Addi Geis ist Borkener Ehrenbürger

Ein Leben fürs Ehrenamt

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Er hält die Bergmannstradition hoch: Adolf Geis aus Trockenerfurth wird am 7. Dezember Ehrenbürger der Stadt Borken. Der dann 82-Jährige setzt sich seit Jahrzehnten für die Borkener Menschen und Vereine ein. 

Als Adolf Geis erfuhr, dass er Ehrenbürger der Stadt Borken werden soll, kamen ihm vor Freude die Tränen.

Doch eigentlich ist das kein Wunder. Zählt man die Zeit zusammen, die Geis in vielen Vereinsvorständen verbracht hat, kommen unterm Strich hunderte von Jahren zusammen. Allein 37 Jahre ist er im Vorstand des Bergmannvereins, 60 Jahre in der IG Bergbau. 

Die Zahl der Stunden, in denen Geis ehrenamtlich für Bergmannsverein, Knappenchor, Vereinsgemeinschaft, Schützenverein, Stadtparlament, Ortsbeirat, Gewerkschaft und fürs Freilichtmuseum unterwegs war, dürfte sich in irrwitzigen Höhen bewegen.

Addi Geis ist sein ganzes Leben lang ein Mensch, der vor Energie fast platzt. Anders lässt es sich nicht erklären, wie er bei der Preag arbeiten, heiraten, ein Haus bauen, drei Söhne großziehen und nebenbei ein Hans Dampf in allen Gassen und so aktiv in vielen Vereinen und Verbänden sein konnte.

Seine Frau hielt ihm stets den Rücken frei

„Ohne mein Mäuschen wäre es ja gar nicht gegangen“, winkt Geis ab und schaut rüber zu seiner Frau. Die heißt eigentlich Inge, aber das wissen die wenigsten, denn seit Kindheitstagen wird sie von allen nur Mäuschen genannt.

Die 79-Jährige hat ihrem Mann immer den Rücken freigehalten, wenn es dringende Dinge zu debattieren, erledigen oder bearbeiten galt – ganz gleich ob für einen Nachbarn, für einen Verein, fürs Parlament.

Bei all seinen Einsätzen aber stand der Trockenerfurther nie allein: „Wenn ich angerufen habe und sagte, Leute, kommt, es gibt was zu tun, sind alle gekommen“, sagt er. 

Freundliche Art mit Ausschlaggebend 

Das liegt auch an seiner freundlichen Art: „Ich komme mit Menschen gut zurecht: Ich bin kein Zanker“, sagt Geis.

Der kam am 7. Dezember 1937 bei Friedberg zur Welt, wuchs in Waltersbrück auf, absolvierte eine Lehre als Landmaschinenschlosser in Gilsa und wechselte 1960 zur Preußen Elektra. Der Tagebau kam für ihn nicht in Frage, er arbeitete als Schlosser und Schweißer über Tage in der Werkstatt. 

1993 ging er in Rente: „In all der Zeit war ich nur drei Mal krank “, sagt er stolz. Doch das dicke Ende kam noch: Er überstand vor wenigen Jahren mit Achen und Krachen eine schwere Magenoperation.

Bergmanns-Traditionen werden bei ihm großgeschrieben

Seine Energie ist nicht weniger geworden: Auch wenn er vor drei Jahren viele Posten, auch den des Ortsvorstehers, abgegeben hat, ist er ehrenamtlich aktiv. Er saust auf seinem Moped durchs Borkener Land und ganz besonders oft ins Freilichtmuseum. 

Dafür brennt er, dort geht ihm das Herz auf, dort hält er die Bergmanns-Tradition aufrecht. Noch immer fährt er im Themenpark die Lok der Besucherbahn, führt als Fachmann und Zeitzeuge die Gäste umher.

Ist er denn stolz auf sich? „Ach“, sagt er und winkt ab, „stolz bin ich vor allein auf meine Familie.“ Auf sein Mäuschen, seine drei Söhne, sechs Enkel und zwei Urenkel. Dass die sich alle gut verstehen und zusammenhalten, das ist dem Familienmenschen Addi Geis wichtig.

Heute wird er bei der Barbara-Feier im Dorfgemeinschaftshaus Trockenerfurth zum Ehrenbürger ernannt. Und das, da werden sich wohl alle einig sein – das wird jetzt auch einfach Zeit.

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