Knappes vorläufiges Ergebnis für Amtsinhaber

Bürgermeisterwahl: Marcel Pritsch bleibt Rathauschef in Borken

Bürgermeister Marcel Pritsch steht mit seiner Familie im Bürgerhaus Borken.
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Der Sieger: Marcel Pritsch (Mitte) zieht nach vorläufigem Ergebnis zum zweiten Mal ins Borkener Rathaus ein. Er wurde unterstützt von seiner Familie (von links) Marvin, Madtita, Noreen Meyer und Milena Pritsch.

Marcel Pritsch bleibt Bürgermeister in Borken. Das ist das vorläufige Ergebnis der gestrigen Wahl: Der Amtsinhaber wurde mit 51,46 Prozent der Stimmen gewählt – das war der Stand um 21.19 Uhr.

Borken - Die vorläufige Wahlbeteiligung lag bei 61,36 Prozent. Doch bis dieses knappe Ergebnis feststand, mussten die drei Kandidaten starke Nerven zeigen, denn das Auszählen der Bundestagswahl hatte Vorrang vor der Bürgermeisterwahl.

Und so war es für die Kandidaten, ihre Familien, Freunde und Unterstützer ein langes, zähes Warten im fast leeren großen Saal des Bürgerhauses, um 20.15 Uhr waren erst 16 der insgesamt 23 Wahlbezirke ausgezählt – Geduld war gefragt.

Gerade deshalb wurde jedes Ergebnis intensiv betrachtet, gleich nach der ersten Auszählung gab es den ersten Applaus für den Amtsinhaber, der da vorne lag. Trotzdem lieferten sich Amtsinhaber Marcel Pritsch (FWG) und die unabhängige Herausforderin Yvonne Winter lange Zeit ein enges Rennen um den Einzug ins Rathaus. Gegenkandidat Andreas Becker (parteilos) lag mit 16,95 Prozent (Stand 21.19 Uhr) auf Rang drei. Becker zeigte sich dennoch nicht enttäuscht: „Ich bin ohne Partei und nur mit einem kleinen Team angetreten – dafür habe ich richtig viel erreicht.“ Für ihn steht fest, dass trotz des Siegs des Amtsinhabers ein Umdenken in der Stadt erfolgen wird: „Das Ergebnis zeigt ja, dass die Borkener nicht wirklich zufrieden sind mit der bisherigen Politik – und viele Politiker, da bin ich sicher, werden sich auf die Bürger und die Unternehmer als Säulen dieser Stadt besinnen.“

Yvonne Winter kam erst später ins Bürgerhaus. Sie hatte zuvor mit Helfern und Unterstützern gefeiert – und die brachten die gute Stimmung mit ins Bürgerhaus, die bis dahin sehr verhaltene Veranstaltung nahm deutlich an Fahrt und Lautstärke auf. „Heute wird gefeiert. Ganz egal, wie es ausgeht,“ sagte die von der SPD unterstützte Kandidatin. Das zeigte sich auch an der Ausgelassenheit der Frauengruppe, die sich um sie scharte.

Winter hatte nur einen Wunsch: Ein klares Ergebnis, das eine Stichwahl vermeiden sollte: „Einen Wahlkampf neben dem Beruf zu führen, zehrt doch an den Kräften.“ Der 80-jährige Antonio Albano aus Borken sah das ganz anders: „Es ist Zeit für eine Veränderung in Borken. Ich werde Sprünge machen, wenn Yvonne Winter in die Stichwahl kommt.“ Sie kam auf 31,59 Prozent (Stand 21.19 Uhr).

Brachten gute Laune ins Bürgerhaus: Die unabhängige Kandidatin Yvonne Winter (Mitte, 3. von rechts) mit einigen Unterstützern im Bürgerhaus.

Doch auch Amtsinhaber Marcel Pritsch hatte keinerlei Interesse an einer Stichwahl, („Hauptsache keine Verlängerung!“) die für Sonntag 10. Oktober geplant gewesen war. Er zeigte sich mit jedem ausgezählten Wahlbezirk immer optimistischer: „Ich bin schon zuversichtlich hergekommen und bin es immer noch“, betonte Pritsch – auch wenn es zwischendurch ein ständiges Auf und Ab war, die Stimmen für ihn einmal unter, mal über der magischen 50-Prozent- Marke lagen.

„Ich bin aber auch froh, wenn es geschafft ist“, sagte Marcel Pritsch, der sich ein eindeutiges Ergebnis deutlich über 50 Prozent wünschte. Dieser Wunsch nach absoluten Mehrheit ging mit 51,46 Prozent (Stand 21.19 Uhr) nicht in Erfüllung, wohl aber der nach dem Sieg. Die Anspannung fiel gegen 21.15 Uhr sichtbar von Pritsch und dessen Lebensgefährtin Norreen Meyer ab, als nur noch ein einziger Wahlbezirk ausgezählt werden musste.

Auffällig war vor allem die hohe Zahl der Briefwahlnutzer – insgesamt hatten 8500 Borkener ihre Chance genutzt, vorab zu wählen. (Claudia Brandau und Chantal Müller)

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