Der Stresstest am Herd

Borkenerin bei der „Küchenschlacht“ im ZDF ausgeschieden

Lendorf. Friederike Blümel aus dem Borkener Stadtteil Lendorf nahm in den vergangenen beiden Wochen an der ZDF-Kochsendung „Küchenschlacht“ teil - am Donnerstag schied die 26-Jährige kurz vorm Finale aus.

Wenn ihr noch vor ein paar Wochen jemand gesagt hätte, dass sie nachts um 3 Uhr in der Küche stehen und Aprikosenknödel kochen würde, Friedrike Blümel hätte es nicht geglaubt. Für die Vorbereitung der ZDF-Sendung „Küchenschlacht“ aber übte die 26-Jährige auch mitten in der Nacht das, was sie ohnehin schon gut kann: kochen.

Zwei Wochen lang kochte sich die Studentin bei der „Küchenschlacht“ immer eine Runde weiter - bis sie, kurz vorm Finale, am Donnerstag ausschied. Die orientalischen Hackfleischbällchen mit Sesamsauce, Feigen und Süßkartoffeln waren dem Juroren Karlheinz Hauser ein klein wenig zu trocken - damit war der Traum vom Sieg ausgeträumt.

Die Lendorferin ist deswegen zwar nicht deprimiert, aber doch ein wenig enttäuscht. „Wenn man schon so weit gekommen ist, dann wird man ehrgeizig.“

Dabei hatte sich die Studentin der Germanistik und Geschichte gar nicht aus Ehrgeiz, sondern eher aus Spaß und Freude am Kochen bei der ZDF-Sendung beworben. Und gewonnen hat sie ja trotzdem. Zwar nicht den Hauptgewinn, aber doch jede Menge Erfahrungen. „Es war eine tolle Zeit: Ich habe mich willkommen gefühlt, die Köche waren alle sehr nett, die Stimmung hinter den Kulissen richtig gut - das war alles super.“

Die Sendungen wurden in Hamburg aufgezeichnet, an manchen Tagen gleich drei hintereinander: „Da ist man am Abend fix und fertig.“

Was da so locker-flockig über den Bildschirm kommt, ist nichts als große Konzentration. „Es war richtig anstrengend, zu kochen, zu reden und gleichzeitig so zu tun, als wäre das völlig normal, als würde man das jeden Tag machen.“

„Da muss jeder Handgriff sitzen, wenn das Gericht rechtzeitig fertig werden soll. Wenn man gleich zu Anfang vergisst die Kartoffeln aufzusetzen, hat man schon verloren.“ Bei Friederike saß jeder Handgriff, sie hantierte souverän mit Pfannen und Töpfen und scherzte zugleich mit Koch Mario Kotaska, der wie sie aus Nordhessen stammt.

Doch bei aller Plauderei geht es auch um richtige Arbeit: „In der Küchenschlacht wird auf hohem Niveau gekocht“, sagt Friederike Blümel, „da muss man sich echt ins Zeug legen.“

Das tat sie. Die Studentin kochte in einer sehr jungen Runde, ihre Mitstreiter in der letzten Runde waren alle unter 30. „Das ist ein Beweis dafür, dass sich auch junge Menschen fürs Thema Ernährung und Kochen interessieren“, sagt die Lendorferin. Ihre Hoffnung: Dass Sendungen wie die Küchenschlacht dazu beitragen, dass die Menschen mehr über ihre Ernährung nachdenken und häufiger selbst kochen.

In ihrem Umfeld passiert das schon: Friederike Blümel ist völlig überrascht davon, wie viele Menschen die Sendungen gesehen haben und sie für ihre Auftritte und Fertigkeiten loben.

Jetzt hat schon zig Anfragen, ob sie nicht einmal zum gemeinsamen Kochen und zum Tipps geben vorbei kommen möchte. Sogar ein Autogramm hat sie gegeben: auf einem Rezept. Das alles aber ist ihr ein bisschen unangenehm, denn als Heldin am Herd sieht sie sich keinesfalls. „Jeder kann kochen“, sagt sie. „Wirklich jeder.“

Im Herbst legt die angehende Lehrerin ihr Staatsexamen ab. Angst davor hat sie nicht: „Den echten Stresstest habe ich ja nun schon hinter mir“, sagt sie und lacht.

Küchenschlacht

Die Küchenschlacht ist ein echtes Erfolgsrezept fürs ZDF. Seit sieben Jahren treten von montags bis freitags jeden Nachmittag sechs Hobbyköche gegeneinander an. Aufgabe ist es, binnen 35 Minuten ein leckeres

Gericht auf den Tisch zu bringen. die von Profiköchen wie beispielsweise Horst Lichter, Johann Lafer, Mario Kotaska oder Alfons Schuhbeck betreut und beraten werden. Am Ende jeder Folge scheidet ein Kandidat aus. Die Sendung wird im Studio in Hamburg gedreht. Dabei kommen nicht nur die Juroren, sondern auch das Publikum auf ihre kulinarischen Kosten: Ausgebuffte Zuschauer bringen gleich eine Gabel von zu Hause mit, um auch ganz sicher die von den Kandidaten servierten Gerichte probieren zu können.

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