In Gedanken bei Freunden

Nach Paris-Attentat: Borkener Partnerschaftsverein spricht Anteilnahme aus

Halten auch in der Krise zusammen: (v. l.) Heinz-Peter Sattler, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Borken-Méru, Bürgermeister Bernd Heßler, Bürgermeisterin Natalie Ravier, Thierry Brigaudeau, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Méru-Borken, bei einer Jubiläumsveranstaltung im vergangen Jahr. Foto: Archiv

Borken/Méru. Der Schock nach dem Terroranschlag in Paris und dessen Folgen sitzt tief: Trauer und Entsetzen herrschen gerade auch beim Partnerschaftsverein Borken-Méru.

Seit 51 Jahren pflegen die Menschen aus Borken eine intensive Städtepartnerschaft mit dem französischen Ort.

Der Vorsitzende des Borkener Vereins, Heinz-Peter Sattler, suchten nach dem Anschlag auf die Pariser Satirezeitung „Charlie Hebdo“ mit zwölf Toten direkt den Kontakt zu den Freunden im Nachbarland, um ihnen Solidarität und ihr Mitgefühl zu bekunden. „Dieser furchtbare Terroranschlag ist ein Anschlag auf unsere Grundrechte. Auf unsere Werte wie Frieden, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit“, schrieb Sattler in Briefen an seine französischen Vorstands-Kollegen.

Und prompt bekam er Antworten vom Vorstand, von Freunden und von der Bürgermeisterin Natalie Ravier. „Es herrscht große Unruhe, und die Verunsicherung ist groß“, sagt Sattler, dass sei aus den Antworten deutlich heraus zu lesen. Groß sei aber auch die Dankbarkeit für die Anteilnahme aus Borken, betont er. So schrieb Annette Antegnac zurück, dass es gut sei zu wissen, dass die Freunde aus Borken in der schweren Zeit da seien. „Es ist tröstlich, dass wir Freunde haben, die das Entsetzen teilen“, so Antegnac weiter. Sie ist Dolmetscherin des Vereins und soll beim Neujahrsempfang in Borken in der nächsten Woche die Ehrenbürgerschaft verliehen bekommen.

Ein Freund antwortete, dass der Spuk noch nicht vorbei sei und das er hoffe, dass die furchtbare Suche nach den Tätern schnell ein Ende finde. Erst langsam realisiere man, was wirklich passiert sei.

Deutlich werde aber auch, dass man nun in Frankreich nicht pauschal alle Moslems verurteile, sagt Sattler. Gerade im Partnerschaftsverein seien viele Menschen unterschiedlicher Religionen aktiv - unter ihnen auch Moslems.

„Was geschehen ist, ist ein Verbrechen“, sagt Sattler. Er hoffe zugleich, dass die grausame Tat von Einzeltätern jetzt nicht dazu führt, dass Menschen muslimischen Glaubens pauschal unter Terrorismusverdacht geraten. „Das wäre fatal und ein Fehler“, sagt Sattler.

Auch in Homberg, Niedenstein, Fritzlar, Bad Zwesten und Großenenglis gibt es Partnerschaften mit Städten in Frankreich.

Von Maja Yüce

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