Borkener Bahnhof wird vorerst nicht umgebaut

Neue Vorgaben der Bahn AG wischen alle Planungen vom Tisch

Borken. Der Borkener Bahnhof wird nicht wie seit Jahren geplant ab dem kommenden Sommer barrierefrei umgebaut. Das Projekt wird auf unbestimmte Zeit verschoben, wenn nicht sogar aufgehoben.

Die Deutsche Bahn AG hat jetzt sowohl für die Stadt- als auch für die Kreisverwaltung überraschend mitgeteilt, dass der für August geplante Baubeginn nicht erfolge. Grund dafür: Ab sofort sollen bundesweit alle Bahnsteige auf die einheitliche Höhe von 76 Zentimeter gebracht werden. Da die Planung für die Borkener Bahnsteige aber auf die bisherige Vorgabe von 55 Zentimetern ausgerichtet war, ist mit einem Schlag jahrelange Vorbereitungsarbeit vom Tisch.

Seit 2012 liefen die Vorbereitungen des Umbaus, dessen Kosten mit 4,6 Millionen Euro veranschlagt waren – ohne dass die Stadt Borken einen einzigen Euro hätte dazu geben müssen. Das Anzapfen vieler Fördertöpfe hätte das ermöglicht. Die Stadt hatte bereits die anteiligen Kosten für zwei Aufzüge in Höhe von 220 000 Euro bereitgestellt, aber selbst die wären aus Fördermitteln bezahlt worden.

Mit dem Aufschub des Umbaus auf unbestimmte Zeit werden alle Finanzierungsmodelle hinfällig, befürchtet Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm. Die Bahn AG hatte mitgeteilt, „noch keine Aussage zu einem neuen Baubeginn treffen zu können.“ Für Pritsch-Rehm ist die Absage des komplett durchgeplanten und finanzierten Projektes genauso wenig nachvollziehbar wie für Landrat Winfried Becker. Für beide stellt das Vorgehen der Bahn „einen Schlag ins Genick für den ländlichen Raum“ dar.

Was die Sache noch komplizierter macht: Mit der neuen Bahnsteigkantenhöhe will die Bahn die Bahnhöfe für den Fernverkehr rüsten. Am Borkener Bahnhof halten aber weder IC noch ICE, wohl aber der Regionalexpress. Für den aber wäre die neue Bahnsteighöhe viel zu hoch und damit gar nicht nutzbar. 

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