Handel mit Betäubungsmitteln

Drogen-Drehscheibe Borken? Zwei Angeklagte stehen vor Gericht

Zwei Angeklagte müssen sich vor dem Landgericht in Kassel wegen Handels mit Betäubungsmitteln verantworten. (Symbolbild)
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Zwei Angeklagte müssen sich vor dem Landgericht in Kassel wegen Handels mit Betäubungsmitteln verantworten. (Symbolbild)

Zwei Männer sollen in Borken Drogenhandel im großen Stil betrieben haben. Der 32- und der 25-Jährige befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

Borken/Bad Zwesten/Kassel – Wenn sich die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft als richtig erweisen, war die Kleinstadt Borken 2019 und 2020 eine der größten Drehscheiben Nordhessens für den Drogenhandel. Derzeit wird der Fall vor dem Landgericht Kassel verhandelt. Kiloweise sollen die beiden Angeklagten in Borken mit Kokain, Amphetamine, Marihuana, Ecstasy und Methamphetamin gehandelt und dabei über eine Million Euro vereinnahmt haben.

Jetzt stehen ein 32-jähriger, in Fritzlar geborener Deutscher aus Bad Zwesten und ein 25-jähriger, in der Türkei geborener Deutscher aus Borken vor der 5. Strafkammer des Landgerichts. Sie sollen die Drogen in großen Mengen an einen Mann in Borken in Kommission gegeben haben.

Der, so Staatsanwalt Hauth in seiner Anklage, soll die Betäubungsmittel dann vorwiegend an Endabnehmer in Thüringen verkauft haben. Das Geld sollen sich die beiden Angeklagten und der Borkener sowie weitere Beteiligte geteilt haben. Insgesamt soll der 32-Jährige in den zwei Jahren bei über 30 Straftaten 460.000 Euro vereinnahmt haben, der 25-Jährige sogar 574.000 Euro.

Borken und Bad Zwesten: Polizei entdeckt kiloweise Drogen

Einzelne Lieferungen an den Borkener zwischen dem Sommer 2019 und September 2020 umfassten laut Anklage bis zu 20 Kilogramm Amphetamin, drei Pfund Kokain, über 10 000 Ecstasy-Pillen oder zehn Kilogramm Marihuana.

Als die Wohnung des 32-Jährigen in Bad Zwesten von der Polizei durchsucht wurde, wurden über 25 000 Euro Bargeld und größere Mengen Drogen sichergestellt. Bei dem 25-Jährigen in Borken waren es mehrere Tausend Euro. Bargeld und Drogen wurden von den Ermittlungsbehörden eingezogen.

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Beide Männer sitzen seither in Wiesbaden und Gießen in Untersuchungshaft. Für die Verhandlung sind bis Mitte November insgesamt rund ein Dutzend Verhandlungstage eingeplant, über 30 Zeugen sollen gehört werden. Gleich zu Beginn des Prozesses forderten die vier Verteidiger der beiden angeklagten Männer, darunter auch der Kasseler Verteidiger Christopher Posch, eine Aussetzung der Verhandlung und lehnten den Staatsanwalt wegen Befangenheit ab. (Thomas Stier)

Bei zwei Wohnungsdurchsuchungen in Kassel entdeckte die Polizei ebenfalls Drogen und mehrere Chemikalien. In einem anderen Fall sorgte ein beißender Geruch in Kassel für die Entdeckung einer Drogenküche.

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