Einwohner zahlen zwei unterschiedliche Preise

In Borken wird das Wasser teurer

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Kurios: Kunden der Stadtwerke müssen in Borken demnächst höhere Preise fürs Wasser zahlen.

Die Borkener Stadtverordneten haben den Wasserpreis angehoben: Statt wie bislang 2,28 Euro brutto für den Kubikmeter kostet er ab dem 1. Januar 2,47 Euro.

Damit folgt die Stadt der Vorgabe, einen kostendeckenden Preis fürs Versorgungsgebiet erstellen zu lassen.

Das Besondere in Borken ist, dass die Einwohner das Wasser von zwei Versorgern erhalten, die Mehrheit von den Stadtwerken, die Stadtteile Singlis, Freudenthal, Pfaffenhausen, Lendorf, Stolzenbach und Nassenerfurth aber vom Gruppenwasserwerk Fritzlar-Homberg.

Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm erklärte, der neue Preis von 2,47 Euro pro Kubikmeter wirke auf den ersten Blick teurer, als er sei: Jeder Liter Leitungswasser koste auch künftig weniger als einen viertel Cent (0,247 Cent). Für einen Euro erhalte man 400 Liter Leitungswasser, aber nur zwei bis fünf Liter Mineralwasser. Pritsch-Rehm verwies darauf, dass die Qualität des Borkener Frischwassers dem in nichts nachstehe: „Wasser ist das am besten geprüfte und untersuchte Lebensmittel.“ Die Preiserhöhung mache sich in einem Dreipersonen-Haushalt mit 20 Euro pro Jahr mehr bemerkbar. „Wenn wir mit diesem Betrag die Wasserversorgung sicher stellen können, ist das sinnvoll ausgegebenes Geld.“

Kurios ist in Borken, dass die Kunden der Stadtwerke demnächst höhere Preise zahlen müssen, freuen sich die Kunden des Gruppenwasserwerks Fritzlar-Homberg über sinkende Kosten. Grund: Die Einwohner der sechs Stadtteile haben in der Vergangenheit zuviel Geld bezahlt. Sie müssen künftig nur 1,50 Euro brutto für den Kubikmeter Wasser zahlen – solange, bis der Überschuss und damit ihr Guthaben aufgebraucht ist. Die Rechtsprechung schreibt vor, dass technisch getrennte Anlagen auch getrennte Abrechnungen vorlegen müssen.

Auch neu: Die Wasserversorgungssatzung der Stadt Borken hat keine Funktion mehr, da sie für die Stadtwerke als privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen künftig nicht mehr gilt und das Gruppenwasserwerk als Zweckverband ein eigenes Satzungsrecht hat.

Heinrich Hesse (CDU) erklärte, falls die Preise beim Gruppenwasserwerk dauerhaft so günstig seien, sollte man ganz Borken von dort versorgen lassen. Sascha Rzaczek (SPD) verwies auf die Notwendigkeit einer Satzung, ohne Satzung drohe eine Entsolidarisierung. Die Satzung bilde aber nicht die kommunale Selbstverwaltung ab, so der Bürgermeister, zudem spreche „übergeordnetes Recht“ dagegen. Pritsch-Rehm verwies auf die unterschiedlichen Mengen Wasser, die die beiden Unternehmen abgeben: Das Gruppenwasserwerk liefere 5 Millionen Kubikmeter Wasser, die Stadtwerke 500.000 Kubikmeter. Rüdiger Staffel (FWG) betonte, dass seiner Fraktion Teuerungen ganz gewiss nicht gefielen, aber Wasser das wichtigste Lebensmittel sei – und trotz Preisanhebungen das immer noch bei weitem günstigste.

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