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Fusion ist beschlossene Sache

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Von: Claudia Brandau

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Die Stadtsparkasse Borken verschmilzt 2023 mit der Stadtsparkasse Schwalmstadt. Beide Parlamente haben sich am Donnerstag dafür ausgesprochen.
Die Stadtsparkasse Borken verschmilzt 2023 mit der Stadtsparkasse Schwalmstadt. Beide Parlamente haben sich am Donnerstag dafür ausgesprochen. © Daniel Seeger

Die Fusion der Sparkassen Borken und Schwalmstadt ist beschlossene Sache. Am Donnerstag haben die Parlamentarier beider Städte als Träger der Institute mehrheitlich für den Zusammenschluss im kommenden Jahr gestimmt – in Borken vor vollen Zuschauerreihen sogar einstimmig. Viele Borkener und vor allem viele Mitarbeiter der Stadtsparkasse wollten die Diskussion verfolgen.

Borken - Die neue Gemeinschaftssparkasse mit ihrem Hauptsitz in Borken soll sicherstellen, dass die beiden kleinsten Sparkassen auf der Liste des deutschen Sparkassenverbands künftig ihre Eigenständigkeit bewahren können, so Bürgermeister Marcel Pritsch. Gebäude und Mitarbeiter blieben dieselben, der Umgang vertraut: bis auf eine neue Iban-Nummer werde sich für die Kunden der Stadtsparkasse Borken nichts verändern.

Pritsch warb um Zustimmung: Die kleinsten Sparkassen Deutschlands hätten die selben Auflagen und Vorgaben zu erfüllen wie auch die große Deutsche Bank – nur mit deutlich weniger Mitarbeitern. Die Fusionsrichtung sei am Gebäudebestand festgemacht worden, nicht an der Bilanzsumme. Der Zusammenschluss erfolge partnerschaftlich und kostensparend. Auch die Gewerbesteuer werde 50:50 fließen, erläuterte der Bürgermeister.

„Wenn wir in diesen schwierigen Zeiten Synergien schaffen, haben wir bessere Betriebsergebnisse, die sich auch auf die Gewerbesteuern auswirken“, so Marcel Pritsch. Mit der Gemeinschaftsbank blieben die Städte und Parlamente in Trägerschaft und damit Herr des Verfahrens. „Ich bitte Sie inständig um Ihre Zustimmung“, wandte sich Pritsch ans Parlament. Und die erhielt er von allen Seiten.

FWG

Die Stadtsparkasse Borken stehe betriebswirtschaftlich gut da, eigentlich könnte für sie alles so weitergehen, so Rüdiger Staffel. Aber: „Wir müssen sie zukunftssicher machen.“ Denn früher oder später könne sie die intensiven Anforderungen der Regulatorik vielleicht nicht mehr erfüllen. Die FWG begrüße es, dass der Sparkassenverband seinen beiden kleinsten Instituten die Fusion ermögliche: „Wir sind froh um diese Möglichkeit, wir sollten die Chance ergreifen – was wäre die Alternative?“ Mit der deutlich größeren Kreissparkasse herrsche zwar ein freundschaftlicher Umgang, doch fände die Fusion nun auf Augenhöhe statt. Einziger „Pferdefuß“ sei eine neue Iban-Nummer für die Borkener Kunden. Doch bleibe die Sparkasse erhalten – und damit auch die Gewerbesteuern. „Geld, das in der Stadt erwirtschaftet wird.“

SPD

Der SPD sei viel daran gelegen, die Sparkasse als eigenständigen, soliden und kompetenten Dienstleister zu erhalten, sagte Carsten Schletzke: für die 39 Mitarbeiter, die Stadt und die Menschen.

Doch gerade die kleinen Institute litten stark unter der Regulatorik: Ein Begriff, der ungeheuer viele spezielle Vorschriften meine, die wiederum ungeheuer viel Arbeitskraft binden würden. „Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht“.

Nun stehe man zwar vor der Fusion, habe aber noch das Heft in der Hand. 84 Arbeitsplätze blieben damit in Schwalmstadt und Borken erhalten, die Nähe und Bedürfnisse der Kunden würden weiter berücksichtigt. „Unsere neue Sparkasse soll deshalb ein gemeinsamer Erfolg werden“, so Schletzke. „Dafür brauchen wir jeden Mitarbeiter in beiden Häusern.“

CDU

Die CDU sehe die Stadtsparkasse als zuverlässiges, mitten in der Stadt gelegenes Institut, dessen Spenden das Stadtbild prägten und bereicherten, so Wolfgang Bauer.

Die Sparkasse habe nie zur Diskussion gestanden, doch sei deren Eigenständigkeit stets latent gefährdet gewesen: Die Fusion biete Sicherheit am Standort. Deshalb sei weder ein Kirchturmdenken erlaubt noch sollten Fragen zu Standort, Iban-Nummern im Vordergrund stehen. Auch Vorbehalte zu Fusionskosten oder vorübergehend zu zahlenden vier Vorstandsgehältern gälten nicht. Wichtig sei nur eines: „Die Stadtsparkasse Borken bleibt vor Ort erhalten. Deshalb stimmt die CDU aus echter Überzeugung zu,“ so Wolfgang Bauer. (Claudia Brandau)

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