Haifa Eibo aus Borken ist Start-Stipendiatin und hat klare Ziele im Leben

Will Mathematik studieren: Die Gymnasiastin Haifa Eibo aus Borken hat ein Stipendium der Start-Stiftung gewonnen.
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Will Mathematik studieren: Die Gymnasiastin Haifa Eibo aus Borken hat ein Stipendium der Start-Stiftung gewonnen.

Haifa Eibo aus Borken ist Start-Stipendiatin und will Mathematik studieren. Vor vier Jahren ist sie aus Syrien nach Deutschland gekommen. 

Als Haifa Eibo vor vier Jahren aus Syrien nach Deutschland kam, konnte sie nur ihren Namen und ihr Alter auf Deutsch nennen. Heute spricht die 18-Jährige aus Borken nicht nur fließend Deutsch, sondern auch Englisch, Französisch, Arabisch und natürlich ihre Muttersprache, Kurdisch. Anfangs sei es hart gewesen, drei Sprachen auf einmal zu lernen, heute ist es für die junge Frau normal, von einer Sprache in die andere zu wechseln.

Haifa Eibo lernt gerne – und das ist auch einer der vielen Gründe dafür, dass sie Stipendiatin der Start-Stiftung ist. Die begleitet und fördert talentierte Jugendliche mit Migrationserfahrung. Und besonders solche, die die Gesellschaft mitgestalten wollen.

Haifa Eibo will genau das: Mitdenken und mitgestalten. Seit Jahren gibt sie Kindern aus Flüchtlingsfamilien im Kulturtreff Oase Nachhilfe, sie übersetzt für deren Familien Briefe und hilft bei Behördenkontakten. „Ich habe in diesem Land so viel Hilfe bekommen, kann hier mit meiner Familie unter einem Dach und in Frieden leben – da will ich auch etwas zurückgeben“, sagt sie.

Haifa Eibo will ihre Unterstützer nicht enttäuschen

Die Chancen und Hilfen, von denen sie spricht, verdankt sie in allererster Linie ihren beiden „Schutzmenschen“, wie sie sie nennt. Das sind die beiden Unterstützer, die ihr auf den Bildungsweg geholfen haben, wie sie sagt. Und ohne die sie sich nie fürs Start-Stipendium hätte bewerben können: die ehemalige Zimmersröder Schulleiterin Margot Degenhardt und der Direktor der Fritzlarer König-Heinrich-Schule, Thomas Neumark.

Die eine hat jahrelang mit ihr gebüffelt, der andere ihr die Chance gegeben, von der Bad Wildunger Schule aufs näher gelegene Fritzlarer Gymnasium zu wechseln. Haifa besucht dort die zehnte Klasse – mit dem großen Ehrgeiz, das Vertrauen, das Margot Degenhardt und Thomas Neumark in sie setzen, nicht zu enttäuschen. „Sie haben mir die Chance gegeben, mein Leben zu entwickeln.“

Haifa weiß genau, wie dieses Leben aussehen soll. Die nächsten drei Jahre bis zum Abitur an der KHS wird sie das tun, was sie am liebsten tut: für die Schule lernen und mit ihrer Basketballmannschaft beim Tuspo Borken trainieren. Der Sport sei die einzige Gelegenheit, einmal den Kopf freizubekommen: „Da konzentriere ich mich nur auf den Ball, da denke ich an nichts anderes“, sagt die junge Borkenerin und lacht.

Haifa Eibo aus Borken weiß genau, was sie will

So zielbewusst wie im Sport, wenn es nur ums Werfen auf den Korb und Treffer für die eigene Mannschaft geht, ist Haifa Eibo auch beim Blick auf ihr Leben. Sie weiß genau, was sie will. Nach dem Abitur möchte sie Mathematik studieren. Sprachen fallen der 18-Jährigen leicht – das Rechnen noch leichter, schon als Kind liebte sie das Hantieren mit Zahlen.

Haifa Eibos Faible fürs Lernen scheint übrigens in der Familie zu liegen. Auch ihr Bruder Mohammed hat als Gymnasiast ein Start-Stipendium gewonnen. Heute studiert der 22-Jährige Bauwissenschaften in Siegen. Bruder Sami (14) besucht ebenfalls die König-Heinrich-Schule in Fritzlar.

Ein Leben ohne Bildung und Bücher scheint also für keines der drei Eibo-Kinder vorstellbar zu sein.

Von Claudia Brandau

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