Borken: Noch wenig Gäste am Badesee Stockelache

Online-Registrierung für Badesee Stockelache in Borken kommt noch nicht gut an

Mann mit Handy in der Hand. Im Hintergrund der Badesee Stockelache in Borken
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Mit einem Klick ist man drin: Andreas Falz vom Team der Stockelache macht Werbung fürs neue Registrierungssystem per Internet für den Naturbadesee.

In diesem Sommer ist nichts wie in allen anderen zuvor. Das merkt die Stadt Borken an vielen Stellen – vor allem an den Seen. Denn während es an heißen Tagen am Singliser See richtig eng wird, gibt es zur allgemeinen Verblüffung von Stadt und Besuchern viel Platz an der Stockelache.

Drängten sich dort in den vorigen Jahren an Hitzetagen tausende Besucher, so sind es in diesem Jahr wenige hundert, die ein Ticket buchen. Denn das ist neu: Um Warteschlangen an der Kasse zu vermeiden, sollen die Besucher die Eintrittskarten im Netz buchen. Der Vorteil: Man kann sich in aller Ruhe registrieren, die benötigten Daten wie Namen und Adresse eingeben, das Datum festlegen und so sicher sein, dass es Platz gibt und man nicht draußen bleiben muss, weil es schon zu voll ist. Denn das Kontingent der täglichen Besucher liegt bei 2000 Menschen. Wer schon daheim beim Buchen sieht, dass diese Zahl überschritten ist, muss also erst gar nicht losfahren.

Diese Zahl wurde aber in dieser Saison noch kein einziges Mal erreicht. „Dabei hatten wir gedacht, dass sie viel zu niedrig angesetzt sei“, sagt Stadtsprecherin Susanne Norwig. Das wäre sie in jedem anderen Sommer auch gewesen. Doch 2020 stellte der vorige Sonntag den Rekord dar – da tummelten sich 1500 Leute am See. „Anscheinend wissen viele Gäste aus Marburg, Kassel, Göttingen noch gar nicht, dass der Badesee wieder geöffnet ist,“ mutmaßt Andreas Falz, Fachangestellter für Bäderbetriebe. Er besetzt bei gutem Wetter das Kassenhäuschen, hilft Besuchern bei der Registrierung und hat immer einen Blick auf eventuelle Warteschlangen – denn natürlich gelten auch an der Stockelache die Hygieneregeln und damit der Mindestabstand.

Doch gerade der Registrierungsvorgang sei es, der viele davon abhält, die Stockelache anzufahren, glaubt Claudia Zerhau aus Fritzlar. Zum einen sei ein spontaner Besuch so nicht möglich, zum anderen das Verfahren für viele Senioren und Kinder zu kompliziert: „Viele streiken einfach, wenn so viel Aufwand verlangt wird. Sie fahren dann an einen anderen See, an dem der Eintritt frei, eine Registrierung nicht nötig ist.“

Melany Brauer aus Borken sieht das anders. Sie ist angetan vom Konzept für die Stockelache, das ja in Coronazeiten ein anderes sein muss als sonst. Das Buchen der Tickets auf der Internetseite der Stadt habe prima geklappt: „Wenn man erst einmal registriert ist, geht es fix.“ Brauer ist froh darüber, dass die Stockelache in diesem besonderen Sommer überhaupt geöffnet ist. Sie wundert sich: „Erst haben sich so viele beschwert, dass der See nicht schnell genug eröffnet wurde – und jetzt gehen nur so wenige hin.“ Sie selbst werde weiter die Stockelache gerne ansteuern: „Man hat dort immer ein Urlaubsgefühl.“ Das Reservierungsangebot – es arbeitet im Lastschrifteinzug – laufe gut, das Familienticket für zehn Euro halte die Kosten im Zaum und als I-Tüpfelchen sei sogar das Eis im Restaurant günstiger geworden. Für Familie Brauer sind das viele gute Gründe, einen Ferientag an der Stockelache zu verbringen.

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