Matthias Heßler hat Unternehmen übernommen

Ein echter Familien-Clan: Krankentransport Heßler aus Gombeth besteht seit drei Generationen

+
Der Familien-Clan Heßler auf einen Blick: von links Beate Duschek, (geb. Heßler) mit Catrin und Matthias Heßler, dessen Schwester Christel, Senior-Chefin Helene und Ehemann Waldemar Heßler. Ganz rechts Enkel Max. Vorne das Foto von Firmengründer Karl Heßler.

Gombeth. Die Gombether Firma Heßler vermeldet einen Generationswechsel. Der neue Chef des Kranken- und Behindertentransports heißt Matthias Heßler.

Er folgt auf seinen Vater Waldemar und ist seit 1. April der Inhaber des Unternehmens Heßler Krankenfahrten und Behindertentransporte. Das Unternehmen bietet seit 71 Jahren Krankenfahrten, Sitzend- und Liegendtransporte, Rollstuhltransporte sowie Dialyse- und Bestrahlungsfahrten. Den Wechsel an der Spitze feiern die Heßlers am morgigen Freitag ganz offiziell mit Familie, Freunden, Mitarbeitern und Gästen.

So ging es Los

Karl Heßler (1912-1975) war bereits vor dem Zweiten Weltkrieg als Sanitäter bei der Borkener Preußen Elektra beschäftigt. Und hatte dort die Idee, sich mit einem Krankentransportunternehmen selbstständig zu machen. 1945 gründete er den Personentransport in Gombeth. Mit nur einem Auto fing er an, bot ausschließlich Sitzendtransporte.

Als das Rote Kreuz anfragte, ob er für den Bereich Borken auch Liegendtransporte übernehmen könnte, schlug Heßler ein. Ab 1952 war neben dem zivilen Personenwagen zusätzlich ein Krankenwagen im Einsatz, in den 1960er-Jahren bekam er Unterstützung durch Aushilfsfahrer und auch von seinem Sohn und der Schwiegertochter: 1963 stiegen Waldemar und Helene Heßler mit in den Betrieb ein. Die Leute kennen ihn bis heute vor allem unter seinem Spitznamen Waldi.

Der Sohn stieg ein

Waldemar Heßler kümmerte sich um den Fahrdienst, seine Mutter Anna übernahm den Telefondienst, Helene stieg als Fahrerin mit ein. Ein echtes Familienunternehmen, bis 1976 der erste externe Mitarbeiter eingestellt wurde.

Karl Heßler starb 1975, sein Lebenswerk aber lebte weiter. Die Zahl der Einsatzfahrten stieg, der Fuhrpark wuchs. Bis 1999 waren zehn Fahrzeuge im Einsatz, heute sind es 20 Fahrzeuge. 1984 stieg Waldemars Tochter Christel mit in den Betrieb ein, 1987 folgte ihr Bruder Matthias, der eine Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert hatte und ab 1988 die ersten Rettungswagen im Betrieb fuhr. Anfang 1990 kamen Tochter Beate und Schwiegertochter Catrin in den Betrieb.

Der schlimmste Einsatz

Der schlimmste Einsatz in der Firmengeschichte war das Grubenunglück am 1. Juni 1988. Damals waren Matthias Heßler, seine Schwester Christel und Dr. Christoph König mit dem ersten Rettungswagen vor Ort. Nach dem Grubenunglück wurde Heßler als einzig privater Rettungsdienst im Landkreis mit in die Alarmierung im Kreis integriert. 2015 musste der Betrieb diesen Zweig wegen des Fachkräftemangels ans Rote Kreuz abgeben. Damit endete dieses Kapitel der Firmengeschichte.

Doch ein anderer Bereich wuchs beständig: Der der Fahrten von Rollstuhlfahrern. „Die Zahl der Patienten, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, steigt beständig“, sagt Matthias Heßler. Hatte das Unternehmen im Jahr 2000 gerade einmal ein behindertengerechtes Fahrzeug, so sind es heute bereits acht solcher Wagen. Der demografische Wandel sei deutlich zu spüren, sagt Matthias Heßler.

Die vierte Generation

Wenn er morgen bei der offiziellen Feier seine Rede hält, dann wird er vor allem auf eines hinweisen: Auf den großen Zusammenhalt im Heßler-Clan. Ohne den, sagt er, könne man ein solches Unternehmen gar nicht zusammenhalten. Angst vor der Zukunft muss die Familie übrigens nicht haben, denn mit Karl Heßlers Urenkel Max steht bereits die 4. Generation in den Startlöchern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.