines, das Bahn und Firmen Zeit, Geld und Nerven kostet – und den Plan ordentlich durch- einander wirbelt und die Bauzeit verlängert.

Dennoch geht es auf der wohl größten Borkener Baustelle voran: Bis Ende des Jahres, spätestens aber in den ersten Monaten des nächsten Jahres soll der Bahnhof modernisiert und barrierefrei gestaltet sein. „Bis Ende 2021 wäre ein ehrgeiziges Ziel“, sagt Bürgermeister Marcel Pritsch.

Bis dahin wird das Gelände komplett auf den Kopf gestellt – und zwar im laufenden Betrieb. Pritsch bezeichnet das als „große logistische Herausforderung“, denn am Bahnhof bleibt ja kein Stein auf dem anderen.

So viel kostet der Umbau des Bahnhofs

8,1 Millionen Euro investiert die Deutsche Bahn AG in den Bahnhof, um ihn für neue Zeiten und Züge zu rüsten. Die Bahnsteige werden auf eine Höhe von 55 Zentimetern angehoben, deutlich verbreitert, besser beleuchtet und mit modernerem Mobiliar wie Bänken ausgestattet.

Zwei Aufzüge sollen dafür sorgen, dass Reisende nicht mehr samt Gepäck die steilen Treppen der Überführung bewältigen müssen. Die Bahn übernimmt auch dafür alle Kosten, selbst für Einbau, Betrieb, Wartung und sogar die zu befürchtenden Schäden, die Randalierer und Vandalen anrichten werden.

„Wir haben das große Glück, dass wir mit keinem einzigen Euro beteiligt sind“, freut sich auch Borkens Bauamtsleiter Christoph Bachmann. Die Stadt sei beim Umbau lediglich als „Zaungast mit sehr hohem Interesse“ beteiligt. Dieses hohe Interesse hatte sie auch schon vor drei Jahren, als der Umbau für den Sommer 2018 geplant, aber wegen des neuen Bahnsteighöhenkonzepts Ende 2017 verschoben „auf unbestimmte Zeit“ und damit auf den vorigen Herbst verschoben wurde.

Steil: Wer mit Koffer oder Kinderwagen reist, braucht viel Kraft.

Die Arbeiten am Bahnhof sollen spätestens 2022 beendet sein. Bisher wurden beim Aushub 3000 Tonnen Erde bewegt, 1000 Tonnen Beton verwendet, 400 Tonnen Asphalt eingesetzt und 2200 Quadratmeter Pflaster verlegt. An der Baustelle sind im Schnitt jeden Tag zwölf Mitarbeiter im Einsatz, dazu kommt noch Sicherheitspersonal und Mitarbeiter der Bauüberwachung. 

Umbau Bahnhof Borken: Das ist schon passiert

Seitdem ist viel passiert, auch wenn dass das nicht auf Borken geschulte Auge nicht gleich sieht: Ein baufälliges Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofs wurde abgerissen, auf dem Platz könnte nun Neues entstehen.

Der erste Bahnsteig ist halb ausgebaut, die Fundamente für die Aufzüge nach den treibsandigen Verzögerungen sind geschaffen, eine provisorische Überführung ist bereits gebaut und liegt bereits am Bahnhofsgelände.

Das passiert demnächst am Borkener Bahnhof

Die neue Überführung wird voraussichtlich im Februar nahe der Stelle eingehoben, an dem sich jetzt der provisorische Zugang zum Bahnhof befindet. Im März soll die Überführung dann in Betrieb genommen und kurz vor Ostern die jetzige steile Überführung samt Treppen abgerissen werden.

Erst im Sommer rechnet die Stadt dann mit dem Einbau der neuen, endgültigen Überführung. Im Juli sollen dann auch die Bahnsteige selbst fertig sein. Das alles aber hänge noch von den Sperrpausen ab, deren Dauer und Zeitpunkt aber noch nicht feststehen.

Borken: Umbau Bahnhofsvorplatz

Auch der Bahnhofsvorplatz an der stadtzugewandten Seite wird neu gestaltet: Im hinteren Bereich sind Parkplätze für Räder, dann sogenannte „Kiss and Ride“ Plätze, also Kurzeitparkplätze, auf denen man quasi nur für die Dauer eines Kusses stehen darf, Flächen für Carsharing-Wagen und einige Stellplätze mit begrenzter Dauer. Auch wenn der Umbau mit dreijähriger Verspätung startet, sei die Stadt doch dankbar dafür, dass die Bahn über all diese Zeit am Projekt festgehalten und noch dazu die Mehrkosten der Aufzüge und Überführung übernehme, sagt der Bürgermeister.

Die Bahn finanziert den Umbau komplett: Die Stadt Borken muss keinen Cent für die Sanierung zahlen, freut sich Bürgermeister Marcel Pritsch.

„Die Borkener haben den Umbau verlangt – ihnen ist der Bahnhof wichtig“, betont er. Aber nicht nur den Menschen in Borken: Alle Städte und Gemeinden des Zweckverbands Schwalm-Eder-West haben sich für den Ausbau eingesetzt. Mit Erfolg. Ab nächstem Jahr kommt in Borken jeder gut zum Zug.

Von Claudia Brandau

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