Kreissynode tagte in Borken

Fusion der drei Kirchenkreise im Schwalm-Eder-Kreis stellt Herausforderung dar

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Ein Jahr lang wurde die Stadtkirche Borken saniert: Die Synode des Kirchenkreises Fritzlar-Homberg begann mit einer Andacht im frisch sanierten Gotteshaus.   Archivbild: Brandau

Fritzlar-Homberg. Gerade einmal vier Jahre ist es her, dass die Kirchenkreise Fritzlar und Homberg miteinander verschmolzen sind – und schon steht eine erneute Fusion an.

Zum Januar 2020 soll aus den noch drei verbleibenden Kirchenkreisen Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain ein Kirchenkreis mit drei Dekanatsbezirken werden (wir berichteten).

Dieser Zusammenschluss war jetzt bei der Kreissynode in Borken Thema. Dekanin Sabine Tümmler beschreibt die Planungen als „große Herausforderung“: So groß, dass auch die Landeskirche personelle Unterstützung anbietet, um eine Lösung zu finden. Und die muss so tragend und gut sein, dass sie über viele Jahre bestehen kann, sagt Dekanin Tümmler.

Dabei gibt es keine Vorlage, keine Vorgabe, keine Strukturen, die man übernehmen oder kopieren könnte. „Wir müssen die Lösung selbst kreieren“, sagt Tümmler. Zwar habe der Kirchenkreis Frizlar-Homberg Erfahrung mit dem Verschmelzen der bisherigen beiden Kreise, doch die kommende Neuaufstellung stellt noch einmal eine ganz andere Größenordnung dar.

Die Neuaufstellung ist notwendig, um die zurückgehenden Gemeindemitgliederzahlen aufzufangen. In jedem Jahr verliert die evangelische Landeskirche rund 14 000 Mitglieder, durch Tod, durch Umzug, durch Kirchenaustritte. Dem Kirchenkreis Fritzlar-Homberg gehören 54 000 Mitglieder an – und in jedem Jahr werden es 1000 weniger. „Wir sparen ja nicht um des Sparens willen, sondern um den vielen Veränderungen gerecht werden zu können“, sagt Tümmler: „Die zurückgehenden Mitgliederzahlen verlangen eben neue Strukturen.“

Inwieweit auch die kircheneigenen Gebäude vom Sparen betroffen sein werden, steht noch nicht fest. Im Kirchenkreis Fritzlar-Homberg befinden sich 241 Bauwerke im Eigentum der Kirche. Darunter 112 Kirchen, 44 Pfarrhäuser, 46 Gemeindehäuser, 39 Kindergärten, Garagen, Nebengebäude, die alle katalogisiert werden müssen.

Außerdem ein Punkt auf der Tagesordnung der Synode: Die zusätzliche Stelle in der Jugendarbeit. Die Landeskirche bietet allen fusionierten Kirchenkreisen einen solchen Ausbau der personellen Ressourcen an. Lisa Schäfer befindet sich zurzeit in der Probezeit, sie teilt sich eine Stelle mit Kirsten Falinski. Zudem wird zurzeit ein Stellenprofil für einen weiteren Jugendarbeiter erstellt.

Einer der Höhepunkte der Synode sei die Andacht zu deren Beginn in der sanierten Stadtkirche Borkens gewesen, berichtet Dekanin Sabine Tümmler. Es sei erstaunlich, wie frisch und hell sich das Gotteshaus nun nach der Renovierung zeige, sagte Tümmler.

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