Borken setzt weiter auf sein Wahrzeichen

Borken. Der einzige Wasserturm im Schwalm-Eder-Kreis steht in Borken und wird zurzeit für eine Million Euro grundlegend saniert.

Auf ihr 41 Meter hohes Wahrzeichen wollen die Borkener nicht verzichten, zumal das markante Gebäude immer noch etwa 2000 Menschen mit Trinkwasser versorgt. Der Neubau eines Hochbehälters wäre noch teurer gewesen, hatte Bürgermeister Bernd Heßler im Frühjahr im Parlament berichtet.

Der Turm ist auch ein sichtbares Zeichen für die jahrzentelange Freundschaft mit der Stadt Méru. Die Idee, sich für diese Art der Wasserversorgung zu entscheiden, ist aus Frankreich entlehnt, wo es viele Wassertürme gibt. Nachahmer gab es im Landkreis jedoch nicht. 1971 wurde das Bauwerk seiner Bestimmung übergeben. Schäden im Beton sowie Risse und Verfärbungen in der Außenhaut machen nun die zweite Grundsanierung notwendig. Vor zwei Jahren war auch der Zustand der beiden Wasserkammern ganz oben im Turm geprüft worden. Fazit: Die alten Fliesen müssen ersetzt werden.

Die Arbeiten am Wasserturm sind nicht zu übersehen: In den vergangenen Wochen wurde das Bauwerk komplett eingerüstet. Eine Arbeit, die einen Löwenteil der mit 580.000 Euro veranschlagten Sanierungskosten ausmacht. Das Gerüst ist notwendig, um mit Hochdruckgeräten die losen Betonteile abzulösen.

„Beton ist eben kein Material für die Ewigkeit“, sagt Thomas König, Geschäftsführer der Borkener Stadtwerke. Jetzt gelte es zu verhindern, dass das Bauwerk auf lange Sicht seine Standfestigkeit verliert.

Der Turm ist auch Standort für die Antennen von allen deutschen Mobilfunkanbietern. Die Tourist-Information bietet außerhalb der Renovierungszeit nach Vereinbarung Besuche auf der Aussichtsplattform an.

In Frankreich steht an jeder Ecke ein Wasserturm 

Ohne die Partnerschaft mit dem französischen Méru wäre Borken um ein Wahrzeichen ärmer. Denn als die Stadt Ende der 60er-Jahre wuchs, die ersten Häuser in die heutige Richtung Metzentannen gebaut wurden, fragten sich die Stadtväter, wie sie denn bloß im höher gelegenen Neugebaugebiet eine konstante Wasserversorgung sichern könnten.

Bei den Besuchen in Méru, mit dem Borken seit 1964 verbandelt ist, hatten sie die Wassertürme gesehen, die in vielen französischen Städten standen - und die Idee einfach übernommen. Auch wenn es heute ganz andere und modernere Techniken gibt, ist der Borkener Wasserturm nicht mehr aus der Bergmannstadt wegzudenken. Er steht nicht nur als Garant für eine verlässliche Wasserversorgung und mit den Antennen aller deutschen Mobilfunkanbieter für einen guten Handyempfang, sondern er prägt auch weithin sichtbar die Borkener Stadtsilhouette.

Seit kurzem ist das Bauwerk eingerüstet: Der Beton bröckelt, der Turm muss saniert werden. In dieser Woche wird das Gerüst mit Planen umhüllt, ab Montag wird die Fassade mit einem Hochleistungsgerät abgestrahlt und gereinigt. Die Plane wird nicht zu Dekorationszwecken aufgezogen: Sie soll vielmehr verhindern, dass die abgelösten Teile durch die Gegend fliegen. Das Schmutzwasser, das beim Abstrahlen entsteht, wird in einem eigenen Becken aufgefangen und noch einmal gefiltert, bevor es in die Kläranlage fließt.

Nach der Sanierung, so der Beschluss der politischen Gremien, soll der Turm cremeweiß gestrichen werden. Wenn sich Sponsoren finden, sagt Bürgermeister Bernd Heßler, könnte man den Turm auch je nach Jahreszeit in verschiedenen Farben beleuchten. Doch dafür müssen noch Geldgeber gefunden werden - und vor allem muss dafür dann auch die Sanierung abgeschlossen sein. Die bezeichnet Bürgermeister Bernd Heßler als einen „enormen technischen Aufwand“: Aber einer, der sich lohne.

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