Bei Lendorf

Umweltsünde: Jugendliche versenken Auto in Teich - Pächter sind fassungslos

Viele Retter waren zur Bergung nötig: Das Fahrzeug war metertief auf Grund gesunken.
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Viele Retter waren zur Bergung nötig: Das Fahrzeug war metertief auf Grund gesunken.

Umweltsünde am Angelteich bei Borken (Schwalm-Eder-Kreis). Sechs Jugendliche haben ein Auto in dem Gewässer versenkt.

  • Jugendliche haben bei Borken ein Auto in einen Angelteich geschoben.
  • Gegen sie ermittelt jetzt die Polizei.
  • Die Pächter des Teichs sind fassungslos.

Borken (Hessen) – Wenn die Pächtergemeinschaft nicht unmittelbar vor der Tat einen Zaun gezogen hätte, wäre dieser Umweltfrevel wohl nie ans Licht gekommen: Sechs Jugendliche hatten vor knapp zwei Wochen ein Auto in einer Kiesgrube bei Lendorf bei Borken versenkt. Die ist mit über 30 Metern so tief, dass das Fahrzeug wohl niemals zufällig gefunden worden wäre – und das Gewässer mit Öl und Benzin verseucht hätte.

Deshalb sind die Pächter, die den Teich seit April nun privat als Angelrevier nutzen, froh darüber, dass die Umweltsünder so deutliche Spuren hinterließen. Denn die führten erstens direkt zu ihnen zurück – einem von ihnen gehört das Auto, die Polizei ermittelt zurzeit aber gegen alle sechs – und zweitens machten sie die Tat sichtbar.

Auto im Teich bei Borken versenkt: Reifenspuren am Angelteich

Einer der Pächter hatte an jenem Samstag beim Rundgang festgestellt, dass Reifenspuren direkt an einem hoch gelegenen Hang endeten – und noch dazu verstreut liegende Teile eines Autos gefunden. Er informierte die Polizei, die sofort handelte – schließlich war nicht auszuschließen, dass sich auch ein Mensch im Fahrzeug am Grund der Grube befand.

Die Pächter, die aus der Region stammen, sind fassungslos. Über die Gedankenlosigkeit, mit der das Auto versenkt wurde. Und auch über den Aufwand, den die Täter betrieben, um es an den abschüssigen steilen Hang zu bugsieren: Selbst die Polizei rätselt, wie es ihnen gelingen konnte, den Wagen über einen zwei Meter hohen steilen Wall zu bugsieren. Unklar ist auch, warum ihn die Männer überhaupt auf diese absurde Art entsorgen wollten.

Auto in Teich bei Borken versenkt: Täter müssen Bergungskosten zahlen

Doch gleich warum, es kommt die Täter teuer zu stehen: Die Bergungskosten für den Einsatz von DLRG, drei Feuerwehren, zwei Tauchern und gleich zwei Abschleppunternehmen belaufen sich auf 17.000 Euro. Diese Kosten werden die Verursacher tragen müssen, sagt Polizeisprecher Volker Schulz. Ob sie sich die Kosten teilen, oder sie der Fahrzeughalter allein zahlen muss, steht noch nicht fest.

Die Pächter, die die Grube erst seit sechs Wochen in ihrem Besitz haben, sind betroffen vom Vorfall. Sie wollen das Gelände, das zuvor jahrzehntelang von einem Baustoffhersteller wirtschaftlich intensiv genutzt worden war, zu einem Naturparadies für Rehe, Hasen, Füchse werden lassen, zudem wollen sie dort fischen. 

Jugendliche haben in diesem Angelteich ein Auto versenkt: Die Täter hatten vom Ufer ganz oben links im Bild einen roten Seat in die ehemalige Kiesgrube geschoben.

Auch deshalb sind sie all den Bergungskräften dankbar für den guten Job, den sie leisteten: „Als sie das Auto hochzogen und Öl auslief, haben sie es sofort abgebunden und aufgesogen – es ist dadurch wohl kein Schaden am Gewässer entstanden“, sagen sie erleichtert.

Bislang aber sind die Pächter mit vielen Aufräumarbeiten beschäftigt. In den vergangenen Jahrzehnten war die Kiesgrube oft Treffpunkt für viele Menschen aus der Region. Zum einen, weil der Platz schön gelegen, zum anderen auch, weil er abgelegen ist.

Auto bei Borken in Teich versenkt: Pächter fassungslos über Umweltfrevel

Die Spuren all dieser Zusammenkünfte sind nicht zu übersehen. Überall liegt Müll herum, Tüten und Verpackungen von Fast-Food-Ketten, Flaschen, Plastik und vieles, was man nicht genauer anschauen möchte. Von diesem jahrzehntelangen Gewohnheitsrecht, sich an der Grube treffen zu können, wird man sich verabschieden müssen: 

Die Pächter räumen in diesen Tagen auf, erklären all jenen, die verdattert vorm neuen verschlossenen Tor stehen, dass sich die Verhältnisse geändert haben. Sie hoffen auf Verständnis der vielen Spaziergänger – und darauf, dass nie wieder jemand auf die Idee kommt, ein Auto im Teich zu entsorgen.

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