Wahl am 26. September

Bürgermeisterwahl in Borken: Kommissarin Yvonne Winter aus Singlis tritt an

Sie will ins Borkener Rathaus: Kriminalhauptkommissarin und Sportlerin Yvonne Winter aus Singlis tritt bei der Bürgermeisterwahl als unabhängige Kandidatin an.
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Sie will ins Borkener Rathaus: Kriminalhauptkommissarin und Sportlerin Yvonne Winter aus Singlis tritt bei der Bürgermeisterwahl als unabhängige Kandidatin an.

Yvonne Winter tritt bei der Bürgermeisterwahl in Borken als unabhängige Kandidatin an. Ihre Konkurrenten sind der amtierende Bürgermeister Marcel Pritsch und Andreas Becker. 

Borken – Wenn in Singlis ein Blumenkübel abhanden kommt, sprechen die Besitzer einfach Yvonne Winter an: „Als Polizistin ist man eben sieben Tage die Woche im Einsatz“, sagt die 45-Jährige und lacht. Vielleicht aber wird sie bald in einem ganz anderen Job zur wichtigsten Ansprechpartnerin für die Borkener: Yvonne Winter tritt bei der Bürgermeisterwahl als unabhängige Kandidatin an.

Im Wahlkampf wird sie von der SPD unterstützt, sonst geht die 45-Jährige ihren eigenen Weg. Und der führte bislang sehr geradlinig nach vorne, die gebürtige Borkenerin hat beruflich viel erreicht. Vom Streifendienst in Frankfurt wechselte die Polizistin wieder auf die Schulbank, ist Diplom-Verwaltungswirtin und Kriminalhauptkommissarin.

Bürgermeisterwahl in Borken: Yvonne Winters Familie unterstützt ihre Kandidatur

Von Südhessen ging es zurück in die nordhessische Heimat, unter anderem zum Kriminaldauerdienst und ins K 10 bei der Polizeidirektion Schwalm-Eder, das sich mit Schwerkriminalität beschäftigt.

Zurzeit ist Yvonne Winter in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizei Kassel als hauptberufliche Einstellungsberaterin im Einsatz, stellt auf der Suche nach Bewerbern und Nachwuchskräften Veranstaltungen auf die Beine. „Ich bin total zufrieden mit meiner Arbeit bei der Polizei“, sagt sie, „sonst wäre ich auch bestimmt keine Einstellungsberaterin.“

Aber ist es dann nicht erstaunlich, dass sie bei der Bürgermeisterwahl am 26. September Amtsinhaber Marcel Pritsch herausfordert? „Nein“, sagt sie: „Mein Herz schlägt für Borken – und da hat sich in den vergangenen Jahren nicht besonders viel getan.“

Dieser Gedanke trieb sie lange um. Sie sprach mit vielen Menschen darüber, vielleicht selbst aktiv werden, etwas bewegen, verändern, verbessern zu wollen. Und alle Gesprächspartner hätten ihr Mut gemacht. Sie beriet sich mit Arbeitgeber und Familie – und kam zum Schluss, tatsächlich zu kandidieren. „Das ist wirklich alles gut überlegt“, sagt Yvonne Winter. Die Unterstützung von Mann Andreas und den Söhnen Fabio und Giulio hat sie, genau wie von ihrem Dienstherren: Die Polizei bietet ihr absolute Rückendeckung.

Bürgermeisterwahl in Borken: Yvonne Winter ist seit 25 Jahren Fitnesstrainerin

Unterstützung gibt es auch von vielen Sportlern. Denn die 45-Jährige ist seit 25 Jahren Fitnesstrainerin, kam von der Stepaerobic und vom Spinning zum Zumba. Yvonne Winter ist als sportliches Energiebündel bekannt. „Endlich mal eine Frau mit Power“, höre sie oft, wenn sie auf Wahlkampftour an den Hausern klingelt, um mit den Wählern in Kontakt zu kommen. „Ich lerne die Borkener noch mal ganz neu kennen“, sagt sie vom Wahlkampf, der sie vor tatsächlich jede einzelne Haustür in der Großgemeinde führen soll.

Und natürlich höre sie dort auch oft, dass sie noch nie in der Politik tätig war, sie totales Neuland betritt: „Das stimmt“, sagt sie: „Aber ich würde mir überall Rat holen, hätte ein gut eingearbeitetes Team im Rathaus, bin von Haus aus Diplom-Verwaltungswirtin, will mich mit Herz und Verstand für Borken und die Einwohner einsetzen – das ist zu schaffen.“

Was hätte für sie als Bürgermeisterin die oberste Priorität? Winter zögert nicht: „Wir müssen dringend die Innenstadt beleben, die Bahnhofstraße mit einzigartigen Geschäften deutlich attraktiver machen damit man Borken wieder als Einkaufstadt wahrnimmt“, sagt sie.

Bürgermeisterwahl in Borken: Yvonne Winter will mehr Angebote für Jugendliche schaffen

Ebenfalls ganz wichtig: Das Angebot für die Jugendlichen zu verbessern. „Jugendräume sind total out“, sagt sie. Sie würde einen überdachten Treffpunkt schaffen, an dem es Wlan, eine Feuerschale, vielleicht sogar eine Skaterbahn gibt. „Es fehlt eine Chill-out-Area“, sagt Winter und verweist darauf, dass junge Leute von vielen Orten verscheucht werden, statt einen zu haben, an dem sie willkommen sind.

Und was Yvonne Winter sofort auf die Beine stellen würde: eine Borken-App. Eine, auf der man Events und Veranstaltungen genauso findet wie Busverbindungen und Ideen, was man in der Stadt Borken alles machen kann. „Es gibt so vieles in Borken – man muss es nur bekannter machen.“

Vielleicht wird sie selbst bald noch sehr viel bekannter: Yvonne Winter ist demnächst als Gast in der SAT1-Sendung „K 11 – Kommissare im Einsatz“ zu sehen.

Die Singliserin ging jetzt genauso vor die Kamera am Drehort in München wie sie auch in die Bürgermeisterwahl in Borken geht: Mit Selbstvertrauen und dem Wissen, was sie gut machen und leisten kann. (Claudia Brandau)

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