Geldinstitut trennte sich von Vorstand

Raiffeisenbank Borken diskutiert über Fusion

+
Stehen vor grundlegender Entscheidung: Gerhard von Rieß (links) und Christof Wehrum von der Raiffeisenbank Borken Nordhessen.

Die Raiffeisenbank Borken Nordhessen setzt sich überraschend erneut mit dem Gedanken einer Fusion auseinander. Grund dafür ist, dass sich das Geldinstitut vor Kurzem von Vorstandsmitglied Jürgen Schneider getrennt hat.

Der 55-Jährige, der das Amt seit Januar 2018 bekleidet hatte und zuvor bereits als Prokurist tätig war, hat das Geldinstitut verlassen.

Damit ist Christof Wehrum zurzeit alleiniges Mitglied im Vorstand, der aber laut Kreditwesen- und Genossenschaftsgesetz mit zwei Vorständen besetzt sein muss. Übergangsweise sind nun die Prokuristen Harald Kothe und Peter Noll mit im Boot. Langfristig muss aber eine weichenstellende Entscheidung getroffen werden: Entweder gilt es, den freien Posten im Vorstand neu zu besetzen oder die Idee eines Zusammenschlusses mit einem anderen Geldinstitut neu aufzugreifen.

Bereits im Herbst 2017 wäre die Borkener Bank nach langen Verhandlungen beinahe Teil der neuen VR-Partnerbank Chattengau/Schwalm-Eder geworden. Damals aber waren die Fusionspläne geplatzt, das Geldinstitut blieb eigenständig.

Der Zusammenschlussgedanke habe zwar immer im Raum gestanden, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard von Rieß, doch wolle man eine Fusion weder übers Knie brechen noch um jeden Preis ansteuern. „Es gibt ja keinen Zwang. Zurzeit führen wir lediglich Gespräche.“ Mit welcher Bank da die Gespräche stattfinden, sagte von Rieß nicht.

Die Fusion sei wieder Thema, da es fraglich sei, ob es in zehn Jahren noch Geldinstitute der Größe der Raiffeisenbank Borken Nordhessen geben werde, sagt Christof Wehrum. Niedrigzinspolitik, Regulatorik und Digitalisierung stellten die Banken vor riesige Herausforderungen. Aus diesem Grund hat die Raiffeisenbank Immobilien wie das Airporthotel am Flughafen Paderborn erworben. „Immobilien immunisieren uns gegen die Schwankungen am Markt“, sagt Wehrum. „Wir haben die Bank in der Vergangenheit stets so ausgesteuert, dass wir auch alleine bestehen könnten.“

Die Richtung, die die Genossenschaftsbank einschlagen wird, steht also noch nicht fest. Fest aber steht, dass sie bald entscheiden muss, wo es lang geht: Ein neues Vorstandsmitglied berufen oder mit einem anderen Institut verschmelzen. Sollte es aber zu einer Fusion kommen, ist für von Rieß und Wehrum vor allem eines wichtig: weiter für den ländlichen Raum da zu sein.

Raiffeisenbank setzt auf Kundenbindung

Bei der Raiffeisenbank Borken Nordhessen sind 47 Mitarbeiter und sechs Auszubildende beschäftigt. Firmensitz ist in Borken, es gibt Filialen in Jesberg, Kleinenglis, Neuental und Bad Zwesten. Mit dem Geschäftsjahr 2018 hatte sich die Raiffeisenbank – trotz der widrigen Umstände – im Sommer recht zufrieden gezeigt. Sie hatte einen Überschuss von 225.000 Euro erwirtschaft und mit 17.363 Kunden deutlich mehr Menschen als im Jahr zuvor ans Haus gebunden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.