Nicht einfach nur dagegen

Borkener Stadtverordnete machen Vorschläge für Stromtrasse Südlink

Borken. Borken, das hat Bürgermeister Bernd Heßler schon früh in der Debatte gesagt, ist an Stromleitungen gewöhnt. So ging es in der Diskussion der Stadtverordneten um die Stromtrasse Südlink nicht darum, „plump dagegen zu sein“, wie Carsten Schletzke (SPD) betonte.

Gegen die Stimmen des Linken-Abgeordneten Jürgen Baumann brachten die Stadtverordneten am Montagabend mit großer Mehrheit eine Resolution auf den Weg.

Das Papier umfasst acht Forderungen:

  • Technik überprüfen: Südlink soll als Gleichstrom-Trasse geplant werden. Das bedeutet, dass es keine Zu- und Abwege geben kann, sondern nur den Stromfluss von A nach B. Mit einer Wechselstrom-Leitung, so die Borkener Forderung, könne das Netz für dezentrale Stromerzeugung verstärkt werden.
  • Planung: Die Planung großer Infrastruktureinrichtungen soll verstärkt vom Staat und nicht von Firmen wie Tennet organisiert werde
  • Kommunen einbeziehen: Gemeinden sollen ihre Belange besser einbringen können.
  • Anwohner und Naherholung: Gefordert werden Gesetze, um Anwohner, aber auch Naherholungsgebiete wie das Borkener Seenland besser zu schützen.
  • Schutzabstände: Abstände zu Siedlungen und Einzelgebäuden müssten bundesweit einheitlich geregelt werden.
  • Windkraft beachten: Flächen, die vorrangig für Windräder vorgesehen sind, müssen in der Planung berücksichtigt werden.
  • Keine Bündelung: Die Bündelung neuer und bestehender Stromleitungen sollte keinen planerischen Vorrang haben. Für bereits belastete Bereiche wie dem Korridor zwischen den Stadtteilen Kleinenglis und Großenenglis sollten Alternativen gefunden werden.
  • Erdverkabelung zulassen: Wo es sinnvoll ist, sollte man Erdkabel als Alternative für die Freileitung zulassen.

Jürgen Baumann machte in einem schriftlichen Statement (die Redezeit hätte womöglich nicht ausgereicht) Kritik an den einzelnen Punkten deutlich. So erklärte er unter anderem, es gebe bereits im Bundes-Immissionsschutz verordnung einheitliche Abstandsregeln. Baumann kritisierte die heimischen Bundestagsabgeordneten Bernd Siebert (CDU) und Edgar Franke (SPD) scharf. Sie hätten die Dimension des Themas nicht erkannt und ihre Wähler nicht rechtzeitig informiert. Auch Bürgermeister griff der Linke an; sie hätten sich aus seiner Sicht von sich aus darum kümmern müssen, Informationen zu Südlink zu bekommen.

Von Olaf Dellit

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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