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Buddhisten in Dillich lehren den Frieden

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Von: Claudia Brandau

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Er lebt mit der buddhistischen Gemeinde Bhomwimutti im Schloss Dillich: Meister Amnat Klanprachar Opaso (sitzend im Sessel). Das Bild zeigt ihn mit von links Maleerat Khunmana, Nonne Punnada Thawanwongsri, stehend Übersetzer Thitiwat Plangkamon und Mönch Pra Sayan Tikino und knieend Frank Siemon aus Guxhagen vom Vorstand. © Claudia Brandau

Dillich. Die Welt bleibt draußen, wenn man Schloss Dillich betritt. Es herrscht Stille auf dem Außengelände, auf den Treppen und Fluren. Auch wenn die Mitglieder des buddhistischen Vereins Buddha Dhamma Bhom Wimutti geschäftig hin und her eilen, herrscht immer tiefe Ruhe.

Für Meister Amnat Klanprachar Opaso ist diese Ruhe selbstverständlich. Der 63-Jährige ist der Meister der buddhistischen Vereinigung, die vor einem guten Jahr das Schloss am Ortsrand von Dillich gekauft und bezogen hat. Im Vierteljahrestakt reisen Nonnen und Mönche aus Thailand an, um mit Klanprachar zu leben, zu beten, zu arbeiten und seine Botschaft in die Welt zu tragen. Die klingt denkbar einfach und ist denkbar schwer umzusetzen: Die Menschen sollen mehr Frieden erleben.

Dabei geht es Klanprachar nicht nur um den Frieden in der großen Politik, sondern um den Frieden in jedem Einzelnen. „Jeder kennt das Gefühl der inneren Ruhe, jeder braucht Zufriedenheit – aber viele verlieren und vergessen sie sogar“, sagt Klanprachar.

Die buddhistische Gemeinde arbeitet gegen dieses Vergessen. Mit Kursen, Seminaren, Meditationen. Und die sind gefragt. So mancher Teilnehmer komme von weit her, um daran teilzunehmen, berichtet Übersetzer Thitiwat Plangkamon aus Bad Wildungen, er ist im Vorstand der buddhistischen Gemeinde.

Nach Deutschland kam sie, weil das Land Sicherheit, Ruhe und Ordnung bietet und nach Dillich, weil das Schloss groß genug ist für die stets wachsende Gemeinde, deren Mitglieder in der ganzen Welt leben. „Wir wollen die Menschen nicht ändern, wir wollen nur die Friedensbotschaft an sie weiter geben“, sagt Amnat Klanprachar. „Wir alle atmen dieselbe Luft, wir alle leben auf derselben Welt – wir brauchen Frieden, den inneren und den äußeren.“ Für die Besucher bedeutet das nicht etwa, dass sie die Religion wechseln müssen. „Bei uns sind Menschen aller Konfessionen willkommen“, übersetzt Plangakamon: Es geht nicht um Götter, es geht um Glück, um ein bewusstes Leben.

bra123 Dillich Schloss Jagdschloss Buddhistische Gemeinde Amnar Klanpracha Opaso
© Claudia Brandau

Das alles lehrt Amnat Klanprachar. „Wir wollen nicht nur schön im Schloss wohnen – wir wollen den Menschen auch etwas geben. Das Schloss soll Ort und Chance für alle sein, die einen neuen Blick auf die Welt haben und inneren Frieden finden wollen.“

Der 63-Jährige, der ein bisschen so aussieht, wie man sich Buddha selbst vorstellt, ist überzeugt davon, dass sein Wunsch nach mehr Achtsamkeit und Bewusstsein immer mehr Menschen erreicht. Woher aber weiß er, wann er das große Ziel erreicht hat, dass auf der Welt wirklich mehr Frieden herrscht?

„Wenn Donald Trump und Wladimir Putin zusammen hier im Dillicher See schwimmen und Spaß haben. Die HNA kann dann sehr gerne kommen und darüber berichten.“

Tage der offenen Tür

Die buddhistische Gemeinde Bhomwimutti in Borken-Dillich lädt für Samstag und Sonntag, 11. August und 12. August, zum Tag der offenen Tür und zum thailändischen Kulturfest ins Schloss ein (Erfurter Straße 7). Die Besucher können an beiden Tagen zwischen 12 und 18 Uhr das Schloss und das Meditationszentrum besichtigen, thailändische Live-Musik hören, Thai-Essen probieren, eine Modenschau mit Thaikleidung sehen und an einer Tombola teilnehmen. Besucher können auch exotische Früchte, Gewürze und Dekoartikel kaufen und Kultur erleben. (bra) Kontakt: Tel. 01 74 / 48 88 998, E-Mail: bhomwimutti.de@ gmail.com

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