Global-Care und Recyclingdienst arbeiten zusammen

Bücherspende im Borkener Preiswertkaufhaus hilft Kindern in Bangladesch

Sie achtet selbst darauf, dass das Geld da ankommt, wo es gebraucht wird: Beate Tohmé, Geschäftsführerin des Kinderhilfswerks Global-Care, mit Schülern in Bangladesch. Die Fritzlarer Stiftung bietet ihnen ein warmes Essen und Nachhilfe an. 
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Sie achtet selbst darauf, dass das Geld da ankommt, wo es gebraucht wird: Beate Tohmé, Geschäftsführerin des Kinderhilfswerks Global-Care, mit Schülern in Bangladesch. Die Fritzlarer Stiftung bietet ihnen ein warmes Essen und Nachhilfe an. 

Borken/Fritzlar. Wer im Borkener Preiswertkaufhaus Bücher mitnimmt und Geld spendet, unterstützt damit Hilfsaktionen der Stiftung Global-Care aus Fritzlar.

Diese Idee von Michael Müller und Manfred Möller-Sauter aus Borken entpuppt sich als wahrer Segen für Schüler in Bangladesch. Die beiden Geschäftsführer des Recycling- und Umweltdienstes bieten den Kunden des Preiswertkaufhauses seit einem guten Jahr kostenlos gebrauchte Bücher an – und erwarten im Gegenzug eine Spende zugunsten des Kinderhilfswerks Global-Care in Fritzlar. Die Summe, die so binnen eines Jahres zusammenkam, beläuft sich auf 2528 Euro. Davon profitieren nun ungezählte Menschen: Die Kunden, die kiloweise Lesestoff nach Hause tragen, der Umweltdienst, der dafür sorgt, dass Bücher in Regalen und nicht auf dem Müll landen und die Kinder, die die Fritzlarer Stiftung auf der ganzen Welt unterstützt.

Hilfe für Kinder in Bangladesch

Beate Tohmé, Geschäftsführerin von Global Care, war begeistert von der hohen Summe, die die Kunden für die Bücher spendeten. Jeder Cent davon sei wichtig – und komme dort an, wo er gebraucht wird, sagt sie. Gebraucht wird er zurzeit für ein Speisungsprojekt in einer Schule in Bangladesch. „Erst wenn Kinder gut genährt und satt sind, können sie sich auch konzentrieren und lernen“, sagte Tohmé bei der Übergabe.

Für viele Kinder sei das Mittagessen in der Schule die einzige Chance auf eine Mahlzeit. Tohmé hatte eine der Schülerinnen in deren Zuhause besucht und selbst gesehen: In der „Küche“ der elterlichen Wellblechhütte gab es zwar eine aus Lehm gebrannte Feuerstelle, aber nicht ein einziges Reiskorn, das als Vorrat hätte dienen können.

„Die Menschen haben dort einfach nichts übrig, das sie als Vorrat anlegen könnten.“ Das gilt nicht nur für Nahrung, das gilt auch für Wasser, das teilweise von weit her geholt und getragen werden muss. Auch von Kindern, die deshalb nicht zur Schule gehen können.

Das Thema Wasser nimmt einen breiten Raum in der Arbeit des Fritzlarer Hilfswerks ein. Es geht nicht nur darum, Brunnen zu bohren und den Menscheneinen Zugang zu Trinkwasser zu geben, es geht auch darum, sie mit den wichtigsten Hygienestandards vertraut zu machen. Händewaschen nach dem Toilettengang – und dann auch noch mit Seife – ist längst noch nicht selbstverständlich auf der ganzen Welt. Beim Besuch in Bangladesh hat sich Beate Tohmé davon überzeugt, dass die Spenden dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden – bei den Kindern, die oft mit leerem Magen zur Schule kommen. Sie sagt Danke bei all den Kunden des Preiswertkaufhauses, die für ihre Lektüre oft tiefer in die Tasche gegriffen haben, als sie es eigentlich hätten tun müssen.

Hintergrund: Recycling- und Umweltdienst

Der Borkener Betrieb in der Heinrich-Hertz-Straße 1 hat viele Standbeine: Er entsorgt Elektro-Geräte, verkauft am Brennholzhof Pellets und Holz, ist in der Landschaftspflege aktiv, stellt Pflanzenkohle her und bietet im Preiswertkaufhaus günstige Haushaltsartikel und -maschinen.

Ziel ist es, erhaltenswerte Dinge dem Sperrmüll zu entziehen und so umweltfreundlich und nachhaltig zu wirtschaften. Der Umweltdienst will Müll vermeiden und repariert deshalb kaputte Dinge und gewinnt dabei Rohstoffe zurück. Bei vielen Menschen in der Region ist der Gedanke angekommen, sie informieren den Umweltdienst bei Haushaltsauflösungen oder kaufen selbst im Preiswertkaufhaus ein – um damit den eigenen Geldbeutel und auch Ressourcen zu schonen. 

Mehr Informationen zur Aktion gibt es unter www.recycling-umweltdienst.de.

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