Borkens Wirtschaftsförderer Siegfried Bank geht nach 30 Jahren

Er hatte die Seenlandschaft im Blick: Borkens Stadtsprecher Siegfried Bank geht in den Ruhestand. Gestern hatte der 63-Jährige seinen letzten Arbeitstag.   Foto:  Brandau

 Die Stechuhr spielte für ihn keine Rolle 

Borken. Er hat Borkens Wandel von der Bergmannstadt zur Dienstleistungsgesellschaft nicht nur hautnah erlebt, sondern auch mitgestaltet: 30 Jahre lang war Siegfried Bank Wirtschaftsförderer, Öffentlichkeitsarbeiter und Marketingleiter. Gestern hat sich der 63-Jährige von seinen Kollegen im Rathaus verabschiedet, er geht in den Ruhestand – mit ein bisschen Wehmut, aber auch mit viel Freude auf das, was da kommt.

Wenn dieser Ruhestand aber so bunt wird, wie es sein Job war, dann kann sich Siegfried Bank auf spannende Zeiten einstellen: Der Borkener war als Stadtsprecher zuständig für die Medien, als Wirtschaftsförderer war er Ansprechpartner für die Kaufleute und als Stadtmarketingleiter verantwortlich für Feste und Veranstaltungen. Ein Job, bei dem Siegfried Bank alles Mögliche kennenlernte – alles außer Langeweile und einen geregelten Feierabend. „Meine Arbeit begann ja immer erst dann, wenn ich den Sitzungssaal, den Neujahrsempfang, das Stadtfest oder den Weihnachtsmarkt verlassen habe“, sagt er. Dann fing er an, Texte zu schreiben, neue Termine zu planen, Fehlendes zu organisieren. Und selbst, wenn er nur mit seiner Frau am Badesee Stockelache spazieren ging, sah er die Dinge, die repariert oder ersetzt werden müssen: Manche Jobs enden eben nicht mit einem pünktlichen Feierabend.

Dass die Stechuhr in seinem Job keine Rolle spielen würde, hatte Bank gewusst, als er von der Borkener Stadtsparkasse ins Rathaus wechselte: Der damalige Bürgermeister Bernd Heßler hatte den Bankkaufmann 1988 abgeworben.

So unverhofft Bank mit nur 15 Jahren zu einer Lehrstelle bei der Bank kam („Mein Vater hatte den Vorstellungstermin für den Ausbildungsplatz vereinbart“), so unverhofft wurde er nach seinem Wechsel zu einer Art „freischaffendem Künstler für die Stadt“, wie Bank es ausdrückt. Was nach einem geschmeidigen Alltag klingt, sei oft harte Arbeit gewesen: Das deutschlandweite Werben um Ärzte, Fachhändler und Investoren für die Stadt Borken sei „echtes Klinkenputzen“ gewesen, sagt er.

Den Schritt hin zur Stadt hat er nie bereut: „Wenn ich mich einmal entschieden habe, hadere ich nicht.“ Und so ergeht es ihm nun – auch wenn er jetzt schon weiß, dass er seine Kollegen vermissen wird – mit dem Schritt in den Ruhestand.

Einziger Plan dafür: Bank hat den Vorsitz der Alters- und Ehrenabteilung der Borkener Feuerwehr übernommen, der gehört er bereits seit 1971 an, seit 1973 ist er im Vorstand aktiv. Was er außerdem so alles machen will? Alles Mögliche, sagt er. Gerne auch mit seiner Frau Anni Borkener Veranstaltungen besuchen. Das dann aber ohne Kamera und ohne Stenoblock. 

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