Borkens wunde Punkte

HNA-Lesertreff in Borken: Kandidaten lieferten sich Schlagabtausch

Die Besucher lauschten gespannt den Wortgefechten auf der Bühne vor dem Rathaus. Einige von ihnen traten auch ans Mikrofon und fühlten den Kandidaten mit ihren Fragen auf den Zahn.
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Die Besucher lauschten gespannt den Wortgefechten auf der Bühne vor dem Rathaus. Einige von ihnen traten auch ans Mikrofon und fühlten den Kandidaten mit ihren Fragen auf den Zahn.

Borkens Bürgermeisterkandidaten Marcel Pritsch, Yvonne Winter und Andreas Becker lieferten sich beim HNA-Lesertreff einen Schlagabtausch.

Borken – Marcel Pritsch, Yvonne Winter, Andreas Becker: Die drei Borkener Bürgermeisterkandidaten lieferten sich am Montagabend beim HNA-Lesertreff in Borken einen informativen Schlagabtausch. Zu der Veranstaltung, die coronabedingt zum ersten Mal in der Geschichte der HNA Fritzlar-Homberg unter freiem Himmel stattfand, kamen rund 400 Zuschauer in den idyllischen Rathauspark.

Dabei ging es in der Runde, die von den HNA-Redakteurinnen Claudia Brandau und Daria Neu moderiert wurde, meist sachlich, aber auch launig, kritisch, emotional und sogar etwas visionär zu. Die wunden Punkte der Stadt, wie etwa Probleme mit Autorasern, Drogendealern, Vermüllung, zu wenig Polizeipräsenz wurden ebenso angesprochen wie fehlende Toiletten für im Stadtgebiet übernachtende Lkw-Fahrer, die die Logistikunternehmen ansteuern. Auch der Wunsch nach einem Ortsbeirat für die Kernstadt wurde aus dem Publikum laut.

Rund 400 Menschen versammelten sich auf Campingstühlen im Rathauspark und hörten, was die Kandidaten beim HNA-Lesertreff zu sagen hatten.

HNA-Lesertreff: Nach der Pflicht der ersten sechs Jahre im Amt, könne nun die Kür kommen

Die drei Bewerber, die am 26. September zur Wahl stehen, nutzten die Debatte auch, um deutlich zu machen, was die Motivation für ihre Kandidatur ist. Nach der Pflicht der ersten sechs Jahre im Amt, könne nun die Kür kommen, sagte Amtsinhaber Marcel Pritsch (FWG, CDU unterstützt) und ging auf die Pflichtaufgaben ein, die die Stadt, auch während sie unter dem Rettungsschirm des Landes Hessen stand, abzuarbeiten hatte.

„Uns wurden kleinste freiwillige Leistungen gestrichen“, so Pritsch. Dennoch sei es gelungen, viele Dinge abzuarbeiten, betonte er und zählte die Millionen-Ausgaben in Kindergärten, Hallenbad, Viadukt und mehr auf. „Wir haben in Borken investiert.“ Die Stadt sei wieder handlungsfähig.

HNA-Lesertreff: Borken müsse bekannter und attraktiver werden

Dagegen machte Andreas Becker (unabhängig) klar, dass es ihm darum gehe, gegen Intransparenz anzugehen, die Wirtschaft („Nicht nur Logistik“) zu fördern und auf Bürgernähe zu setzen. Er bemängelte die Informationspolitik aus dem Rathaus. Borken müsse bekannter und attraktiver werden, forderten Becker und Winter. „Wir müssen Borken aus seinem Schlaf erwecken“, so Becker.

Das sah auch Yvonne Winter (unabhängig, SPD unterstützt) so. Man müsse sich für Borken die Hacken ablaufen und Netzwerke nutzen, um Unternehmen anzusiedeln und die Stadt touristisch deutlich weiter nach vorne zu bringen. Es sei toll, dass Geld in Kindergartenneubauten gesteckt werde, betonte sie. Allerdings fehle es an Angeboten für Jugendliche – ein weiterer wunder Punkt Borkens. (Maja Yüce)

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