Eine saubere Sache

Borkener Firma verteilt 200 Liter Desinfektionsmittel 

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Spendeten 200 Liter Desinfektionsmittel: Die Firma Inovatec Borken arbeitete dafür mit einem Apotheker zusammen. Von links Steffen Zülch und Vanessa Pugler, Dieter und Regina Zülch.

Eigentlich hat die Firma Inovatec aus Borken rein gar nichts mit Desinfektionsmitteln zu tun:

Die Kernkompetenz des Borkener Unternehmens, das in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert, liegt bei hochwertigen Pflegemitteln fürs Auto.

Doch in der Not der Coronakrise hatte Geschäftsführerin Regina Ziegler eine sehr kreative gute Idee: Sie stellten Apotheker Frank Erdlenbruch aus ihrem Fundus all die Materialien bereit, die er brauchte, um in großen Mengen Desinfektionsmittel herzustellen.

Coronakrise: Desinfektionsmittel statt Autopflege

Mit dem Rohstoff Ethanol aus dem Familienunternehmen Zülch stellte der Chef der Apotheke Am Tor in Borken 200 Liter Desinfektionsmittel her.

Diese Menge füllten Zülchs in größere und kleinere Behälter und verteilten sie kostenlos und entgeltlich an vielen Stellen, wo sie dringend gebraucht werden: Sie beschenkten die Mobile Krankenpflege, die Hausärztin, die Feuerwehr, die Post, die Stadt, den Bauhof, den Edeka-Markt und viele andere. Und überall, berichten Detlef und Regina Zülch, hätten die Menschen erst ungläubig gestaunt und dann dankbar zugegriffen.

„Wir wollten die Betrieben die noch geöffnet haben dürfen, in ihrer Arbeit unterstützen“, sagt Regina Zülch.

Freuten sich über die unverhoffte Spende: von links Tanja Fey, vorne Nadine Zimmermann, Renate Thomas und Davina Jäger-Grau von der Krankenpflegeteam Borken.

Auf die Idee, Desinfektionsmittel selbst herstellen zu lassen, kam Zülchs, als sie im Internet die Wucherpreise sahen, die dort für den begehrten Stoff aufgerufen werden. „Das ist absolut nicht in Ordnung, dass sich Menschen an der Not anderer so bereichern wollen“, sagt Detlef Zülch. Und so packten sie kurzerhand das Ethanol, das sie selbst im Bereich Autopflege, Reinigungs- und Pflegemittel verwenden und brachten es nach Absprache mit Frank Erdlenbruch in die Apotheke, um statt Pflegeprodukte für Autos Rettendes für Menschen herzustellen. Nach 200 Litern war Schluss:

„Wir können nicht endlos produzieren“, sagt Regina Zülch, „wir arbeiten ja nicht in der Medizinbranche, sondern haben vielmehr einen Reinigungsbetrieb.“ Und der wird in diesem Jahr 25 Jahre alt – ein Jubiläum, das Zülchs eigentlich feiern wollten.

Wegen Corona aber muss das Fest ausfallen „So kamen wir auf die Idee, unseren Kunden auf diese Art Danke zu sagen.“

Coronakrise: Zusammenhalt in Borken

Das kam super in der Bergmannstadt an. Nadine Zimmerman von der Mobilen Krankenpflege in Borken zeigte sich im Gespräch mit der HNA ganz begeistert: „Es ist einfach toll, dass es einen so guten Zusammenhalt innerhalb von Borken gibt – und dass Menschen auch in dieser Krise an andere denken.“

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